Zitat
Original geschrieben von Bandit137
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Du bist ein Verfechter des freien Marktes ... (Dort) kann man von der Finanzwirtschaft nicht erwarten, dass sie sich die Grenzen selbst setzen ... sollen alles zum Wohle ihres Unternehmens tun ...
Wenn ... so definiert ... , dann muss der Staat für die notwendigen Grenzen sorgen. Und das (wurde) ... stark vernachlässigt.
Randnotiz: Neben Bush erwähne ich insbesondere die SPD in Deutschland (Grundmotto: 'Deregulierung und Liberalisierung'; vierte Finanzmarktförderungsgesetz - hier gerade die Befreiung der Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften von der Besteuerung; Förderung der Verbriefung von Krediten zu Wertpapieren durch Steuergeschenke, Senkung des Spitzensteuersatz; Erlauben von hoch-spekulativen Hedge-Fonds; EU-Beitritt Griechenlands trotzt gefälschter Daten).
Also Vernachlässigung. Auch völlige Zustimmung.
Jetzt wird wie wild und im Sinne eines Aktionismus unüberlegt reguliert und nachjustiert und über das eigentliche Ziel hinausgeschossen. So, dass die schlimmen großen Finger (systemrelevante risikofreudigen europäischen Banken und ihre Finanzierer) von damals davon kommen und die braven Institute der Finanzwirtschaft nun im Gegenzug für die schlimmen aufkommen müssen, auch wenn sie nicht als systemrelevant definiert werden und deshalb auch vom europäischen Haftungsverbund niemals in einer eigenen Notlage davon profitieren können. Geld müssen sie aber trotzdem einzahlen, damit die anderen enstpannt wieder zocken können. Auch die liebe Omi, die in ihrem herausfordernden Leben Verzicht/Konsumverzicht für eine Zukunftsvorsorge betrieb, finanziert das nun mit Geldentwertung durch negative Realzinsen mit. Diese staatlichen Eingriffe liefern somit in Gänze Fehlimpulse. Das hat mit einem starken Ordnungsrahmen nichts zu tun.
Ich denke, auch hier habe ich Deine Zustimmung.
Notwendige Grenzen ja. Ich bin auch der Meinung, dass man die Regeln für Zocker noch weiter verschärfen muss. Strittig ist für mich der Punkt, weshalb konservative Investoren und Anleger und die Allgemeinheit dafür haften, leiden etc. sollen. Was hat die Oma mit dem 100 TEUR Sparbuch mit einer portugiesischen oder griechischen Bank zu tun. An der Stelle hätte man mehr Banken hops gehen lassen sollen. Damit endlich kapiert wird, dass ein Risiko ein Risiko ist, und wenn es schlägt, das Geld weg ist. Wie sieht die Situation aber aus? Die Anleger verteilen ihre Gelder auf Problembanken, weil sie dort einen höheren Zins bekommen. Dabei haben sie die Gewissheit, dass Ihnen nichts passieren kann. Und die Problembank, dass irgendwer schon einspringen wird, wen das weiter spekulative Handeln erneut nicht aufgeht. Das ist eine Einladung zum Weiterzocken. Und wenn wir über solche staatlichen Eingriffe sprechen, dann hätte ich gerne darauf verzichten können.
Genauso wie die Aktionen der europäischen Zentralbank, die ja gerade entgegen ihrer Aufgaben beim Gelddrucken ja jetzt gerade erst so richtig Gas gibt. Alternativ hierzu hätte ich mir mehr Bankenpleiten in Europa gewünscht. Und natürlich einen besonders starken Ordnungsrahmen ohne Lücken bzw. Wenn und Aber, der klare und eindeutig Grenzen definiert, was geht und was unter keinen Umständen nicht. Wir betreiben jedoch leider eine Politik der Schmerz- und Symptombekämpfung, ohne die eigentlichen Ursachen bzw. die Grunderkrankung anzugehen bzw. zu lösen. Und das definiere ich nicht als DEN staatlichen Eingriff, der nötig ist. Nach meiner Definition gab es diesen notwendigen Eingriff nicht; er blieb zu Gunsten der pragmatischen Lösung, welche das Aufheulen der jeweiligen Lobbys besänftigt, aus.
Deswegen bin ich für scharfe Einschnitte (auch schmerzhafte Bankenpleiten riskanter Institute; der Risikofreudige muss es spüren, wie schmerzvoll sich Risiko anfühlt, wenn es schlägt) und für einen ebenso scharfen Ordnungsrahmen. Darin allerdings für einen freien Markt, der sich selbst reguliert und ggfs. sanktioniert.
Hier haben wir vermutlich einen gegenteilige Position.