o2-Übernahme: Kommt Quam wieder?
Die spanische Telefónica hatte vergangenen Montag ein Übernahmeangebot an den britischen Mobilfunkkonzern o2 gerichtet (wir berichteten). Da o2 weiter offen für andere Angebote ist, wurde auch über eine Offerte der Deutschen Telekom spekuliert. Der deutsche Ex-Monopolist hat jetzt aber abgesagt. Unterdessen wird sogar eine Rückkehr von Quam nicht mehr ausgeschlossen.
Zu teuer
Ein Sprecher der Telekom teilte mit, dass man nicht für o2 mitbieten wolle. Branchenkenner gehen davon aus, dass das Übernahmeangebot in Höhe von etwa 26 Milliarden Euro schlicht zu teuer für die Telekom ist. Die Börse nahm die Ablehnung der Telekom positiv auf, die T-Aktie liegt derzeit mit etwa 2,4 Prozent im Plus. Als weiterer Kandidat für ein Übernahmeangebot wird derzeit noch die französische France Telecom gehandelt.
Presseberichten zufolge spekulieren Brancheninsider auch über eine Rückkehr der Marke Quam auf den deutschen Mobilfunkmarkt. Telefónica könne Quam noch in diesem Jahr als virtuellen UMTS-Netzbetreiber starten. Die Telefónica hatte im Jahr 2000 versucht, Quam zunächst als virtuellen Netzbetreiber zu etablieren. Damals wurde das Netz von E-Plus genutzt. Später sollte Quam durch die eigene UMTS-Lizenz ein eigenes Netz aufbauen. Eine Bedingung der UMTS-Lizenz war, dass bis Ende dieses Jahres 50 Prozent der Bevölkerung mit UMTS-Diensten versorgt werden sollten.
Kommt Quam zurück?
Nachdem aber Quam sein aktives Geschäft eingestellt hatte und das Erreichen der Netzabdeckung als unwahrscheinlich galt, forderte die Bundesnetzagentur (damals RegTP) die UMTS-Lizenz zurück. Derzeit läuft noch ein Rechtsstreit in der Sache. Die Telefónica könnte nun einen weiteren Versuch unternehmen und das o2-Netz für Quam nutzen. Damit wären die Netzabdeckungs-Forderungen erfüllt und die Telefónica hätte eine deutlich bessere Ausgangslage in der juristischen Auseinandersetzung um die Rückgabe der UMTS-Lizenz.