Zitat
Original geschrieben von 1160
Naja, innere Werte sind eigentlich uninteressant. Wenn Du einen Currywurststand kaufst bezahlst Du auch nicht die Friteuse sondern die Kunden und zukünftigen Umsätze, die kommen werden. Oder auch nicht. Je nach Einschätzung der Lage ist der Preis dann gut oder schlecht. Hinterher ist man immer schlauer.
Wobei man auch nicht vergessen sollte, dass das keine innovative Wachstumsbranche ist, wir leben nicht mehr in den 90ern. Der Lolli ist gelutscht, bis zum Stiel.
Der innere Wert eines Unternehmens ist sehr wohl interessant, zumindest aus der Value-Perspektive heraus. Er dient (Value-/bzw. Langfrist-Investoren) zum Vergleich, ob ein Unternehmen fair, unter- oder überbewertet ist und ob es interessant ist, dort einzusteigen.
Nicht immer macht es Sinn, ausschließlich auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis abzustellen. Bei Turnaround-Strategien ohnehin nicht, da etwa das Erreichen einer schwarzen Null bei den Gewinnerwartungen in Bezug auf den Aktienkurs schnell zu unverschämt hohen KGV's führt, die oft falsch (wenn man nur darauf blickt und deshalb bei der Aktie eine falsche Überbewertung vermutet) interpretiert werden.
Beispiel: Aktienkurs aktuell z. B. Jahr 0 bei 20 EUR, dann Absturz auf 10 /erwarteter Gewinn/KGV
Jahr 0 Gewinn bei 2,00 = KGV 10 -> nach Ergebniseinbruch auf 1,00 KGV dann 20, Aktie bricht in Folge darauf auf 10 ein und stabilisiert sich dort - nehmen wir an, ein Boden bildet sich heraus
Jahr 1 Gewinn bei 1,00 = KGV 10
Jahr 2 Gewinn bei 0,01 = KGV 100 Aktie bleibt bei 10 oder fällt nur noch moderat, da Licht zum Ende des Tunnels in Sicht, die letzten Ergebnisrückgänge interessieren deshalb nicht mehr. Man sieht das oft am Markt; die letzen Hiobsbotschaften werden dann mit Kursanstiegen "belohnt"; es wird nun (positiv) nach Vorne geschaut
Jahr 3 Gewinn bei 0,80 = KGV 12,5 die Gewinne erholen sich
Jahr 4 Gewinn bei 1,80 = KGV 5,55 - Aktie unterbewertet
Würde man für das Jahr 2 nur auf das KGV schauen, dann wäre die Aktie im Sinne der Logik extrem überbewertet. Gleichwohl eine Fehlinterpretation für das Jahr 3 und 4.
Zudem kommt, dass in der Hysterie viele Analysten teilweise auch übertrieben ihre Gewinnschätzungen herunterschrauben, da sie nicht extrem von der Masse abweichen wollen. Das führt dann zu einer zusätzlichen KGV-Belastung.
Deswegen empfiehlt es sich nicht, nur auf die Gewinne schauen.
Jetzt aber BTT
Falls weiterer Diskussionsbedarf Beispiel, bitte PN
P.S.: Filetiert man Nokia und verkauft z. B. NAVTEQ oder ... an und x an und y an, dann kommt mehr raus, oder? Beim derzeitigen Internethype ohnehin. Und die Filetierer (Raider) könnten genau daran Interesse haben. Kauft Microsoft/Samsung oder wer auch immer Nokia, dann kann man das ziemlich lukrativ gestalten. z. B. Microsoft kauft Nokia für 16 Mrd, verkauft x an und y an und hat dann die Handysparte für lau ... (auch andere Konstellationen möglich) ... da steckt eine Menge Musik drinn, findest Du/Ihr nicht?