Beiträge von fahrsfahrwerkaus

    Die Konditionen stehen natürlich bei Hertz drin. Hast Du die Buchungsklasse? Dann einfach den Buchungsvorgang bei Hertz nochmal durchspielen.


    Anhaltspunkt: Mittlere Transporter liegen bei ca. 1 Euro pro km. Der Trick bei Hertz ist, eine One-Way-Miete zu buchen, da müssten unbegrenzte Kilometer dabei sein. Ist jetzt aber wohl zu spät.

    Stimmt. Ich finde das Konzept nicht schlecht, einen Ladegleichrichter bis ca. 32A Drehstrom im Auto zu haben (mehr wird es auf mittlere Sicht eh bei keinem werden), und wenns zügig gehen muss, dann direkt DC laden.


    Für Frank: So ein Stecker ist schnell gewechselt, wenn es mal einen neuen Standard gibt. Die technischen Probleme sind winzig im Vergleich zu den Motivations- und Geldproblemen (was in vielen Beziehungen das Selbe ist). So eine dreiphasige Verkabelung ist weltstandard seit hundert Jahren, das ist ruckzuck durch jeden Industrielektriker gemacht. Das wahre Problem sitzt im Kopf, besonders im deutschen Kopf, wo jeder Landvogt noch ein paar Cent haben will, weil auf seiner Parkbucht eine Ladestation gestellt wird. Dann noch ein paar Dutzend Energieversorger mit unterschiedlichen Bezahlstandards, dann die allumfassende Angst der Deutschen, mit Karte zu zahlen...ich könnte stundenlang so weiterschreiben. Wenn alle wollten, hätten wir vor fünfzehn Jahren schon ein ausreichendes Netz gehabt (Supermarkt, Parkhaus, Bahnhof, Rastplätze mit Gastronomie, Firmenparkplätze ab 100 Angestellte. Gesetz draus machen, Bumm, fertig).

    Das ist nur künstlich teuer. Einen dreiphasen-Gleichrichter mit irgendwas 22 kW kostet keine 20.000 Euro mit Fundament drunter und Häuschen drumrum.


    Aber natürlich ist es sinnvoll, den Gleichrichter nicht mit sich rumzufahren, sondern groß und ideal ausgelegt und gekühlt stationär zu halten. Aber es kostet natürlich wieder mehr in der Errichtung, was das Henne-Ei-Problem nicht verbessert.

    Die Ladeinfrastruktur selber ist nicht kompliziert, da die komplette Technik im Auto verbaut ist. Kompliziert wird es erst dann, wenn man Teile dieser Technik aus dem Fahrzeug herauslöst und sie in die Ladestation oder die Tankstelle verlagert. Nun klar?


    Und über geschickte Tarifierung ist es möglich, den Leistungsbedarf in einem Abschnitt der Infrastruktur (z.B. ein Wohngebiet, oder ein Parkhaus, oder ein Supermarkt) in Grenzen zu halten, in dem der Tankende einen Rabatt bekommt, wenn er nicht die volle Ladeleistung abverlangt. So beherrscht man dann auch die vermeintlichen 22kW x Anzahl Verkehrsteilnehmer bei 17:00 Uhr, wenn alle ihre Fahrzeuge einstecken.

    Wären wir nicht in Deutschland, wäre es ganz einfach. Beispiel: Selbst-Autowaschboxen in den USA. Reinfahren, Kreditkarte durchziehen, und solange Sprühen und Waschen und Tun, wie man möchte. Ist man fertig, drückt man Stopp und fährt weg. Der Betrag wird dann von der Kreditkarte abgebucht. (Und für alle, die jetzt schreien: Nach einer Minute Untätigkeit wird automatisch die Waschsitzung beendet).


    So könnte das bei allen Ladesystemen funktionieren, dann spart man sich das zweite und dritte Portemonnaie voll mit Ladekarten. Ganz krass ist hier im Landkreis eine Münzladestelle, wo ich glaub 50ct für eine kWh genommen wird. Ob man die nun aufläd oder nicht. Im Schema einer Parkuhr ist das Geld weg. Attraktiv ist das nicht und nur für totale Notfälle gerechtfertigt.

    Auf die Frage, warum es erstmal keine Tauschakkus oder Redox-flow-Systeme (Elektrolyttausch) geben wird:


    -Kernkompetenz und Know-How: derzeit ist die Zellentechnik, die Konfektionierung, die Kühlung, die Ladeüberwachung noch "Kernkompetenz" von Herstellern. Einen Fahrakku für einen PKW kann noch kein Zweit-, Dritt-, Vierthersteller in Indien/Bangladesh/Taka-Tuka-Land herstellen


    -Crashsicherheit: Das hohe Gewicht und die verhältnismässig hohe Dichte erfordern es, diesen kleinen, kompakten aber schweren Block irgendwo an einer Stelle im Fahrzeug unterzubringen, wo es einen Crash am besten übersteht. Da augenscheinlich alle Fahrzeuge ein bisschen anders aussehen, ist es nicht einfach, irgendwo einen Raum von "500x1000x200mm" vorzusehen, den dann alle Hersteller innerhalb einer Akkuklasse einzuhalten haben. Hier kommt wieder der Markenanspruch und Kernkompetenz ins Spiel. Ein BMW, der gerne einen sportlichen Zweisitzer in der Akkuklasse "mittlere Kapazität, flache Bauform, hohe Leistung" integrieren will, wird sich nicht von einem Windelbomber-Hersteller diktieren lassen, dass der Akku nun aber auch in einen Touran oder 3008 passen muss, weils von den Leistungsdaten ungefähr hinkommt.



    -Kühlung und Zellüberachung: Bereits beim Thema Kernkompetenz angesprochen, hier nun ausführlicher: Moderne und hochkapazitive Zellen wünschen sich, besonders genau unter definierten Bedingungen geladen und entladen zu werden, um ihre hohe Kapazität und Leistung lange zu erhalten. Deswegen wird sorgsam darauf geachtet, wie das Umgebungsklima im Akku ist und wie die Zellen beim Laden/Entladen überwacht werden. Diese Technik ist natürlich proprietär und kein Hersteller möchte das an eine generische Akkubude abgeben, die dann einen "fast-so-guten" Akku beim Akkuwechsel in das eigene Fahrzeug steckt.


    -Gewährleistung: Eng verknüpft mit vorigem Thema: In der Automobilindustrie geht es um sehr viel Geld, nicht nur, weil die Stückzahlen hoch sind, sondern weil Menschen gefährdet sind im Falle eines Produktdefektes. In Deutschland sind die Ansprüche lächerlich (Körperteile kosten vierstellig, Menschenleben knapp fünfstellig), aber in anderen Ländern kann das Faktor 100 höher sein.
    Jetzt muss man sich vorstellen, dass man eine Energiequelle mit erheblichem Inhalt, mit hoher Spannung, mit Kühl-, Heiz- und Überwachungsbedarf kreuz und quer tauschen möchte, über alle Hersteller hinweg, über alle Fertigungsstandards hinweg. Viele hunderte Male muss die Steckverbindung für Strom und Flüssigkeiten von Laien oder Robotern innerhalb von drei Minuten unter "Tankstellen-Vorhalle-Bedingungen" gesteckt werden. Dass da niemand mitspielen möchte, ist mir völlig klar. Mir ist auch kein Stecksystem bekannt, welches robust und sicher genug ist, bei fast beliebigen Verschmutzungszustand zuverlässig und flüssigkeitsdicht gesteckt werden zu können, mit einer Fehlerrate, die den Kunden zufriedenstellt (wer möchte schon bei jedem fünften Ladevorgang auf den Techniker warten, der dann den Tauschroboter begutachtet. Das Tankstellenpersonal wird dort nichts richten können und vorallem dürfen(!))

    Zitat

    Original geschrieben von Martin Reicher
    ...neu für 15.000 Euro angeboten (zzgl. Batteriemiete).


    Das ist der Knackpunkt. Diese Batteriemiete muss man in die Finanzierung/Leasing/laufende Kosten mit reinrechnen. Ich bin bei den 30k mal von einem einfachen Fahrzeug ausgegangen. Für mich ginge es erst ab Golf GTE/Audi A3 etron /BMW i3 los, kleiner und einfacher möchte ich nur noch in Krisensituationen fahren. Für mich ist Elektromobilität in erster Linie der Spass am Neuen, Technikverliebtheit usw. Der finanzielle Aspekt spielt kaum eine Rolle.

    Und insbesondere kommen die Kritiken von Leuten, die sowieso noch nie irgendein Fahrzeug in der Preisklasse der Elektroautos (also ab 30k Euro) gekauft haben. Solange diese Stammtischbesatzung also beim Kauf eines "neuen Autos" an einen dritte-Hand-Mondeo mit 120.000km und 6700 Euro denkt, muss man aus dieser Ecke auch keine positiven Kommentare erwarten. Verschärfend kommt noch die Werstabilität der Elektroautos (es geht ja praktisch nichts kaputt) bzw. die Frustration darüber hinzu, weil dann auch in fünf Jahren das E-Auto nicht von 30k auf 5k gefallen ist, wie bei Verbrennern üblich.