Ohne Icahn hätte es diese Entwicklung gar nicht gegeben. Er und nur jene seiner Zunft waren es, die für eine Kursphantasie seit dem letzten Tief sorgten. Dann kam lange Zeit nichts mehr. Erst IBM und das letzte Quartal sorgten für einen Lichtblick. Vorher wurden regelmäßig sämtliche Erwartungen des Marktes enttäuscht und Cook wurde bereits markant als CEO in Frage gestellt. Erst die Neuausrichtung Cooks hin zu den Investoren brachte eine Wende.
Ich frage mich an der Stelle, wie Du darauf kommst, meine damalige Problembeschreibung aus 11/2012 fortfolgend mit dem zurückliegenden 2. Quartal 2014 in Verbindung zu bringen?
Nach 11/2012 ging es für die Aktie auf Grund der Perspektivlosigkeit noch deutlicher und weiter nach unten. Der Kurs zog erstmals wieder nachhaltig nach einer Seitwärtsbewegung Ende April an.
Du tilgst mal wieder die Situation dazwischen, ungefähr 'nur' 18 Monate. ![]()
Icahn kam und brachte mit anderen deutlichen Druck in die Sache rein. Und dann erst hieß es:
- höhere Dividende, noch höhere Dividende
- deutliche Ausweitung des Rückkaufprogramms
- erstmals Emission von Apple Bonds
- der Aktien-Split
Das ist nicht anderes als ein kräftiges Zugeständnis an die Investoren, nachdem die Wachstumsraten zurückgingen und das Android-Lager Apples Marktanteil herunterdonnerte. Alle Operationen hatten einen einzigen Zweck: Massive Kurspflege. Und warum? Weil er sich negativ entwickelte und die Investoren nervös auf den Stühlen hin- und herrutschten, bis Icahn und Co. (George Soros, David Einhorn und andere waren da auch noch dabei, wenn auch nicht so publik) mal bei Cook durchklingelten und sagten: 'Tim, ich bin da jetzt mal rein und ich mache Dir sehr viel Ärger, wenn Du Dich nicht bald besser um uns Investoren kümmerst. Du bist doch eigentlich ein guter Junge als CEO, aber damit das so bleibt, würden wir es begrüßen, wenn Du ......'. Einhorns Nachricht und Icahns Twitter-Nachricht über den Einstieg markierten doch erst die Wende nach der negativen Kursentwicklung vorher.
Über die Kurspflegemaßnahmen und auf deren positive Auswirkungen habe ich mich im übrigen ebenso geäussert wie über die weiter angebrachte Skepsis, dass weiter echte Innovationen und Produkte fehlen, die über die Modellpflege hinausgehen (dieser Beweis steht übrigens noch aus; aktuell werden die hohen Erwartungen darauf im Kurs eingepreist, weil wir vor dem 09. September stehen; hoffen wir mal, dass sie sich auch erfüllen). Und das das nötig ist, zeigen rückläufige Entwicklungen bei iPod und iPad und die zunehmende Wettbewerbsintensitivität im Smartphonebereich, der auch noch in eine Marktsättigungsphase eingetreten ist. Die absoluten steigenden Absatzzahlen vernebeln regelmäßig die Tatsache, dass der Gesamtmarkt ja auch überproportional gewachsen ist. Noch, wohlgemerkt.
Vor Icahn sprachen wir (oder vielmehr ich) von Verwässerungseffekten von den Barreserven, welche die Gesamtrendite zunehmend belasten. Icahn und Co sorgen nun dafür, dass diese Situation deutlich verbessert wird.
Im übrigen ist das hier immer noch der der Nokia-Thread. Wenn Du weiter Apples schlechte Entwicklung von Ende 2012 bis Mitte 2014 schönreden möchtest, solltest Du das im Apple-Thread und dort im bekannten Thread machen.