Zitat
Original geschrieben von stanglwirt
das ist schwarz - weiss - denken. es gibt auch noch viel dazwischen...
Meinst Du das
'Multi-Kulti-alle-sind-gleich-Soja-Latte-Macchiato-Konsens-Prenzlauer-Berg-Weltläden-Sozial-und-Konsens-wie-Seitenwechsel-Bio'-Gequatsche, an das viele glauben und sich einbilden, sie sind moderne kosmopolitische Menschen, weil sie einmal im Monat ein kulturelles Gespräch im Döner-Laden ihres Vertrauens (ungefähr so: 'Wie isst man das in Ihrem Kulturkreis? Ah, mit Zwiebeln, wie interessant!) und einmal im Jahr einen 1-minütigen Small-Talk mit einem Kellner im Urlaubsland führen und dann ein ganzes Jahr lang (meistens bis zum nächsten Urlaub) mit ihrer vielfältigen kulturellen Begegnungen im Yoga-Kurs prahlen, weil sie auch noch ein Klezmer-Konzert und ein Afrika-Festival besucht haben? Wenn es ganz dumm läuft, dann waren sie auch noch bei einer Podiumsdiskussion und/oder Finissage, weil das interessanter klingt als Vernissage (zugegeben, solche Veranstaltungen sind langweilig geworden, da inflationär).
Oder diejenigen, die im Bioladen an der Wursttheke vor der sichtlich genervten Fleischfachverkäuferin zum Glucken-Quieken anfangen, weil die Wurst das letzte Mal mit ihren 50 Gramm (meistens kaufen die ja nicht mehr) so lecker lecker superlecker war und diese tatsächlich fragen, wie die Wurst denn hieß (daran sollte sie sich nach 14 Tagen aber auch wirklich erinnern können), deren Verspeisung innerhalb der Familie (auch Jean-Pierre Otto Mojo-Björn Frederic, 3 Jahre alt, war sichtlich begeistert und vergass dabei sogar seine Hyperaktivität, die auf Grund einer noch nicht durch die unfähige Grundschullehrerin entdeckten Hochbegabung entstanden ist, und die man nun mit Globoli wie Schüßlersalzen und mit Hilfe eines Osteopathen, der gleichzeitig auch noch ein spezieller indianischer Schamane ist, auflösen möchte) mit Bedachtsamkeit und notwendigen Respekt gegenüber dem geschlachteten Schwein (es lebte ja fortwährend glücklich; das beruhigt) aber im quasi-festlichem Rahmen mit Hochgenuss zelebriert wurde und auch noch so toll mundete?
Dass die Gutverdienenden soviel von ihrem erarbeiteten Mehrverdienst abgeben müssen, damit alle gleich sind?
So etwas ist Sozialromantik. Und á la longue bricht so ein Traumgerüst zusammen.
Das kann gar nicht anders sein. Was aber bleiben wird, sind die real erwirtschafteten Güter und Fähigkeiten ebenso wie die gut diversifizierten und hinsichtlich ihres Chance-Risiko-Profils auf die eigenen Präferenzen ausgewogenen Vermögenswerte, Absicherungen und Vorsorgen. Ebenso, wie das erworbene Wissen, das man niemanden wegnehmen kann.
P.S.: Mag der obere Teil ironisch sein, ist das gewollt. Aber nicht erfunden. Alles schon erlebt. 