Da ist der <schnipp> wohl etwas verunglückt, es fing nämlich damit an, dass ich sagte: Ich glaube nicht, dass 50 € ein Problem sind... 
An sich ist es aber sinnvoll, das Thema aus dem Thread über den Koalitionsvertrag rauszuholen, zumindest dann, wenn Interesse an dem Thema besteht.
andreasf: Das Geld muss direkt den Unis zugute kommen, da stimme ich dir zu. Durch ein Einfließen in die Landes- oder gar Bundeskasse versickert nur ein guter Teil in ominösen Steuerlöchern, und der Rest wird in der Verwaltung aufgerieben.
Mir geht es bei den Gebühren hauptsächlich um folgenden Aspekt: Ich möchte als Student gewisse Leistungen von den Profs. und der Uni als ganzes verlangen können. Das kann ich am besten, wenn ich dafür bezahle, ist nun mal so. Im Moment kommt man sich häufig doch eher als Bittsteller und eher störend vor. "Kann ich mal den Prof. xy sprechen?" "Rufen sie mal in zwei Wochen wieder an, dann gebe ich Ihnen einen Termin" (oder auch nicht). Das ist jetzt ein krasses Beispiel, und zum Glück gibt es viele persönlich engagierte Angestellte und Profs. in der Uni. Aber das zitierte Beispiel ist mir selbst mehrmals passiert! Und: Bisher ruhen sich viele auf dem Rücken der engagierten Leute aus. Hier in Münster hat sich schon vieles bewegt, aber längst noch nicht genug. In einer Übung für Fortgeschrittene zu sitzen, an der etwa 300 Leute teilnehmen, ist indiskutabel. Bei einer reinen Vorlesung kann man das ja noch akzeptieren.
Bevor ich in Amsterdam war habe ich es nicht für möglich gehalten, in Gruppen von max. 50, eher 15-40 Studenten Kurse zu belegen, die von Koryphäen auf den entsprehenden Gebieten gehalten wurden: In meinem Studiengang, Jura, Vorsitzende der höchsten Gerichte, Generalstaatsanwälte, Vertreter von großen Kanzleien wie CliffordChance, PricewaterhouseCoopers etc. Alles Leute, die neben ihrem Job, quasi in Teilzeit, Vorlesungen halten, bezahlt! Von wem kann man besser lernen, als von wirklich erfolgreichen Leuten in diesen Berufen? Bezahlt wird das zumindest teilweise von den Studiengebühren. Gut es ist illusorisch zu glauben, Studis könnten den kompletten Unibetrieb finanzieren, aber ein gewisses Bewußstein für eine Leistung auch Geld zu bezahlen könnte viel für die Motivation von Profs. und von Studenten bewirken.
Zu den Langzeitstudis: Da hält sich mein Verständnis allerdings in gewissen Grenzen. In der Regel sollte es doch nicht zu viel verlangt sein, in 12 Semestern sein Studium abzuschließen, oder? Zudem werden einfach Kapazitäten 'verstopft' dadurch. Härtefälle bekommen auch jetzt schon in BaWü z.B. Verlängerung z.B. Befreiung von Gebühren über die normale Zeit hinaus.