Beiträge von derAL


    (1) Jeder kann sich fortbilden oder weiter qualifizieren - mit und ohne Abi.


    (2) Für mich ist es völlig irrelevant, was Du in Bezug auf meine Person kannst oder nicht kannst. Es tangiert mich nicht. Auch ändert das meine Position nicht im geringsten.


    (3) Ich kenne viele Leute, die haben den Ernst der Lage schon sehr früh erkannt und sind sehr fleissig. Einige sind mit 22 schon Betriebswirt oder machen etwas Vergleichbares in anderen Branchen.


    (4) Feiern/Party > Lernen/Zukunft - auch das kenne ich von vielen jungen Leuten heute anders.


    (5) Das hat auch niemand gefordert. Auch ohne Abi kann er etwas aus sich machen, wenn er mag und will.

    Andererseits ermöglicht Fleiß während der Schulzeit den Besuch einer Universität, die nahezu kostenfrei ist. Ist das frech? Zahlt der Staat, finanziert durch seine Bürger. Und jedem steht es frei, sein Abitur bei Bedarf (selbst am Abend oder am Wochenende) nachzuholen. Klar bedeutet das Arbeit und Anstrengung.


    Das Interessante an diesem Thread aber auch in anderen ähnlich gelagerten Konstellationen ist ja, dass man immer zu hören bekommt, was nicht gehen würde oder auf gar keinen Fall funktioniert.


    Über Chancen und wie man diese wahrnimmt herrscht allgemeines Schweigen. Auch meine oben gestellte Frage bleibt weiterhin unbeantwortet. Man möchte sich nicht mit Chancen auseinandersetzen. Es macht mehr Freude, über Dinge zu motzen respektive zu jammern. Da sind dann alle superqualifiziert.

    Dem stimme ich überhaupt nicht zu, Frank.


    Der Arbeitsmarkt ist ein Markt und der besteht aus Angebot und Nachfrage.
    Nicht jede Branche kann durch ausländische Kräfte ersetzt werden.


    Der Punkt ist, dass man sich als Arbeitnehmer auch anbieten muss.
    Und ein Angebot muss halt auch ganzheitlich stimmen; es muss überzeugen.


    Man kauft ja auch kein Produkt, das einen nicht überzeugt.


    Wahr ist -da nähere ich mich teilweise gerne an-, dass die Unternehmen nach dem Renteneintritt der Baby-Boomer-Generation ein massives Recruiting-Problem haben, das sich in den nächsten Jahren auch noch deutlich verstärken wird. Schon heute bieten Unternehmen Azubis Autos zur Nutzung oder iPhone/Tablets/Computer an, damit diese sich für das Unternehmen entscheiden und suchen nach alternativen Recruiting-Strategien oder Arbeitsmodellen, die der Facebook-, Maybe- oder Generation Y zuträglicher ist als die gegenwärtige Gestaltung der Arbeitswelt.


    vgl. http://recruitinggenerationy.com


    Der Fachkräftemangel verstärkt sich immens. Da verwundert es, dass diese Entwicklung von Arbeitssuchenden nicht aufgegriffen wird. Wenn bekannt ist, dass die Branche XY massive Nachwuchsprobleme hat, weshalb zielt man dann nicht auf diese Branche ab und versucht, sich hierfür zu qualifizieren? Stattdessen wird das wenig nachgefragte Beschäftigungsprofil beibehalten, obwohl man weiß, dass die Chancen immer schlechter werden. Aus Bequemlichkeit? Weil man gar nicht kann? Warum? Weil die Leistungen nicht ausreichen? Eine Qualifikation fehlt, um zu starten? etc.?


    Unternehmen schaffen Plätze, wenn sie diese benötigen und nicht just for fun. Etliche Unternehmen passen die Einstellungsgrößen an Auszubildenden jährlich an ihre strategische Bedarfsplanung an. Aber um die Stellen zu besetzen, bedarf es natürlich -auch das ist wahr- auch der passenden Qualifizierung. Ein junger Mensch, der nicht rechnen kann, ist nun mal in Kaufmannsberufen fehl am Platz. Selbst wenn es hierfür einen Bedarf gibt.


    Qualifizierung hat mehrere Dimensionen und Möglichkeiten als den Bachelor.

    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Das Problem ist wohl eher das sich viele Leute einfach aufgegeben haben, weil sie wissen das sie entweder eh keinen Job finden, oder wenn sie einen Job bekommen das dann die Bezahlung auch kaum hoeher ist als das was sie als Arbeitslose haben.

    Das Problem ist


    tatsächlich ein Problem



    sich einfach aufgeben


    ... weil sie keinen Willen zur Veränderung haben oder entwicklen WOLLEN, der aber absolut notwendig ist



    weil sie wissen


    ... weil sie glauben und daraus eine selbsterfüllende Prophezeiung schaffen



    Bezahlung auch kaum höher ist als das, was Arbeitslose haben


    ... deswegen Hartz 4 als 'Dauer-Aufforderung' zur eigenen Veränderung bzw. eigenmotivierten Anpassung an die Erfordernisse des Arbeitsmarktes. Sie müssen auf die Chancen aktiv zugehen und nicht darauf warten, dass die Angebote von selbst auf sie zukommen, während sie passiv warten. Durch Qualifizierung bekommen sie die Chance, mehr zu verdienen. Man muss aber erst in deutliche Vorleistung gehen. Wie im übrigen der Staat auch bei der Erfüllung des Subsidiaritätsprinzips.


    Eigenmotivierte Aktivität und selbstorganisierte Qualifizierung > das ist der Schlüssel, um sich zu verbessern.


    Passivität und Nichtstun (sich z. B. nicht weiter zu qualifizieren) verändern die Situation hingegen nicht.

    Hartz 4 ist eine absolute Grundversorgung im Sinne des Subsidiaritätsprinzips, nachdem für gewöhnlich für einen längeren Zeitraum Arbeitslosenhilfe (Arbeitslosengeld I; nach 12 Versicherungsmonaten zwischen 6-12 Monate, ab 50 Jahre auch länger) in Abhängigkeit vom letzten Einkommen bezahlt wurde. Deswegen nennt man Hartz 4 auch Arbeitslosengeld II. Auch dient die ALG II - Hilfe als Sozialleistung für alle erwerbsfähigen Arbeitslosen.


    Daneben gibt es neben den Hartz 4 Regelsätzen auch (im Bedarfsfall) ergänzende Leistungen:


    A) Leistungen bei Mehrbedarf
    B) Leistungen bei Sonderbedarf
    C) Bildung und Teilhabe
    D) Unterkunft
    E) teilweise Warmwasser, Heizung, Strom und sonstige Grundabgaben


    Hartz 4 ist demnach keine Finanzierung eines Freizeitprogramms. Man muss da mal so deutlich herausstellen. Es ist ein ebenso deutliches Signal, sich engagiert wieder mit allen Kräften in Richtung Arbeitsmarkt zu bewegen und den Sozialstaat, welcher durch die Gesamtheit seiner Bürger finanziert wird, wieder zu entlasten, damit dieser sich anderen/neuen Hilfesuchenden annehmen kann. Es ist eine regelmäßige 'Handlungsaufforderung' und kein bequemes Finanzierungsinstrument, an das man sich gewöhnen soll. Nur so kann ein Sozialstaat funktionieren.


    P. S.: Kommen jetzt die ehemals Gesperrten alle wieder zurück (obwohl sie TT angeblich so doof finden) oder benötigen sie zusätzliche 'Verstärkung'?



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    Und ich wiederhole nochmals meine Frage, welche in der Weltuntergangsstimmung gerne überlesen wird:


    Für wen würde sich ein potenziell zukünftiger Arbeitgeber für ein Vorstellungsgespräch entscheiden:


    Person A
    ... war ein Jahr lang arbeitslos und hat sich während dieser Zeit mehrmals erfolglos beworben. Ansonsten hat er nichts gemacht.


    Person B
    ... war ein Jahr lang arbeitslos, hat sich während dieser Zeit auch mehrmals erfolglos beworben. Dennoch hat er die Zeit sinnvoll genutzt und hat am Abend mehrere Sprachkurse besucht und sich deshalb für ein Sprachlevel xy qualifiziert, der es ihm ermöglicht, auch Englisch im Beruf souverän einsetzen zu können.


    Welche Person ist für einen Arbeitgeber interessanter? Wer hat aus der Not das Beste gemacht? Wer ist demnach in einem neuen Job der vielversprechendere Kandidat?


    Ich kenne die Antwort. Und viele hier sicherlich auch. Nur passt das nicht ins allgemeine Weltuntergangs- und Jammerkonzept.


    0) Ist es nicht.


    1) Auch als Nichthochbegabter kann man durch Fleiß seine Situation verbessern. Wer begabt ist, dem fällt das Lernen sicherlich leichter. Dennoch kann auch ein wenig Begabter sich Zusatzwissen aneignen. Er muss im Gegensatz zum Hochbegabten nur mehr Zeit und Fleiß investieren. Dann schafft er das auch.


    Für wen würde sich ein potenziell zukünftiger Arbeitgeber für ein Vorstellungsgespräch entscheiden:


    Person A war ein Jahr lang arbeitslos und hat sich während dieser Zeit mehrmals erfolglos beworben. Ansonsten hat er nichts gemacht.


    Person B war ein Jahr lang arbeitslos, hat sich während dieser Zeit auch mehrmals erfolglos beworben. Dennoch hat er die Zeit sinnvoll genutzt und hat am Abend mehrere Sprachkurse besucht und sich deshalb für ein Sprachlevel xy qualifiziert, der es ihm ermöglicht, auch Englisch im Beruf souverän einsetzen zu können.


    Welche Person ist für einen Arbeitgeber interessanter? Wer hat aus der Not das Beste gemacht? Wer ist demnach in einem neuen Job der vielversprechendere Kandidat? B hat sein Qualifikationsniveau aus eigenen Antrieb heraus gehoben. Das sagt viel über die Persönlichkeit von B aus. Jenen würde ich einladen.


    2) 'Weil es zu viele gibt' und 'keine Bereitschaft, für so eine Stelle zu zahlen'. Damit lieferst Du doch schon selbst die Antworten, warum es nicht klappt. Die Qualifizierung ist nicht (mehr) gefragt, weil es ein ÜBERANGEBOT gibt, die keiner benötigt. Fleiß bedeutet an der Stelle, dass sich der Bekannte dorthin bewegen und/oder qualifizieren muss, wo es NACHFRAGE gibt. Das kann auch eine Spezialisierung innerhalb seines Fachgebietes sein, die Nachfrage auslöst.


    3) Man braucht nichts. Alles kann aber nichts muss. Aber alles hat seinen Preis oder seine Konsequenz. Wir alle haben Verantwortung für uns selbst, mit allen Konsequenzen. Und wer nichts braucht, darf auch nicht erwarten, dass er das Gleiche bekommt als jemand, der es macht, auch wenn man es nicht braucht. Jeder hat damit seine Gestaltungsmöglichkeiten und Optionen, die er nutzen kann aber auch nicht. Aber für die Folgen trägt man alleine die Verantwortung. Fast keiner von uns wird sein Leben lang das Gleiche machen. Man muss sich immer wieder neu aufstellen, sich motivieren, ständig lernen, neue Herausforderungen annehmen. So ist das Leben nun mal.

    Zitat

    Original geschrieben von DrMac
    Kann er nicht. Allein die Tatsache, dass Deutschland einen der größten Niedriglohnsektoren Europas hat, widerlegt seine Behauptung. Das Bild des passiven Arbeitslosen ist eine politisch konstruierte Fiktion.


    Weshalb ist das denn so?


    Weil all diese Menschen für den normalen Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind.


    Und weshalb?


    Weil sie größtenteils dafür nicht hinreichend qualifiziert sind.


    Und warum?


    Weil sie größtenteils zu faul oder zu unmotiviert waren, dass sie sich hinreichend qualifizieren. Das beginnt schon zur Schulzeit unter Duldung der 'Faulheit' durch die Eltern, welche dann die Verantwortung schön an die Lehrer abwälzen, wenn es bildungstechnisch nicht klappt.


    Teilweise ist doch schon zu beobachten, dass es Bewerber um einen Ausbildungsplatz gibt, die nicht einmal die Grundrechenarten beherrschen oder nicht einmal einen Brief ohne Rechtschreibfehler aufsetzen können. Und wir sprechen an der Stelle teilweise schon von mittleren Bildungsabschlüssen. Und selbst solche versagen dann oftmals in der Ausbildung, quälen sich durch, schaffen einen Abschluss mit der Note 3 oder 4 und wundern sich dann, weshalb sie nicht übernommen werden. Fortbildung oftmals ebenso Fehlanzeige, 'weshalb? Dann müsste ich ja ...', heißt es dann. Und solche wundern sich, weshalb der Zutritt zum normalen Arbeitsmarkt ausbleibt. Dann ist die Politik schuld oder etwas anderes. Hartz IV hat hier nur die Kuschelzone abgeschafft. Früher gab es zu lange Arbeitslosengeld. Heute tickt die Uhr. Und dann gibt es sehr wenig Geld. Das soll motivieren, endlich Gas zu geben. Aber selbst in der Arbeitlosigkeit (wo genug Zeit ist) wird oftmals kein eigenmotivierter Aufwand für Bildungs- oder Qualifizierungsnachholung betrieben. Man wartet oftmals passiv, was das Amt macht. Von selbst kommt man nicht auf die Idee, eine Qualifizierung nachzuholen, obwohl es vielfältige Möglichkeiten für jeden Geldbeutel und teilweise kostenlos gibt.


    Zum Glück gibt es auch andere Beispiele. Die sich bereits zur Schulzeit/Ausbildung anstrengen oder sehr oft gleich mit der Ausbildung ein duales Studium beginnen (während andere Party machen), sehr strebsam sind und die ersten Jahre sehr viel Gas geben. Ich habe viele davon kennengelernt. Und nicht immer haben sie die besten Voraussetzungen, aber den Ehrgeiz/Willen. Darunter sind übrigens auch viele mit Migrationshintergrund vertreten. Tolle junge Menschen, vor denen ich Respekt habe. Am Ende wird wieder ein unmotivierter Teil der Altersgruppe behaupten, 'dass die ja deshalb so ..., weil ... Aber ich konnte ja nicht, weil xyz ...' und die Ungerechtigkeit beklagen und, daß Fremde ihnen jetzt auch noch die Jobs wegnehmen werden. So sieht es doch vielfach aus.


    Aber genauso bequem, wie diese Gruppe argumentiert, ist es bequem, die Verantwortung des eigenen Unvermögens woanders zu suchen.

    Es ist viel mehr das Licht angegangen, wieviele Kleingeister sich tatsächlich in der Bevölkerung befinden.


    Naja, das Fernsehprogramm lieferte schon immer ein ähnlich gelagertes Indiz.


    Nun sieht man mal, wieviele sich da in der Nachbarschaft bewegen und wer mit hoher Wahrscheinlichkeit mobilisiert werden kann, wenn sich wieder so ein Idiot auf den Marktplatz stellt und pseudonationale Reden schwingt.


    Und am Ende sagen dann wieder viele zu jeder Gelegenheit, 'ich hab ja von all dem nichts gewusst' ...


    Deutschland schafft sich eher durch ein neues Idioten- und Faulenzertum ab.
    Durch Leistungsunwillige, die permanent Forderungen an die Leistungsträger ohne Gegenleistung stellen. Und gegen 'Mitbewerber' hetzen, die -wir werden es sehen- leistungsbereiter sind, um in diesem Land zu einem Teil leben zu können. Und genau von dieser Vorstellung entspringt die Angst, zumindest von denjenigen, die bisher vom Sozialstaat zwar reichlich nahmen, aber wenig gaben, weil sie sich für vieles viel zu fein sind und hier bisher oftmals wie die Made im Speck lebte.

    Anja: Offenbar kenne ich fast nur Minderheiten :p


    doc: Ich sagte ja bereits: erst geht es um die Abwendung einer humanitären Katastrophe, dann um Entscheidungen, die mit vielen anderen bilateral zu klären sind. Das bedarf Zeit. Auch schrieb ich, dass wir am Ende des Tages von Zahlen sprechen, die deutlich geringer sind, als die derzeit genannten Angstzahlen.