Das Lastenausgleichgesetz war nicht das erste Mal. Schon zuvor gab es eine Pflichtkompensation (hatten wir bereits in diesem Thread).
Gerade die Rückstellungen für Pensionen und Renten (verstärkt durch die jüngsten Entscheidungen der letzten Jahre, Mütterrente, Aufstockung etc.) dürften den Finanzierungsdruck in den kommenden Jahrzehnten enorm verstärken.
Das kann am Ende das Tages nur bedeuten, dass neue Lasten den Druck ausgleichen müssen oder eben an anderer Stelle Leistungen gekürzt werden, welche privat (zusätzlich) abzufedern sind. So oder so: Die Lasten gerade der mittleren Einkommensgruppen werden anziehen.
Ich sehe das Problem auf kurze Sicht an anderer Stelle:
Wir erleben in Deutschland seit einigen Jahren enorme Preisauftriebe bei Immobilien. Einige Teilmärkte sind bereits überhitzt, in vielen Städten befindet man sich nahe am oder bereits im 'gelben Bereich' (im Sinne einer Ampel).
'Lage, Lage, Lage' mag heute noch bedingt gelten und es gibt auch Teilmärkte, wo die Lage (noch) in Ordnung ist.
Für den typischen Immobilienerwerber stehen jedoch meist andere (persönliche) Gründe im Vordergrund als eine objektive Investitionsentscheidung im Sinne einer Kapitalanlage. Die wenigsten machen sich darüber Gedanken, sondern verklären den Wunsch nach einem Eigenheim mit 'zwar teurer, dafür ist die Finanzierung günstig'. Andere bauen angesichts der derzeit günstigen Zinsen gar über den persönlichen Bedarf hinaus (dann machen wir halt noch ein Zimmer oder finanzieren gleich die Traumküche etc.).
Ich persönlich sehe hier ein hohes Risikopotenzial, welches vermutlich erst von vielen erkannt wird, wenn es schlagend wird und zu spät ist. Was passiert, wenn Immobilienmärkte Luft ablassen, kann man in den Vereinigten Staaten (Subprime-Krise) aber auch am spanischen Immobilienmarkt der letzen Jahre sehen. Noch heute lecken wir die Wunden daraus über die europäische Schuldenkrise. Und was macht der deutsche Sparer aus diesen Erkenntnissen? Er kauft fleissig Immobilien, auch wenn sie immer teurer werden. Offenbar nichts aus der jüngeren Geschichte gelernt, in der die Mutter der 'großen' (nach wie vor seit 2007 noch nicht geheilten) Krise überteuerte Immobilien waren. Schon abgefahren, nicht wahr? Nächstes Jahr haben wir 10jähriges Krisenjubiläum und ich kann das Wort 'Krise' irgendwie nicht mehr hören ... 