RTL schaust du sicher auch nie und Zeitschriften von Gruner + Jahr kennst du nur vom Hörensagen? ![]()
Beiträge von andi2511
-
-
Zitat
Original geschrieben von Printus
Vor allem macht es auch moralisch einen riesigen Unterschied ob man 25 ist, stolz auf die erste eigene Bude, in der Stadt das Studentenleben genießend, jeden 2. Abend mit den Komillitonninen auf Achse, eine akademische Zukunft vor sich, normalerweise zwar auch nur ~345 EUR in der Tasche aber immer Papas Brieftasche als Rückfallsystem und hin und wieder bekommt man mal ein Scheinchen von der Oma zugesteckt - oder ob man 45 Jahre alt ist, seit 10 Jahren arbeits- und damit nutzlos, keinerlei Perspektive auf einen Job oder Besserung, eine Sozial"wohnung" (besser: -zimmer) in einer miesen Gegend, nach Ansicht vieler ein Versager und Anderen-auf-der-Tasche-Lieger und privat ist die Beziehung zerbrochen weil man eben komplett auf "Looser" gebucht ist.Selbstverständlich ist das ein großer (psychologischer) Unterschied. Es ist ja auch ein Unterschied, ob ich von der abgebrochenen Lehre direkt in die Sozialhilfe rutsche oder ob ich dreissig Jahre in die Systeme einbezahlt habe und dann arbeitslos werde und keine Chance mehr habe.
Aber du sprichst es ja an: im Kern geht es nicht darum, ob derjenige nun 345,- oder 400,- bekommt - beides reicht zur Unterhaltssicherung; sondern es geht darum, daß es nicht normal sein darf, von solchen Summen leben zu müssen und es darf nicht normal sein, dauerhaft von staatlicher Unterstützung zu leben - und das ist die Tendenz. "Sich einrichten und arrangieren" bezog sich daher ausdrücklich auf die Gesellschaft und die Politik, die es zunehmend akzeptiert, daß immer mehr Menschen am Rand leben.
Ich teile deine Analyse hinsichtlich Ursachen und Wirkungen nicht in jeder Hinsicht, aber im Grundsatz sind wir nicht so weit auseinander:
ZitatDie Bemühungen sollten also - und da sind wir uns sicher einig - viel eher in eine andere Richtung gehen und die Ursachen bekämpfen, davon haben alle mehr und die Sicherungssysteme würden wieder den Status erhalten, der für sie angedacht war;
aus meinem obigen Posting. Im Klartext (für pallmall): nicht an den Symptomen herumdoktern (z.B. ALG2 erhöhen), sondern untersuchen, warum die Situation hinsichtlich Integration, Bildungschancen, Langzeitarbeitslosigkeit etc. ist wie sie ist und dann die Ursachen für diese soziale und gesellschaftliche Schieflage ausmerzen. Und das gar nichtmal (nur) aus reinem Gutmenschentum, sondern weil es schlichtweg anders nicht geht und sich der Sozialstaat so nicht weiter finanzieren lässt.
-
Sorry, aber auf so einen Scheiß antworte ich nicht mehr, zumal es mit dem Threadthema nichts mehr zu tun hat.
Dein Weltbild hast du ja auch schon in anderen Threads ausgebreitet und es soll dir unbenommen bleiben, aber auf diesen polemischen und persönlich angreifenden Unsinn gehe ich nicht ein.
Davon abgesehen scheinst du wesentliche Aussagen meines Postings gar nicht verstanden zu haben oder du interpretierst sie vorsätzlich falsch.
ZitatDir gehts unterbewusst nur darum, Menschen zu demütigen und dich selber dadurch zu erheben. Das erkennst du nur nicht, weil du die eigenen Worte nicht durchdenken kannst oder willst.
Danke, daß du mir auf die Sprünge hilfst, aber jetzt wo du es sagst.

-
Zitat
Original geschrieben von Printus
[...] weil es im Gegensatz zur bundesdeutschen Vergangenheit auch in D immer mehr Menschen gibt, die keinerlei Perspektive haben einfach nur ein sorgenfreies Leben führen zu können und Chancengleichheit zu haben.Und das verbessert man, in dem man die Transferleistungen erhöht?
Schau dir doch mal die Jugendarbeitslosigkeit etwas genauer an, wieviele der dort erfassten haben nicht einmal einen Schulabschluß und sind damit per se erstmal aussen vor - dem liegen auch staatliches Versagen in der Integration und der Bildung zugrunde, aber kann man wirklich den Einzelnen immer so billig aus der Verantwortung entlassen? Ich finde nicht.
Und auch der Zusammenhang zwischen Armut und Bildungschancen besteht nicht in der Kausalität wie von dir beschrieben, sondern vor allem in einer traditionellen Bildungsferne der betroffenen Haushalte. Auch wenn es klischeehaft ist, aber wenn die Muddi kein Deutsch kann und es kein Bewußtsein für Bildung gibt, dann wird der Sohn auch idR kein Rechtsanwalt in Deutschland werden können - das hat erstmal mit Geld nicht so viel zu tun, sondern mit den vermittelten Werten und den Prioritäten in der Familie. Diesbezüglich muß man woanders ansetzen als bei den Regelsätzen für Hartz4.
Theoretisch gibt es für jeden die gleiche Bildungschance - Schulbildung ist kostenlos, es gibt Bafög etc. Stellt sich also die Frage, warum sich das praktisch anders darstellt und wo man ansetzt. In den USA übrigens, dem Land mit Studiengebühren und stärkerem sozialen Gefälle ist die Durchlässigkeit höher, das widerspricht deiner These zusätzlich.
Das Problem bei dem ALG2 ist ja auch nicht der Satz von 345,- plus Miete - davon kann man leben, ich habe auch nicht mehr. Man muß das nicht erhöhen, denn wenn man das täte, dann würde man sich damit arrangieren und sich damit einrichten, daß eine wachsende Zahl ihr Einkommen dauerhaft aus Transferleistungen bezieht, die - Sozialstaat hin oder her - ja auch irgendwer erwirtschaften muß. Die Bemühungen sollten also - und da sind wir uns sicher einig - viel eher in eine andere Richtung gehen und die Ursachen bekämpfen, davon haben alle mehr und die Sicherungssysteme würden wieder den Status erhalten, der für sie angedacht war; denn daß Sozialhilfe schon länger als eine normale Einkommensquelle gesehen wird und immer mehr auch von Menschen in Anspruch genommen wird, die nie in die Versicherungen einbezahlt haben, war sicher nicht im Sinne des Erfinders und ist auch dauerhaft nicht zu bezahlen und alle schönen Ideen der Sozialstaatlichkeit nützen nichts, wenn man sie nicht finanzieren kann.
Und wie kriegen wir jetzt wieder die Kurve zur MwSt.?

-
Du kannst Deutschland und Frankreich schlichtweg nicht vergleichen. Frankreich hat eine viel (!) höhere Jugendarbeitslosigkeit, einen ausgeprägteren Alltagsrassismus gegenüber den Maghrebiens, eine sehr viel ausgeprägtere Verslumung bei der ganz anderen Struktur der französischen Groß- und Trabantenstädte bis hin in die Architekur und Städteplanung, Frankreich hat kein Ausbildungssystem mit Lehrlingsausbildung und Berufsschulen wie wir usw. usf. - man würde Äpfel mit Birnen vergleichen, wenn man nun aus der Situation in Frankreich auf Deutschland schliessen würde.
Aber darum geht es hier in diesem Thread nicht. Ich bleibe dabei: es ist völlig übertrieben, wie du eine Wohlstandsgesellschaft fast schon an den Rand eines Bürgerkrieges und in die Nähe eines Dritte-Welt-Landes schreibst.
-
Zitat
Original geschrieben von chico
Mein ansonsten lebhafter Optimismus is' weg...
Jau. Ich habe die Schweizer aus einer Art "Regionalpatriotismus" heraus die letzten Spiele oft gesehen und sie waren eigentlich immer sehr kompakt und auch nervenstark - ich glaube nicht, daß die Türken das noch umbiegen können.
Einerseits wäre das natürlich sehr schade, wenn die Türken ausgerechnet bei der WM in Deutschland nicht dabei sein könnten - andererseits würde ich mich aus dem genannten Grund auch sehr für die Schweizer freuen.
-
Zitat
Original geschrieben von pallmall
Das Tragische ist für mich, daß eine solch lebensunwerte Situation in diesem Land eigentlich sonst nur vor, während oder nach Kriegen bestand. Aber wir haben derzeit keinen Krieg...Also Entschuldigung, aber jetzt komm(t) mal wieder herunter. Diese maßlosen Übertreibungen entsprechen den Realitäten in keinster Weise und sind schlichtweg lächerlich.
Wir leben nach wie vor in einer hochindustrialisierten Wohlstandsgesellschaft, welche sich unter erschwerten globalen Bedingungen behaupten muß und dabei nationale Probleme zu bewältigen hat, die zu einem großen Teil auch von einer der größten volkswirtschaftlichen Anstrengungen rühren, die ein Land in der Geschichte erlebte, nämlich eine unproduktive und marode andere Volkswirtschaft zu schlucken.
Wir haben demographische und strukturelle Probleme in Deutschland; aufgrund der vorherrschenden Machtstrukturen und Verflechtungen lassen sich diese nicht in zwei Jahren auflösen und lustig wird dieser Kurs für die meisten auch nicht und vielleicht müssen wir uns von einigem verabschieden, was bisher selbstverständlich war - aber die skizzierten Szenarien sind unsinnig und albern.
-
"Hung Up" hat die Grundmelodie von Abba "Gimme Gimme Gimme" ...
"Jenseits von Eden" gibt es noch als "Guardian Angel" von Masquerade, aber ich glaube, daß das eine Coverversion von Nino de Angelo ist und nicht umgekehrt.
-
Zitat
Original geschrieben von Martyn
... aber da gibt es noch viel schlimmere Pläne, z.B. das Kindergeld nur noch bis 25 möglich ist.Wo hast du das denn schon wieder her? Im Koalitionsvertrag steht dazu kein Wort.
-
BTW: wie gefällt euch denn das neue Trikot? Mir gefallen die Rückennummern ganz gut, aber irgendetwas "pfiffigeres" für dieses Ereignis im eigenen Land hätte ich von Adidas schon erwartet.

Davon abgesehen finde ich es etwas schade, daß sich die Trikots nur noch in der Farbkombination unterscheiden und kaum mehr im Design.
Edit: da muß ich mich etwas korrigieren, das spanische Trikot bspw. hat ein anderes Design als das DFB-Trikot.