ZitatOriginal geschrieben von D-Love
Neben den finanziellen Gründen hat das auch sportliche.
Und warum liefen die ganzen Stars plötzlich alle in die englische Liga? Die war Ende der 80er auch mausetot, bis dann wieder Geld reingepumpt wurde und sie heute eine der attraktivsten der Welt ist - das ist ein einfacher Kreislauf und da es sich um einen Profisport handelt, spielt das Geld eine entscheidende Rolle, das ist doch nun wirklich keine neue oder überraschende Erkenntnis, insofern sind Formulierungen wie "niemals würde" fehl am Platze, die Geschichte ist dynamisch und entwickelt sich ständig neu. Im Moment haben wir nicht die Voraussetzungen, Weltstars in die Liga zu holen, in zehn Jahren kann das schon wieder ganz anders aussehen. Wo stand denn Chelsea vor Abramowitsch und was haben sie in den wenigen Jahren geschafft? Und das soll nicht am Geld liegen? Von den Investitionen profitiert nun wieder die ganze englische Liga durch die erhöhte Attraktivität und so dreht sich das Rad weiter.
Daß unsere Liga nicht den Stellenwert hat, liegt nunmal an den fehlenden Stars und die Stars kommen nicht, weil die Kohle nicht stimmt. So unattraktiv ist die Liga ansonsten ja nun auch wieder nicht (neue und ausverkaufte Stadien, Gehalt kommt regelmäßig usw.) und wenn das Geld da wäre, wäre bald auch der erste richtige Star da, dann kommt der zweite und dann der dritte. So lief es in den anderen Ligen auch, die waren auch nicht mit ihrer Gründung per se attraktiver für Weltstars.
Dazu kommt, daß die Berater nur bei einem Wechsel richtig Geld verdienen und damit ein Interesse daran haben, daß der Spieler dorthin wechselt, wo das Gesamtpaket aus Gehalt, Prämien, Handgeld und dem Handel mit Persönlichkeitsrechten und Co. stimmt und dabei der sportliche Erfolg (und damit die mittel- und langfristige Verwertbarkeit) gesichert ist. Nach Dubai würde man einen 23jährigen daher im Moment eher nicht verfrachten, weil er danach nicht mehr verwertbar wäre.
Daß die Bundesliga international nicht wahrgenommen wird, stimmt nicht - Bayern macht im Ausland mit Merchandisingartikeln Millionen (die Schatzkammer der Bayern ist daher nicht nur eine vermeintliche, das zeigt der Blick in die Geschäftszahlen. Nur ist die bei Bayern im Gegensatz zu Chelsea eben erschöpflich und endlich, wenn man also 70 Millionen ausgibt, sind die weg), die DFL hat ihre Rechte bis nach Asien verkauft usw. - daß der VfB Stuttgart in Hanoi keinen interessiert, mag sein, aber wen interessiert dort der FC Sevilla, Charlton Athletic oder Udinese? Auch keinen, interessant sind natürlich nur die Spitzenteams (und keinesfalls die Liga an sich) und davon haben wir leider nicht allzuviele. In Damaskus habe ich jedenfalls mehr als ein Bayern-Poster gesehen und Kahn und Ballack waren bekannt - Hinkel allerdings nicht, das gebe ich zu. ![]()
Die Formulierung, daß es alleine am Geld liegt, war natürlich überspitzt, das schrieb ich ja. Es geht um ein Gesamtpaket, aber bei dem spielt das Geld eine ganz entscheidende Rolle und das ist in der Bundesliga nicht in dem Maß vorhanden, wie in anderen Ligen, aber auch das ist ein Kreislauf. Wir haben z.B. durch unser Verteilungssystem zwar eine einigermaßen ausgeglichene Liga, dafür können unsere Spitzenteams im Schnitt international nicht mithalten --> weniger Geld --> weniger Stars --> weniger Erfolg --> weniger Geld usw. usf. - allerdings kann das "System Chelsea" bei dem überschaubaren sportlichen Erfolg (letztes Jahr 1/4-Finale CL, dieses Jahr erste K.O.-Runde) und der Horrorbilanz mit einem Minus > 200 Millionen Euro auch nicht auf Dauer gut gehen.