Beiträge von derAL

    brand eins ist ein sehr gutes (konzentriertes) Wirtschaftsmagazin mit einem monatlichen Schwerpunktthema und entspannenden wie puristischen Layout, das aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet wird. Lese ich seit der Erstausgabe regelmäßig. Kann ich nur empfehlen, so nebenbei. ;) :top:

    Das war doch in vielen Branchen aber doch schon immer so.


    Wieviele Leute lassen sich in einer Bank bei der Baufinanzierung beraten (recht aufwendig), um dann bei Interhyp online günstiger einen Hypothekenkredit zu organisieren?


    Zeitfaktor ist ein gutes Argument, THWS. Meine Partnerin und ich arbeiten viel und lange. Unter der Woche haben wir keine Zeit, um Besorgungen zu machen. Alles konzentriert sich auf den Samstag.


    Die Packstation brachte in Verbindung mit Amazon die Erlösung. Klick - Klack und beim Nachhauseweg mal schnell eben die Bestellung aus dem gelben Kasten geholt. So weit, so gut.


    Realitität heute: Packstation voll, Paket in der Postfiliale (Abend lange Schlangen) oder in einer weiter entfernten Stadion. Also doch nach Hause schicken. Liebe Nachbarn haben wir, die für uns Pakete annehmen. Manchmal ist uns das peinlich, ständig wegen der Pakete (60-80) im Jahr zu klingeln, auch wenn wir immer zur Weihnachtszeit uns bei allen mit einem Präsent bedanken. Auch unsere Nachbarn (überwiegend Rentner) sind mal nicht da. DHL, Hermes, GPS, UPS. Paket hinterher telefonieren, abholen.


    Wo ist die Belastungsgrenze des Onlinehandels erreicht? Wenn er mehr Aufwand bringt, als der Offlinehandel. Reklamationen, mangelbehaftete Produkte, Rücksendungen, Ersatzsendungen, Paket hinterher laufen usw. usw. ...


    Wo ist der Mehrwert geblieben? Gibt es ihn überhaupt noch?


    Eine Offlinemöglichkeit, mit qualifiziertem Personal, einem Top-Service ohne Wenn und Aber würde ich als interessant empfinden. Qualifizierte Beratung mit Wunschtermin, gute Preise, guter und schneller Service im Problemfall. Das wäre mir etwas wert. Da liegt die Chance im Einzelhandel.
    Denn meine Zeit ist kostbar. Und ich will meinen wohlverdienten Feierabend und die wenige Zeit, die ich mit meiner Partnerin für Privates habe, sinnvoll nutzen. Nicht für Paketspielchen vergeuden.

    Beratertage zu speziellen Themen mit geschultem Personal und Sonderpreisen. An solchen Tagen haben die die Chance, viel abzusetzen und den 'Experten' oder geschulten Verkäufer und dessen Qualifizierung zu finanzieren. Man kann auch Experten Inhouse benennen, die zu zweit an einem Samstag oder bestimmten Tag ein Thema beraten und dafür (mit Assistenten für die Verkaufsabwicklung) abgestellt werden.


    Beratung hat einen Wert. Deswegen ist man früher in die Läden. Heute kennen sich die Angestellten nicht mehr aus. Geht mal in einen Schuhladen und fragt nach einem goodyear rahmengenähten Schuh. Da schauen Dich 9 von 10 doof an. Früher schaute Dich einer doof an; das war der Azubi, der gerade eine Woche da war; alle anderen wussten sofort, von was Du sprichst.


    Und genau das ist das Problem mit den sogenannten Fachmärkten oder -Läden. Da ist kein Fachpersonal mehr vorhanden. Weshalb dann dafür einen Aufpreis bezahlen? Die Fachleute machen heute Reviews auf YouTube oder in Blogs. Sie besetzen eine Lücke, die der Einzelhandel verursacht hat und bewegen die Leute unbewusst zu Onlinehändlern, die Preise (ohne Beratung) verlangen. Dafür bekommen die Blogger Werbeeinnahmen oder Abonnenten-Klick-Erträge. Im Grunde genommen Erträge, die der Offlinehandel gerne für die (in der Realität nicht mehr gute bzw. vorhandene) aber verargumentierte Beratung hätte. Ein Paradoxon.

    Ich denke, das kommt darauf an, Thomas.


    A -> ich will etwas direkt und ohne Beratung haben -> Onlinepreis plus ggfs. eine Sofort-Verfügbarkeitsprämie plus ggfs. eine 14tägige Rückgabeprämie
    B -> ich wünsche eine Beratung -die muss aber auch wirklich kompetent sein und nicht nur pille palle -> Offlinepreis plus ggfs. eine 14tägige Rückgabeprämie

    Zitat

    Original geschrieben von flatty
    ..., aber ich bin (und war in den letzten Jahren) sogar bereit, einen AUFPREIS (!) zu bezahlen, um bei Amazon, statt vor Ort zu kaufen.


    Diese Position habe ich auch lange Zeit vertreten. Bei Mobiltelefonen war ich sogar bereit, einen Spread bis zu 75 EUR zu akzeptieren. Mittlerweile bin ich an der Stelle etwas skeptischer geworden.


    fluxxr: Es freut mich, dass Du in letzter Zeit keine mangelbehafteten Produkte erhalten hast. In der Hinsicht hatte ich in der letzten Zeit gerade im Online-Handel eine (wirklich nervenaufreibende) Pechsträhne. Ich verhalte mich als gefühlt umsatzstarker Kunde fair. Gleiches darf ich aber auch vom Verkäufer erwarten. Manchmal gilt (allerdings leider) eben: 'Erfahrung' kommt von 'erfahren'. Und danach richtet man sich eben aus. Subjektiv empfunden, habe ich den Eindruck, dass sich die Qualität und die Bedingungen des Online-Handels in den letzten zwei Jahren verschlechtert hat. Ich verweise nur auf die neuen Versuche von Amazon (Plus-Produkte, Prime-Pünktlichkeit, Versender-Wirr-Warr, Presseberichte über Kontosperrungen mit Willkürs-Anschein). Auf der anderen Seite verprobt der Offline-Handel neue Konzepte, welche auch für Stamm-Online-Kunden interessant sein könnten. Online bestellt -> offline abgeholt. Online bestellt -> Offline zurückgegeben etc..