ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von Bandit137
Du weißt doch ganz genau, dass hier Theorie und Praxis ziemlich weit auseinander gehen.
Ich bin grundsätzlich für die Leerverkäufe, jedoch spiegelt der Börsenkurs häufig eben nicht den Wert des Unternehmens bzw. Aktie wieder ( wie man den Wert definiert, führt hier sicher zu weit und soll auch nicht das Thema sein). Das Problem sind nicht die kleinen Händler und Privatleute, die etwas spekulieren.
Dir ist sicher bekannt, dass große Hedgefonds, Investmentbanken, usw. über genügend Kapital verfügen, um den Börsenkurs deutlich vom eigentlichen Wert zu entfernen. Für deren Gewinn reicht ein zeitweises Entfernen.
Bsp.: Eine Aktie ist mit 100 € fair bewertet. Wenn diese Aktie sowieso schon mäßige Nachrichten hervorgebracht hat, dann werden von den Hedgefonds vielleicht negative Gerüchte gestreut und dann in großem Stil verkauft. Ohne Gerüchte läuft es ja ähnlich.
Die Hoffnung ist, dass irgendwelche Verkaufsprogramme anspringen und ein größerer Anlegerkreis den Gerüchten Glauben schenkt. Bei vielleicht 75€ kaufen dann die Hedgefonds zurück und haben großartig verdient. Irgendwann erweisen sich die Gerüchte als falsch oder zumindest der Ausverkauf überzogen und die Aktie steht wieder bei 95-100 €.
Die Aktie stand aber wirklich einige Zeit außerhalb des fairen Wertes. Die Hedegfonds haben mit ihrer Marktmacht Gewinn gemacht und die kleineren Anleger haben den Verlust.
Auf der anderen Seite geht es natürlich genauso. In eine Aktie mit starkem Aufwärtstrend aber eigentlich schon (kurzfristig) überkauft, werden positive Gerüchte gestreute oder der Kauftrieb anders angetrieben. Springen dann Kaufprogramme oder andere Anlegergruppen in die Aktie rein, dann wird in diese Übertreibung hinein verkauft und Aktie steht bald wieder tiefer.
Ich will nur darauf hinaus, dass der Preis einer Aktie häufig nicht dem Wert entspricht.
VG
Wir sind etwa bei 99% Zustimmung. Ich teile weitestgehend Deine Position.
An einer Stelle füge ich etwas an:
Die Leerverkäufer wissen auch, dass andere den fairen Wert richtig bemessen können.
Das ist ja auch der Grund für plötzliche Short-Eindeckungen und irgendwo letztlich ja auch der Grund für jene für mich, die gegenläufige Meinung als besonderen 'Indikator' zu betrachten. Manchmal weicht es ab, aber bei 'deutlich' bin ich vorsichtiger.
Umgekehrt (hast ja auch geschrieben) kann man sehen, dass jetzt alle wieder vom Wunder-Iphone 6 träumen und das in den Kurs reinhauen, nur weil eine Einzelmeinung etwas von 60 Mio. Einheiten plapperte.
Bei so etwas versuche ich die Realitäten mal anders darzulegen, dass Nokia etwa in den letzten vier Wochen genauso gut lief wie Apple, Absatzzahlen iPhone hin oder her und das erst mit dem More-Value-für-die-Aktionäre-Gedanken Apples (die damit ja nach anfänglichem Zähneknirschen zentrale Einhorn- und Icahn-Forderungen erfüllten) der Kurs erst seitwärts und dann etwas stärker und dann mit dem IBM-Deal und der iP6-Erwartungsrally noch stärker nach oben lief.
Bei Nokia wurde von allen Seiten gehämmert. Brauchst Dich ja nur hier im Forum umzusehen, was da alles geschrieben wurde; letztlich ist es neben eigenen Gedanken ja immer auch eine Mischung von dem, was irgendwo gelesen wurde und auch an der Börse herumgeisterte. Da war die Firma auf einmal gar nichts mehr wert (nicht einmal die Patente), kurz vor der Pleite usw.. Da haben fast alle ihre Stücke auf den Markt geschmissen, bis die Aktie bei 1,25 EUR stand. Da muss man sich doch 'hallo?' sagen und dort was tun. Und da waren nicht nur Hedgefonds, die was streuten; es war eine kollektive Resignation.
Das mag provokativ wirken, ist aber nicht als solches gedacht. Ich versuche lediglich damit zu 'erden', da manchmal die Gäule hier oder im anderen Thread durchgehen und alles von der 'genialen' Produktseite Apples betrachtet wird. Aber das ist halt nicht alles im Leben einer Firma.
Der Kurs schwankt sehr häufig mal mehr oder weniger stark um die Realität, da es unterschiedliche Erwartungen gibt, die da gehandelt werden. ![]()