Auf die Frage, warum es erstmal keine Tauschakkus oder Redox-flow-Systeme (Elektrolyttausch) geben wird:
-Kernkompetenz und Know-How: derzeit ist die Zellentechnik, die Konfektionierung, die Kühlung, die Ladeüberwachung noch "Kernkompetenz" von Herstellern. Einen Fahrakku für einen PKW kann noch kein Zweit-, Dritt-, Vierthersteller in Indien/Bangladesh/Taka-Tuka-Land herstellen
-Crashsicherheit: Das hohe Gewicht und die verhältnismässig hohe Dichte erfordern es, diesen kleinen, kompakten aber schweren Block irgendwo an einer Stelle im Fahrzeug unterzubringen, wo es einen Crash am besten übersteht. Da augenscheinlich alle Fahrzeuge ein bisschen anders aussehen, ist es nicht einfach, irgendwo einen Raum von "500x1000x200mm" vorzusehen, den dann alle Hersteller innerhalb einer Akkuklasse einzuhalten haben. Hier kommt wieder der Markenanspruch und Kernkompetenz ins Spiel. Ein BMW, der gerne einen sportlichen Zweisitzer in der Akkuklasse "mittlere Kapazität, flache Bauform, hohe Leistung" integrieren will, wird sich nicht von einem Windelbomber-Hersteller diktieren lassen, dass der Akku nun aber auch in einen Touran oder 3008 passen muss, weils von den Leistungsdaten ungefähr hinkommt.
-Kühlung und Zellüberachung: Bereits beim Thema Kernkompetenz angesprochen, hier nun ausführlicher: Moderne und hochkapazitive Zellen wünschen sich, besonders genau unter definierten Bedingungen geladen und entladen zu werden, um ihre hohe Kapazität und Leistung lange zu erhalten. Deswegen wird sorgsam darauf geachtet, wie das Umgebungsklima im Akku ist und wie die Zellen beim Laden/Entladen überwacht werden. Diese Technik ist natürlich proprietär und kein Hersteller möchte das an eine generische Akkubude abgeben, die dann einen "fast-so-guten" Akku beim Akkuwechsel in das eigene Fahrzeug steckt.
-Gewährleistung: Eng verknüpft mit vorigem Thema: In der Automobilindustrie geht es um sehr viel Geld, nicht nur, weil die Stückzahlen hoch sind, sondern weil Menschen gefährdet sind im Falle eines Produktdefektes. In Deutschland sind die Ansprüche lächerlich (Körperteile kosten vierstellig, Menschenleben knapp fünfstellig), aber in anderen Ländern kann das Faktor 100 höher sein.
Jetzt muss man sich vorstellen, dass man eine Energiequelle mit erheblichem Inhalt, mit hoher Spannung, mit Kühl-, Heiz- und Überwachungsbedarf kreuz und quer tauschen möchte, über alle Hersteller hinweg, über alle Fertigungsstandards hinweg. Viele hunderte Male muss die Steckverbindung für Strom und Flüssigkeiten von Laien oder Robotern innerhalb von drei Minuten unter "Tankstellen-Vorhalle-Bedingungen" gesteckt werden. Dass da niemand mitspielen möchte, ist mir völlig klar. Mir ist auch kein Stecksystem bekannt, welches robust und sicher genug ist, bei fast beliebigen Verschmutzungszustand zuverlässig und flüssigkeitsdicht gesteckt werden zu können, mit einer Fehlerrate, die den Kunden zufriedenstellt (wer möchte schon bei jedem fünften Ladevorgang auf den Techniker warten, der dann den Tauschroboter begutachtet. Das Tankstellenpersonal wird dort nichts richten können und vorallem dürfen(!))