Beiträge von derAL

    Thomas: Eine Frage stellt sich mir. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die regulatorischen bzw. überwiegend im Hintergrund agierenden Mods direkte Anregungen bzw. Anregungen bei A&K aufgreifen und Ihr Euch mit dem Admin/Verantwortlichen darüber regelmäßig austauscht und so letztlich entscheidet, ob Ihr die Anregung als sinnvoll erachtet und umsetzen wollt. Dein Verweis auf Carsten hat mich in dem Kontext etwas irritiert.


    Kannst Du das bzw. Ihr das bei der Beantwortung von Klaus Frage mit behandeln, wie das in der Praxis läuft? Vielleicht hilft es uns User, Bedürfnisse oder Anregungen zielorientierter an Euch zu platzieren.

    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    ... Nur stehen wir eben aktuell vor dem Problem ... die ganze "Mittlerere Ebene" ... wegbricht.


    Was bleibt sind ... Jobs die sich nicht nach Fernost verlagern lassen ... schlecht bezahlt sind ... Ebene" wo dann aber ohne ...qualifizierung ... nichts geht. ... kommt ... nur ein ... kleiner Teil ... in Frage.

    Erster Absatz:
    Das ist so. Weltweit stehen wir vor einer neuen Wirtschaftsepoche mit starkem Anpassungsdruck des Einzelnen. Das können wir in Deutschland im Kontext der globalen Entwicklung nicht verhindern.


    Zweiter Absatz:
    Wir können dem nur mit Förderung, Qualifizierung und Spezialisierung entgegentreten. Natürlich können wir auch Handelskriege initiieren (Floaten der Währung, Zinspolitik, Senken der Unternehmenssteuern, Aufkündigen der Handelsabkommen, Verhängung von Einfuhr- oder Strafzöllen oder sonstiger Handelshemmnisse etc.), das aber führt nur in einen schädigenden Kreislauf, wo der jeweils andere immer nur eine Schippe drauf legt. Macht demnach wenig Sinn. Perspektivisch kommen wir also nicht umhin, Bildung und Qualifizierung zu fördern. Das ist besser investiertes Geld, als Menschen durch direktes oder indirektes 'gedrucktes Geld' in Immobilienblasen zu führen oder regelmäßig die Alimentierungsspielwiesen neu bzw. höher zu definieren.

    @SAR:


    - Wer hat denn die Büchse der Pandora geöffnet?
    - Wer hat die Finanzmärkte dereguliert und entfesselt?
    - Wer hat denn die Unternehmenssteuern deutlich gesenkt?
    - Wer hat denn den Verkauf von Aktienpaketen und Tochterunternehmen steuerbefreit?
    - Wer hat denn eine Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge eingeführt?
    - Wer hat denn den Deutschen die Aktienkultur näher bringen wollen?
    - Wer hat denn den Arbeitsmarkt liberalisiert?
    - Wer hat das Rentensystem umgebaut mit der Folge von Kürzungen?
    - Wer hat denn Griechenland den Weg zum Euroland gebahnt?
    - Wer ist denn als erster europäischer Defizitsünder vorstellig geworden?
    - Wer sah denn die Türkei als europäische Brücke und hat die Beitrittsverhandlungen maßgeblich mit forciert?


    Die Banker? Oder vielmehr eine Gruppe, die Keynes im Geiste sehr nahe stand und steht?
    Die gleiche Gruppe übrigens, die sich heute hin stellt, und 'soziale Ungerechtigkeit' (neuerdings) zum Kern-Thema hat.


    Das aber wollen dann ja einige doch nicht so gerne hören und reagieren dann im Sinne eines Ablenkungsmanövers dann eher argumentationsarm bis leicht eingeschnappt. So kann man sich auch einer fachlichen Debatte entziehen. :cool: P.S.: Ich benötige keinen Weizenbiervertrag (nur weil ich mal Rudi Völler und Waldemar Hartmann an anderer Stelle ins Spiel brachte, tz tz tz). Gehen wir also wieder BTT mit dem Slogan: 'Immobilien sind gar nicht mehr günstig zu haben' :p ;)

    Ich argumentiere und vertrete eine Position.


    Das Schöne ist ja, dass man die Argumente in ein paar Jahren mit der dann eingetretenen Entwicklung abgleichen kann.
    Dann zeigt sich ja, ob man mit den Argumenten 'von damals' nah dran war oder nicht. Sofern TT da noch existiert.


    Edit: Die nächste Finanzkrise entsteht tatsächlich gerade auch aus der zunehmenden Blasenbildung verschiedener Anlageklassen. Und hier zähle ich den starken Immobilienpreisauftrieb explizit dazu.

    Der Punkt ist doch der, dass sich die Wirtschaft in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage sowie des technischen Fortschritts permanent verändert. Kaum einer wird heute noch einen Job als Pferdekutschenfahrer bekommen, da dessen Angebot wohl kaum nachgefragt werden dürfte. Das gilt auch für den Kohlekumpel. Ich halte es für unrealistisch zu glauben, dass diese Berufsbilder jemals wieder vernünftig verdienen werden. Das gilt für viele andere Berufsbilder. Und es ist eine sozialromantische Verklärung der Realitäten zu glauben, der Staat (bzw. letztlich der Steuerzahler) alimentiert auf Dauer die nicht mehr nachgefragten Berufsbilder in Form von staatlich gelenkten höheren (jedoch am Markt in Abhängigkeit von der Nachfrage und des globalen Wettbewerbs) unrealistischen Lohnniveaus.


    Man verdient dort, wo es Bedarf an Spezialisierung gibt. Wenn der Beruf relativ gesehen 'leicht' machbar oder zeitlich überschaubar erlernbar ist, verdient man weniger. Im Umkehrschluss müssen sich Arbeitnehmer permanent anpassen und sich eben für die nachgefragte Spezialisierung qualifizieren, möchten sie ein höheres Einkommen erzielen. Und das bekommen sie nicht durch eine fehlende Bereitschaft, sich aktiv um eine Höherqualifizierung in jedweder Form zu bemühen. Dabei müssen sie nicht nur Architekt oder Arzt werden. Sie können sich auch in normalen Berufen für einen stärker nachgefragten Teilbereich höher qualifizieren.


    Im übrigen gilt dieses Anpassungsgebot für alle Berufsgruppen, also auch für viele, die heute noch gut verdienen. Die digitale Transmission bzw. die Digitalisierung vieler Bereiche führt zu einer starken disruptiven Periode in der Wirtschaft/am Arbeitsmarkt, in der sich jeder anpassen muss, um weiterhin als spezialisiert am Arbeitsmarkt wahrgenommen zu werden und entsprechend zu verdienen.

    Das Lastenausgleichgesetz war nicht das erste Mal. Schon zuvor gab es eine Pflichtkompensation (hatten wir bereits in diesem Thread).


    Gerade die Rückstellungen für Pensionen und Renten (verstärkt durch die jüngsten Entscheidungen der letzten Jahre, Mütterrente, Aufstockung etc.) dürften den Finanzierungsdruck in den kommenden Jahrzehnten enorm verstärken.


    Das kann am Ende das Tages nur bedeuten, dass neue Lasten den Druck ausgleichen müssen oder eben an anderer Stelle Leistungen gekürzt werden, welche privat (zusätzlich) abzufedern sind. So oder so: Die Lasten gerade der mittleren Einkommensgruppen werden anziehen.


    Ich sehe das Problem auf kurze Sicht an anderer Stelle:


    Wir erleben in Deutschland seit einigen Jahren enorme Preisauftriebe bei Immobilien. Einige Teilmärkte sind bereits überhitzt, in vielen Städten befindet man sich nahe am oder bereits im 'gelben Bereich' (im Sinne einer Ampel).


    'Lage, Lage, Lage' mag heute noch bedingt gelten und es gibt auch Teilmärkte, wo die Lage (noch) in Ordnung ist.


    Für den typischen Immobilienerwerber stehen jedoch meist andere (persönliche) Gründe im Vordergrund als eine objektive Investitionsentscheidung im Sinne einer Kapitalanlage. Die wenigsten machen sich darüber Gedanken, sondern verklären den Wunsch nach einem Eigenheim mit 'zwar teurer, dafür ist die Finanzierung günstig'. Andere bauen angesichts der derzeit günstigen Zinsen gar über den persönlichen Bedarf hinaus (dann machen wir halt noch ein Zimmer oder finanzieren gleich die Traumküche etc.).


    Ich persönlich sehe hier ein hohes Risikopotenzial, welches vermutlich erst von vielen erkannt wird, wenn es schlagend wird und zu spät ist. Was passiert, wenn Immobilienmärkte Luft ablassen, kann man in den Vereinigten Staaten (Subprime-Krise) aber auch am spanischen Immobilienmarkt der letzen Jahre sehen. Noch heute lecken wir die Wunden daraus über die europäische Schuldenkrise. Und was macht der deutsche Sparer aus diesen Erkenntnissen? Er kauft fleissig Immobilien, auch wenn sie immer teurer werden. Offenbar nichts aus der jüngeren Geschichte gelernt, in der die Mutter der 'großen' (nach wie vor seit 2007 noch nicht geheilten) Krise überteuerte Immobilien waren. Schon abgefahren, nicht wahr? Nächstes Jahr haben wir 10jähriges Krisenjubiläum und ich kann das Wort 'Krise' irgendwie nicht mehr hören ... ;)

    Wieder mal so ein nachfrageorientierter Keynes-Quatsch.


    Höhere Einkommen ... führen kurzfristig zu Nachfrageimpulsen, die allerdings schnell verpuffen.


    Das aber zu einem hohen Preis. Sie ...


    - schwächen a la longue die Wettbewerbsfähigkeit
    - führen zu Wachstumsrückgängen
    - belasten den Arbeitsmarkt
    - führen zu steigenden Preisen
    - verstärken die ohnehin schon in vielen Regionen gut ausgebildete Blasenbildung am Immobilienmarkt
    - erhöhen die Inflation
    - bewirken in Folge ein steigenden Zinsniveau (Finanzierungen werden -nach Ablauf der Festbindungsfrist- teurer und der Tilgungsanteil kann ggf. nicht mehr auf dem Niveau gehalten werden, da höhere Gesamt-Belastungen und die Folge: Finanzierungszeit verlängert sich)
    - lassen die Lebenshaltungskosten steigen (wegen der Preisspirale)
    - belasten sukzesssive die Renten überproportional, da diese weniger stark steigen als die allgemeine Lohnentwicklung
    - und belasten dadurch vor allem Geringverdiener, da dort der Euro relativ mehr in Gewicht fällt als bei besser Verdienenden
    - führen zu steigenden Rentenbeiträgen und Sozialversicherungsausgaben
    - erhöhen die Steuerprogression (kalte Progression)


    Was soll daran also gut sein, Anja? Dass sich mehr Menschen verschulden? Langfristig geringere Reallöhne haben? Die Wettbewerbsfähigkeit belastet wird? Die Immobilienpreisblase weiter genährt wird?