ZitatOriginal geschrieben von D-Love
Andere Länder zeigen doch, dass eben nicht die staatlich üppigste Subventionierung an Familien das wirkungsvollste Mittel zum Erhöhen der Geburtenrate sind ...
Neue Untersuchungen zeigen sogar, daß es gar keine messbare Korrelation zwischen Subvention und der Entscheidung für oder gegen Kinder gibt, sondern daß das allgemeine Klima inkl. der Betreuungsmöglichkeiten neben der persönlichen Situation darüber entscheidet. Solange das Klima in der Arbeitswelt so kinderfeindlich ist und die Betreuungsmöglichkeiten nicht flächendeckend ausgebaut sind, solange wird sich auch nicht entscheidend etwas ändern
Es wäre viel zielführender, bspw. das Kindergeld um zehn Euro zu kürzen und mit den gesparen Mitteln umfangreiche Betreuungsangebote aufzubauen und zwar inkl. (sozial-) pädagogisch geschulter Erzieher, die dann auch z.B. sprachliche Defizite bereits im Kindesalter korrigieren könnten usw.
In Frankreich können Eltern ihre Kinder bereits sehr früh am morgen in solche Stätten geben, dann gehen sie (also die Kinder
) in die Schule, anschliessend gibt es betreute Hausaufgabenhilfe und andere Angebote.
Gerade bei uns ist die Durchlässigkeit so gering, daß Kinder aus sozial schwachen Familien kaum eine Chance haben und die Weichen dafür werden ja im Kindesalter gelegt. Man hört ja auch immer die Sprüche, daß es ja genug Kinder gebe, nur daß die falschen Leute sie bekämen. Das ist aus soziologischer und politologischer Sicht nicht richtig, denn Gesellschaften sind dann dynamisch, wenn sie durchlässig sind, insofern ist es in dem Moment kein Problem, daß sozial schwache Familien überproportional an der Geburtenrate beteiligt sind, in dem diesen Kinder dann umfangreiche Betreuung zuteil wird und sie realistische Chancen haben, durch Schulbildung einen sozialen Aufstieg zu erreichen und ich bin mir sehr sicher, daß die im Kindes- und Vorschulalter angelegten Strukturen geeignet sind, sehr effektiv auch der Integrationspolitik zuzuarbeiten usw.
Nichtsdestotrotz ist die neue Regelung schon ein relativ krasser Paradigmenwechsel. Meine beste Freundin hat gerade vor 13 Tagen ein Kind bekommen und als Studentin kann sie nun 24 Monate lang 300,- Erziehungsgeld bekommen. Wäre das Kind 2007 geboren, würde sie exakt noch die Hälfte dessen bekommen, was sie nun erhält und das ist für einkommensschwächere Eltern natürlich ein fühlbarer Unterschied.