Zitat
Original geschrieben von Merlin (gekürzt)
Sex ist übrigens auch total veraltet ... 
... deshalb sinken wohl die Geburtenraten. 
Zitat
Original geschrieben von Bankhead
Die Smartphonebranche ist ein sehr junger, dynamischer und schnell wachsender Markt. Es gibt zurzeit kaum eine Branche, die spannender ist und sich schneller entwickelt.
Das ist meines Erachtens ein Irrglaube. Die Wachstumsraten in der Smartphonebranche entfalten sich eben nicht mehr so dynamisch wie in den letzten Jahren. Das erkennen auch die Investoren. Deshalb fordern sie jetzt schon Ersatz für Wachstum, z. B. in Form höherer Dividendenzahlungen. Apple denkt über höhere Dividenden nach, nachdem einige Großinvestoren gemotzt haben. Betrachtet man andere aus der gesamten Technologiebranche, fahren die auch schon zurück (Dell würde vom Aktienmarkt gerne ganz verschwinden) oder denken über neue Modelle nach, weil das Wachstum sinkt (Stichwort: Microsoft Abo-Modelle).
Schauen wir mal in den Welt-Teilmarkt Europa: Starke Lohnzuwächse in der Euro-Peripherie (die auch zum starken Wachstum in der Smartphonebranche beitrugen) haben deren interne Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Eurozone sinken lassen. Und selbst während der Krise gab es noch in den letzten drei Jahren starke Lohnzuwächse etwa in Italien und Frankreich (wo man sich schon wundern muss; Frankreich ist der heimliche nächste Krisenfall-Angstkandidat). Das wird zum Problem, weil dort die Löhne demnächst stark schrumpfen müssen, um langfristig nachhaltig Wachstum zu generieren, damit gerade die interne Wettbewerbsfähigkeit (im Vergleich zu Deutschland, dass in der letzten Dekade Lohnzurückhaltung übte, während die Peripherie einen großen Schluck aus der Lohnpulle nahm). Das wird das Wachstum aber zunächst abwürgen mit der Folge, dass der Konsum sinken wird. Fazit: Das Wachstum in Europa wird zurückgehen. Keine Basis für Konsumträume.
Schauen wir mal in den Teilmarkt China: Das hatten wir schon des Öfteren in diversen Threads. Man kann das Land einfach nicht nach dem Nationalstaatenprinzip, wie das viele Prognostiker leider häufig tun, sondern nur nach dem Regionalstaatenprinzip bewerten. Die Formel 'heute haben schon zwei von hundert Chinesen ein iPhone, morgen vier und übermorgen ...' ist leider zu naiv. Deswegen sind die Wachstumsprogosen dort regelmäßig überzogen, da ein Großteil der Bevölkerung sich wohl sehr lange kein Smartphone leisten kann. Daneben gibt es eine eklatante Blase im Immobilienmarkt, die (wenn auch inhaltlich nicht ganz deckungsgleich) an die Subrime-Krise in den USA erinnert. Auch diese Blase wird platzen und das Wachstum, das man auf Analystenseite nach wie vor mit rd. 7% p.a. prognostiziert, abrupt beenden. Zudem haben die Chinesen durch ihre Ein-Kind-Politik ein starkes Demographie-Problem, das beginnend ab 2015/16 erste Spuren in den Makrodaten zeichnen und sich mittel- bis langfristig immer stärker bemerkbar machen wird. Eine Überalterung der dortigen Gesellschaft dürfte kein Impulsgeber für einen stark und langfristig wachsenden Smartphonemarkt in China sein. Das haben die meisten China-Träumer leider nicht auf dem Plan.
Schauen wir nach USA: Schulden über Schulden, die größten auf der ganzen Welt und in der Geschichte der Menschheit. Ohne die Gelddruckmaschine der Fed wäre da schon längst Schluss. Gute Basis für nachhaltiges Wachstum. Und das Luftgeld wird -in welcher Form auch immer- irgendwann wieder abgeschöpft werden. Gute Wachstumsbedingungen also ...
Gesamtfazit: Die Rahmenbedingungen des Smartphonemarktes werden schwierig(er), als das viele derzeit einschätzen mögen bzw. erwarten.
Das beste Zitat, das mir in jüngster Zeit zum Kontext der Rahmenbedingungen gefallen hat:
'Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?' (28.2.2013; Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank)