Zunächst mal möchte ich Dir mein Mitgefühl aussprechen. Als Außenstehender kann man höchstens erahnen, was bei euch bzw. in Deinem Leben abgeht.
Ich bin was das Thema angeht auch nicht sehr firm, ich weiß nur, dass es einer der schwierigsten Therapien überhaupt ist. Die Rückfallquote ist astronomisch hoch, entsprechend der langfristige Therapieerfolg eher niedrig. Eine ehemalige Kommilitonin hat in der Suchtklinik in Friedberg ihre Therapieausbildung gemacht, ich hab keine Ahnung, wie sie das gemacht hat - ich wäre nach 2 Tagen durchgedreht.
Meine Frage ist im Grunde nur die: habt ihr (also Du, Deine Schwester und Mutter) mal an einer Therapie teilgenommen oder selbst eine Hilfe in Anspruch genommen?
In den emotionsfreien Lehrbüchern werdet ihr als Co-Abhängige bezeichnet - wie Du selbst geschildert hast, richtet sich euer gesamtes Leben an der Abhängigkeit des Vaters aus. Falls ihr das noch nicht gemacht habt, würde ich das an Deiner Stelle mal in Erwägung ziehen. Ein Theapeut, der sich auch in systemischer Therapie auskennt, hat die Möglichkeit, zunächst mal euer verstricktes Familiensystem transparent(er) zu machen. So übernimmst Du z.B. (wie die anderen auch) Rollen (und mit ihnen Verantwortung), die Dir im Grunde nicht zugedacht sind: es ist "eigentlich" nicht "vorgesehen", dass der Sohn den eigenen Vater anbrüllt und ggf. vor die Tür setzt, weil dieser im Suff handgreiflich gegenüber Familienmitgliedern wird
Was Ziel einer solchen Beratung ist, müsst ihr natürlich selbst festlegen, ein Ziel könnte sein, dass jeder von euch erstmal ein wenig Klarheit und auch Abstand bekommt. Sinnvoll wäre es natürlich auch, dass Dein Vater mitgeht, schließlich gehört er ja auch zum System dazu. Hier ist dann wieder das Problem mit der Freiwilligkeit: zwingt man ihn, trägt das nicht unbedingt zu(m) (seinem) Erfolg bei, ist aber (vermutlich) besser, als wenn er nicht mitgeht. Aber das klärt ihr lieber mit dem Therapeuten 
Wie gesagt, das ist nur mal ein Denkanstoß von mir. Ich denke keiner hier bei TT kann Dich hier effektiv beraten, das einzige was möglich ist, ist ein wenig Erfahrungsaustausch und dass Dir überhaupt mal wer zuhört. Das ist zwar sicherlich ein (guter) Anfang, aber meinem Empfinden nach gehört die Sache ab einer bestimmten Stelle in die Hand eines Profis.
Wenn Du Adressen brauchst, kann ich gerne gucken, ob ich etwas auftreiben kann, dazu bräuchte ich allerdings Deinen Wohnort (ggf. per PN).
Denn mal weiterhin alles Gute!