Beiträge von Printus

    Weil Siemens management-mäßig perfekt vor die Wand gefahren wurde! Die Chefetage hat es nicht verstanden konkurrenzfähige Produkte entwickeln zu lassen, deswegen haben die Leute die Handys nicht mehr gekauft.


    Nokia, Motorola, selbst Anbieter, die "kleiner" sind, haben es geschafft am Markt zu bestehen und es haben sich sogar weitere Anbieter auf dem Markt etabliert, ich denke z. B. an Samsung oder LG. Die spielten vor ein paar Jahren noch keine große Rolle während sie jetzt nicht mehr wegzudenken sind.


    Die Leute wollen bestimmt ausgereifte Geräte, niemand will sich mit Bugs herumschlagen. Nur: da ALLE Anbieter denselben Schrott anbieten und keiner als Alleinstellungsmerkmal Qualität UND zeitgemäße Funktionen bietet tun sie sich alle nix. Es sticht eben keiner aus der Masse der Schrott-Anbieter heraus.


    Aber Du wirst hier im Forum viele Leute hören, die nach wie vor von der Qualität eines Siemens S25, Nokia 6310 oder Ericsson T39m mit Magnesiumrahmen, wie damals bei Ericsson üblich, schwärmen.


    Es läuft doch eher so ab dass die Industrie Bedürfnisse schürt um sie dann zu befriedigen. Also es wird Werbung für bestimmte Funktionen gemacht, und dann wollen die Menschen das natürlich haben. Würde man unausgereifte Dinge erst gar nicht anpreisen würde sich auch niemand wünschen solche Funktionen zu haben, weil er wüßte ja gar nicht dass es sie gibt.


    Die Leute kaufen was angeboten wird. Es ist immer die Industrie, die hier die Vorgaben macht, nicht die Nutzer. Die reagieren nur... klar wollen die dann den neuesten Schnickschnack haben, aber doch nur weil man vorher mit der Anpreisung irgendwelcher Ausstattungen Begehrlichkeiten geweckt hat.

    Aber dann steht der zu Informierende nicht im Telefonbuch, nach Heirat hat sich der Name verändert oder man hat irgendeinen Verwandten dran, der zu unfähig ist in dieser Situation weiterzuhelfen... Außerdem kann es auch sein dass man eben nicht möchte dass primär die labile Mama, der gestreßte Papa oder die Freundin in der Risikoschwangerschaft angerufen werden, vielleicht möchte man "in case of emergency" zunächst andere Personen informiert wissen?


    In dem Wikipedia-Artikel steht dass man die wichtigen Telefonnummern "in the following format 1ICE-mum, 2ICE-dad, 3ICE etc." eintragen soll. Wenn man diesen Thread gelesen hat weiß man doch Bescheid und ich sehe bei diesem Format auch kein Verwechslungsgefahren...


    Ich finde die Idee gut und das sollte so, wie es angefangen wurde, weitergemacht werden. Wenn jetzt jeder andere Abkürzungen bringt löst sich der Sinn der ganzen Sache auf, dann kann man es gleich lassen.

    Wobei "das Merkel" dem Treiben wohl inzwischen ein Ende setzt indem sie dem Polen kragenplatzenderweise gesagt hat dass es auch ohne sie geht. Finde ich eine sehr gute Reaktion auf dieses polnische Kaspertheater. Die können nicht die gesamte EU veralbern und alle machen gute Miene zum bösen Spiel. Ihnen jetzt eine Grenze zu setzen: :top:

    Ich finde die Idee super und halte nix von "IN" weil das selbst mir als Deutschem nichts sagen würde. Wenn ich das morgen früh in einem Handy lese erinnere ich mich vielleicht dran, aber in 2 Wochen schon nicht mehr.


    ICE oder meinetwegen auch SOS sind schon OK. Es ist auch kein Argument dass es hier oder in GB auch andere Bedeutungen für die Abkürzung gibt - man wird NIE ein Kürzel finden, das nicht irgendwo irgendwie belegt ist. Jedem mittelmäßig intelligenten Menschen ist aber doch klar dass ein Eintrag ICE im Handy wohl kaum bedeuten wird dass man irgendeinen Zug der Bahn anrufen wird.


    Es kommt eigentlich nur darauf an ein Kürzel zu definieren, das dann weltweit einheitlich gilt. Und ICE ist englisch, also schon mal prinzipiell in der richtigen Sprache, und "in case of emergency" ist auch eine logische, unmißverständliche Aussage - insofern in meinen Augen das richtige und sinnvollste Kürzel.

    Aber dahinter steckt dieser völlig überflüssige "Spar-Wahn" vieler Firmen. Jeder Kunde wäre bereit bei der Anschaffung 10, 20 EUR mehr auszugeben wenn er dafür die Gewissheit hätte dass Artikel, die auf den Markt kommen, wirklich ausgereift sind und im Falle eines - dann viel unwahrscheinlicheren, aber dennoch selten möglichen - Defektes eine sehr kulante und schnelle Lösung für den Kunden gefunden wird.


    Im Augenblick sind Kunden, die etwas reklamieren, nur extrem lästige Plagegeister, die mit allen Mitteln abgewimmelt werden. Warum????? Es bleiben doch weiter Kunden, die man halten möchte!
    Blöderweise machen global alle mit, insofern schadet es keinem einzelnen Unternehmen dass solch ein grottenschlechter "Service" (das Wort geht mir in dem Zusammenhang schwer von der Zunge, äh in die Tastatur...) geboten wird.

    In einer repräsentativen Forsa-Umfrage von vorgestern zeigte sich dass das Wahlvolk, wenn an dem Tag Bundestagswahl gewesen wäre, folgendermaßen abgestimmt hätte:


    CDU 37%
    SPD 25%
    Linke 12%
    FDP 10%
    Grüne 10%
    Andere 6%


    Die Linken wären drittstärkste Kraft geworden!


    Ich glaube dass diese ganze Diskussion um SED-Nachfolge an wesentlichen Aspekten vorbei geht. Die Linken sind DAS Sammelbecken für Protestwähler, Unzufriedene, Kritiker der etablierten Parteien. Da fühlen sich viele richtig aufgehoben, die weder die Tradition der Partei mögen noch hinter jeder ihrer Forderungen stehen, die aber deutlich machen wollen dass sie mit dem Zirkus der anderen Parteien unzufrieden sind.


    Anstatt über die Motive von Lafontaine zu sinnieren oder zu versuchen scharfe Kritiker mundtot zu machen wäre es schlauer und sinnvoller Verbesserungen herbeizuführen, die das hohe Potential an Protestwählern und Unzufriedenen abbauen.


    Das funktioniert nicht indem man diese Partei immer schlecht macht, sondern da muß man letztlich einfach die Lage im Land verbessern und nicht als große Koalition den Weg des geringsten Widerstandes gehen, indem man außenpolitisch engagiert ist aber im Innernen nichts tut bzw. das, was man tut, nicht den Volkswillen repräsentiert.


    Ich denke dass hier manche denselben Fehler machen wie in Berlin, nämlich die Linken nur als tumbe Ex-Stasi-Partei zu sehen und nicht zu erkennen dass sie, Vergangenheit hin oder her, eine ernstzunehmende politische Kraft im Land sind und man sich damit auseinandersetzen muß. Die politischen Themen sind wichtig, nicht die persönlichen Angriffe auf Mitglieder dieser Partei.

    Tach,


    in bin in einem Laden für PC's und Telekommunikation für die Retouren zuständig und es gibt schnelle und langsame Reaktionen der Lieferanten auf Reklamationen.


    Die langsamen lassen teilweise eine ganze Woche verstreichen bevor man überhaupt eine Antwort bekommt, und manchmal lautet die dann "wir brauchen ein Bild des Schadens" oder "faxen Sie uns eine Kopie der Rechnung" (obwohl man die Rechnungsnummer bereits bei der Beantragung der Reklamation angegeben hat und sie auch der Retoure in Kopie beilegen wird). Dann vergehen wieder Tage bevor eine RMA-Nummer kommt. Just gestern habe ich einem Lieferanten in nicht mehr freundlichem Ton gesagt dass es inakzeptabel ist dass ich in einem Fall seit 1,5 Wochen auf eine RMA-Nr. warte.


    Wenn das Gerät dann auch noch an einen anderen Dienstleister oder innerhalb des Hauses an eine andere Abteilung/Werkstatt geschickt wird und diese Schnarchläden sich dabei genauso blöd und lahm anstellen wie uns gegenüber, sind schnell 4, 5 Wochen herum bevor man die Ware zurück bekommt.


    Dass die Ware dann nach wie vor nicht funktioniert ist auch keine wirkliche Seltenheit - leider. Sony und ASUS sind die aktuellen "Könige" was das angeht, bei ASUS ein komplett funktionsloses Mainboard, das nach 4 Wochen zurückkommt und genauso tot ist wie bei der Einsendung. Bei Sony hat ein Vaio-Notebook 2 Monate gestanden und sie haben nicht gerafft dass es neben einem anderen Fehler auch keinen Ton hat. Weil man ja auch nicht verlangen kann dass ein Techniker merkt wenn das Betriebssystem hochfährt und man den üblichen Win XP-Ton nicht hört... :-(


    Service ist nach wie vor für viele Firmen ein totales Fremdwort, der After-Sales-Support ist oft ein Stiefkind (weil es nur Geld kostet, aber keins einbringt). Ärgerlich, aber leider ist es oft so.


    Deine 5 Wochen sind ätzend, aber da kann man dem Händler keinen Vorwurf machen und ich würde den auch nicht jeden Tag auf's Neue nerven, der kann ja auch nix dafür wenn LG nicht weiterkommt. Ab und zu mal nachfragen um zu erreichen dass der Händler Druck bei LG macht ist OK, aber übertreib' es nicht, wie gesagt - der Händler steht dir gegenüber selbst doof da weil er nix machen kann.


    Eher würde ich bei LG Druck machen. Aber wenn Du schreibst dass man dort nicht richtig weiterkommt bestätigt das wohl das Bild des Saustalls, den man auch angesichts der Reparaturdauer bekommt.

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    Original geschrieben von Percy
    Vielleicht kommt es daher, daß ich vor einigen Wochen in Hohenschönhausen (dem ehemaligen Stasi-Gefängnis) war, vielleicht daher, daß ich mich eher bei der FDP politisch zuhause fühle, vielleicht daher, daß meine Famile selbst von Enteignungen betroffen war/ist


    Aber "Die Linke = Stasi" ist eine Gleichung, die ganz und gar nicht aufgeht. Sicherlich, die PDS hat ihre Wurzeln in der SED und was die Stasi angerichtet hat macht betroffen und wütend. Aber selbst die Wende war '89 und liegt damit schon 18 Jahre zurück. Das ist inzwischen Geschichte, wenn man es denn so nennen will. Dazu sind in der Linken auch WASG- und Ex-SPD-Mitglieder; die neue Partei mit der Stasi-Partei SED gleichzusetzen finde ich heute nicht mehr ganz korrekt.
    Da könnte man genauso gut die Ost-CDU als ehemalige Blockpartei brandmarken...


    Zu den Enteignungen: Auch da hat die Linke nix damit zu tun. das nun also als Argument gegen sie anzuführen ist nicht drin... Wobei mich das sowieso immer sehr wundert wie es sein kann dass solche Dinge heute noch ein so großes Thema sein sollen. Noch weniger verstehe ich Sudetendeutsche und Vertriebene aus Ostpreussen. Das war alles scheiße damals, aber von den Betroffenen lebt doch kaum noch jemand und die, die noch leben, sollten froh sein dass sie hier im Westen gelandet sind. Die letzten 50, 60 Jahre waren hier sicherlich angenehmer als in der Heimat ihrer Kindertage...


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    Original geschrieben von Percy
    Dass das nicht besonders stichhaltig ist, ist mir schon klar. Vielleicht kann ich versuchen, es zu erklären.


    Eben. Es ist einfach deine Meinung, die ja auch OK ist. Aber so wie Du zur Besserverdienenden-Partei tendierst zieht es manche andere zur Linken. Sei es weil sie Sozialträumer sind, weil sie sich immer eher links fühlen, manche weil wie Protest wählen.
    Den Leuten muß man genauso fair ihre Meinung lassen wie jedem Anhänger anderer politischer Richtungen.



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    Original geschrieben von Percy
    Nenn mich äußerst konservativ, aber gesellschaftlichen Protest, den ich mit "auf die Straße gehen" gleichsetze, halte ich für kontraproduktiv. Wenn mir etwas nicht gefällt, dann sollte ich versuchen, das über die legitimierten Institutionen der Demokratie zu verändern. Eine Partei sollte nicht dazu aufrufen, daß die Menschen auf die Straße gehen - zumindest nicht in der gegenwärtigen Situation und im gegenwärtigen System.


    Es ist aber eins der elementaren Bürgerrechte und seit der franz. Revolution eine der wesentlichen Errungenschaften unserer Demokratie dass ein Bürger eine freie Meinung bilden und auch äußern kann. Ich bin genau wie Du kein Straßenprotestler, aber trotzdem ist das Recht es zu tun, seine Meinung öffentlich kund zu tun, sehr wichtig und elementarer Bestandteil der Demokratie.
    Manchmal denke ich dass es den Leuten in der Berliner Reichstag-Seifenblase auch ganz gut tut wenn Bürger auf die Straße gehen, weil manche "Themen der Straße" werden dort sonst gar nicht mehr wahrgenommen; die Mehrheit der Deutschen wünscht z. B. keinen Bundeswehreinsatz in Afghanistan, und ehrlich: Hast Du verstanden wie die Bundeswehr uns dort verteidigt? Ich nicht, und ich wette auch sonst kaum einer. Und doch stimmt der Bundestag für den Einsatz...


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    Original geschrieben von Percy
    Was bringt es, wenn Demonstranten mutwillig Steine gegen Polizeibeamte werfen und diese verletzen? Vielleicht ist es auch eine Frage meines Charakters - ich bevorzuge es immer, Probleme / unterschiedliche Meinungen auszudiskutieren, bevor man mit Fäusten aufeinander losgeht.


    Man geht überhaupt niemals mit Fäusten aufeinander los, und wer Steine wirft ist auch kein Demonstrant, sondern ein Hooligan. Der eine will seine politische Meinung kund tun, der andere randalieren. Das hat absolut nichts miteinander zu tun, und es hat auch mit der Linken nix zu tun.


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    Original geschrieben von Percy
    Aber als (fast-)Volkswirt habe ich etwas gegen staatlich geschaffene Arbeitsplätze


    Der Staat schafft keine Arbeitsplätze, aber er setzt Rahmenbedingungen. Selbige sind aber in D sehr industriefreundlich und dass die Schere zwischen arm und reich immer mehr auseinanderklafft merkt jeder. Dass Konzerne irre Gewinne machen aber Leute mit Lohndumping abspeisen - oder gleich ganz entlassen - wirft schon die Frage auf wie damit umzugehen ist.
    Ich möchte auch keine Linke als Regierungspartei haben, aber dass da jemand ist, der den Finger in die Wunde legt, mahnt, manchmal Unsinn redet aber manchmal auch als Kanalisation und Sprachrohr für kritische Geister fungiert kann generell nicht so ganz schlecht sein.


    Die Umfragewerte belegen ja auch dass es relativ viele Menschen gibt, die die Partei wählen (würden), die sitzen immerhin im Bundestag. Also scheint es ja nicht ganz falsch zu sein dass diese Partei da ist. Selbst wenn Manches, was sie sagen, nur populärer Schwachsinn ist, es schadet nie wenn ein unbequemer Stachel im Fleisch sitzt.


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    Original geschrieben von Percy
    Außerdem: Stopp der Privatisierung der Daseinsvorsorge. Also etwa die Entstaatlichung der Krankenversicherung. Es gibt einige Fälle, in denen der Markt nicht das beste Ergebnis liefert, das hier ist meiner Meinung nach keines davon. Ich plädiere schon lange für mehr Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt, für eine nach dem individuellen Risiko - und nicht nach dem Einkommen - berechnete Prämie in der KV. Auch hier kann ich mich mit dem Programm nicht anfreunden.


    Dein Modell führt dazu dass die Qualität der Versorgung vom Geldbeutel abhängt - und genau das sollte nicht sein. In einem Sozialstaat, einer Solidargemeinschaft, ist die Idee doch gerade dass die Gemeinschaft JEDEM Sicherheit bietet adäquate Hilfe zu bekommen wenn er sie braucht.


    Das aufzulösen halte ich für grundfalsch, das bricht mit einer der wesentlichen Errungenschaften, der SOZIALEN Marktwirtschaft. Schon jetzt haben wir eine 2-Klassen-Medien (privat <-> gesetzlich versichert) und das ist IMHO keine Verbesserung gegenüber dem, was hier mal vor 10, 15 Jahren war, als jeder damit rechnen konnte gleich gut versorgt zu werden.


    Dass leicht vermeidbare Gefahrenquellen, die aber die Kasse der Allgemeinheit stark belasten (Lungenkrebs durch Rauchen, Querschnitt nach Motorradunfall, etc.) womöglich in den Krankenkassenbeitrag eingerechnet werden sollten damit die Allgemeinheit nicht die vermeidbaren und unnötigen Kosten dieses Handelns zahlen muß, ist sicher eine gute Idee. Fragt sich wie man das praktisch umsetzt, aber die Idee ist sicherlich sinnvoll.


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    Original geschrieben von Percy
    "Der Marktpreis zeigt den wahren Wert eines Gutes.


    Nein, oftmals nicht. Für den kompletten Energiemarkt stimmt das nämlich gerade nicht. Strom, Gas, Öl, da geht's nicht um den tatsächlichen Marktwert, sondern Spekulationsgewinne für nimmersatte Profiteure.
    Ich halte auch nichts von Verstaatlichung, aber dass man diese Märkte nicht sich selber überlassen kann auf dass sie sich selbst regulieren - müssen wir ja alle ständig feststellen.



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    Original geschrieben von Percy
    Das Einzige, in dem ich ein bißchen mitgehen kann. Grundsätzlich halte ich Patente für eine sinnvolle Sache - sie garantieren für einen begrenzten Zeitraum Monopolrenten und schaffen so einen Anreiz, überhaupt in Forschung zu investieren. Und gegen einen Patentschutz auf Antibiotika produzierende Tomaten (oder was auch immer...) habe ich auch nichts. Aber gegen einen Patentschutz von menschlichen Genen.


    Die Realität ist aber nicht Patente vor Mißbrauch zu schützen, sondern dass die Rechtslage genutzt wird um Gewinne zu machen ohne moralisches Gewissen. Wenn beispielsweise AIDS-Medikamente nicht auf dem besonders betroffenen afrikanischen Kontinent eingesetzt werden können weil die Patentinhaber das aus reiner Geldgeilheit verhindern - und sich dabei auf europäisches Recht berufen können - dann ist das menschenverachtend und nicht vertretbar.



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    Original geschrieben von Percy
    Auch schon beantwortet - meiner Meinung nach fehlt dem Gesundheitswesen der Wettbewerb. Was haltet ihr von einer Auflösung der GKV, verbunden mit einer Versicherungspflicht in einer PKV, der Prämienberechnung nach Risiko und einer eventuellen Erstattung der Beiträge oberhalb einer gewissen festzulegenden Grenze durch den Staat?


    Gleiche Versorgung und Sicherheit für alle, das muß die Grundlage sein. Wie die Prämien berechnet werden ist die zu klärende Frage, aber es ist in einem Sozialstaat notwendig dass JEDER davon ausgehen kann optimal versorgt zu werden, das darf kein Privileg für Besserverdienende sein.


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    Original geschrieben von Percy
    Das beschreibt eine große Steuererhöhung, das Geld wird für die große Umverteilungsaktion gebraucht. Leider ist das Kapital wie ein scheues Reh - wenn Konzerne hier hohe Steuern zahlen müssen, wandern sie ab in das "billigere" Ausland. Übrig bleiben KMUs und Privatpersonen, die ihren Sitz nicht relativ problemlos verlagern können. Diese müssen im Endeffekt immer mehr zahlen, da die Steuerbasis immer kleiner wird.


    Auch große Konzerne wandern nicht von heute auf morgen komplett ab, eher sogar im Gegenteil: inzwischen merken sie immer mehr dass es oft nichts bringt in Billiglohn-Länder zu gehen weil Abwanderung und damit zunehmende Arbeitslosigkeit die Kaufkraft der Menschen hier verringert, was wiederum auch das Unternehmensergebnis runter zieht. Wenn im wichtigsten Absatzmarkt - Europa - die Leute keine Kohle mehr haben nutzt das dem Konzern auch nix, weil in den "Armenhäusern Europas" noch weit weniger zu holen ist als hier.


    Vor allem, und das ist ein weiteres wichtiges Argument: die Arbeiter hier sind engagiert und gut qualifiziert. Das ist nicht überall so... eher im Gegenteil. Manche Firmen haben es inzwischen kapiert und sind sogar schon auf der Rückweg...


    Ansonsten geht die Schere "Arme vs. Reiche" immer weiter auseinander. Das kann man nicht einfach ignorieren denn es nicht nur um Geld alleine, sondern auch den Zusammenhalt der Gesellschaft. Bürger brauchen das Gefühl einer gewissen Gerechtigkeit - die nicht gegeben ist wenn ein Geringverdiener am Existenzminimum vegetiert, alles zahlen muß, und das Gefühl hat ausgenutzt zu werden, Verlierer zu sein, während die Großverdiener ihr Geld durch Steuerschlupflöcher zwängen und horrende Gewinne machen während sie keine oder nur geringe Abgaben zahlen.

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    Original geschrieben von DUSA-2772
    Mal angenommen, Du verkaufst eine Dienstleistung. Einige Leute zahlen Dir dafür 30 Euro, andere 50 Euro. Würdest Du jetzt (betriebswirtschaftlich) gedacht Deine Dienstleistung mehr an die Gruppe der 30 Euro zahlenden verkaufen oderan die Gruppe der Prolls", welche Dir 50 Euro bezahlen? Und welche Gruppe würdest Du versuchen (auf Kosten der anderen Grupe) zu vergrößern?


    Ein Arzt ist aber nicht einfach nur ein gewinnorientierter Dienstleister, sondern hat seinen Beruf - im besten Fall - auch aus einer sozialen Überlegung ("helfen wollen") ergriffen.


    Gesellschaftlich gesehen stellt er eine medizinische Grundsicherung sicher und wenn man dann anfängt mit zweierlei Maß zu messen läuft etwas schief.
    Es ist dem einzelnen sicher nicht vorzuwerfen dass er lieber mehr als weniger Geld verdient, aber ein menschlich korrekter Arzt sollte darüber nicht völlig jedes Sozialverhalten vergessen - so empfinde ich das nämlich wenn Menschen nicht in jedem Fall erstklassig versorgt werden und man da Unterschiede macht. Menschlich ist sowas unter aller Sau.


    Weiterhin finde ich es geradezu skandalös dass eine solche Fehlentwicklung staatlicherseits auch noch gefördert wird. Es kann nicht sein dass hier von allen akzeptiert eine 2-Klassen-Medizin stattfindet, wo die Chancen des Einzelnen auf optimale Versorgung von seinem Geldbeutel abhängen, d. h. der eine wird tendentiell schlechter versorgt, während dem anderen kostenpflichtig nicht notwendige Maßnahmen angedient werden, für die die Versichertengemeinschaft zahlen muß.


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    Original geschrieben von DUSA-2772
    Für Kassenpatienten gibt es - natürlich auch je nach Fachrichtung etwas unterschiedlich - pro Quartal eine Pauschale, relativ unabhängig davon ob sie einmal oder dreimal im Sprechzimmer sitzen. Bei den Privaten wird noch die Leistung berechnet, die auch geleistet wird - wobei ja, es stehen noch ein paar mehr Sachen auf der Liste, die bezahlt werden.


    Und das ist eben ein unglaublicher Schwachsinn, denn der Arzt sollte das bezahlt bekommen, was er am jeweiligen Patienten leistet, und den Blutdruck zu messen ist immer der gleiche Aufwand, egal ob man das bei einem privaten oder einem Kassenpatienten macht, genauso wie eine einmalige Behandlung nicht genauso bezahlt werden kann wie dreifaches Bemühen. Das gibt es so in keiner anderen Branche und dieser Unsinn gehört beendet!
    Hier tragen auch die Krankenkassen einen wesentlichen Teil der Schuld, nur tragen es die Ärzte mit, denn die könnten mit ihrem Verhalten Einfluß nehmen ob es einen Unterschied in der Versorgung macht ob jemand privat oder gesetzlich versichert ist. Würde jeder gleich optimal versorgt gäbe es keinen Grund mehr Unterschiede zu machen, weder in der Versorgung der Menschen noch in der Bezahlung der Ärzte.


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    Original geschrieben von DUSA-2772
    Dass es da auch schwarze Schafe gibt, die zu viel auf die Rechnung schreiben ist leider auch Fakt. Dafür prüfen a) die Krankenkassen und b) die Ärztekammern, um wenigstens die gröbsten Schnitzer rauszufischen.


    Ich unterstelle aber beiden kein wirkliches Interesse an Aufklärung. Die BÄK ist eh der größte Sauladen, den ich kenne, ich habe bisher nicht festgestellt welchen Sinn sie hat, außer Lobbyarbeit zu machen, zu jedem Scheiß ihren Senf zu geben und anderen Geld aus der Tasche zu ziehen. Meine Schwester, die übrigens Anästhesistin ist, schimpft selber auf den Laden weil Du als Arzt gezwungen bist Mitglied zu sein und Kohle abzudrücken. Dafür bekommst Du - ja was eigentlich, außer ein Heftchen, wo man sich selbst beweihräuchert und was eigentlich keiner haben will? Diese Institution ist reiner Selbstzweck, sie vertritt sich selber und beantwortet sozusagen die Fragen, die sie selber gestellt hat.


    Eine private Krankenkasse wird auch kaum glaubhaft gegen eine 2-Klassen-Medizin vorgehen weil sie sich selber die Grundlage, die Privatpatienten, entziehen würde wenn die Leute auch gesetzlich versichert ebenso gut versorgt würden.


    Insofern nehme ich beiden nicht ab den Systemfehler beheben zu wollen. Sie achten nur darauf dass niemand erheblich über die Stränge schlägt, aber mehr auch nicht.


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    Original geschrieben von DUSA-2772
    Ich hab zwar auch schon 4 Wochen wo warten müssen (im Vergleich zu 8-10 Wochen), aber zumindest in Gebieten wo an Privatversicherten kein Mangel ist, gibt es diesen Vorteil und Unterschied.


    Und das ist eben nicht OK weil jeder gleich korrekt behandelt gehört. Wir definieren uns als Sozialstaat, da kann es nicht sein dass derjenige, der mehr Kohle einbringt, schneller und damit "besser" versorgt wird.


    An anderer Stelle kommt man mit Gleichstellungsgesetzen, kämpft gegen Rechtsextremismus, und hier findet völlig unbehelligt eine Selektion - ich drücke das jetzt mal absichtlich so kraß aus - zwischen "Herrenmenschen" und "weniger werten Menschen" statt.


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    Original geschrieben von DUSA-2772
    Und vielleicht kann der "normale Hausarzt" nicht von einer reinen Privatpraxis leben, so mancher Facharzt in größeren Städten aber wohl. Die sind die Zickereien mit den KK nämlich leid.


    Aber anstatt das Übel in der Weise zu bekämpfen dass man eine gerechte Behandlung für alle Patienten sicherstellt verhalten sich die Ärzte so dass die einen besser, die anderen schlechter behandelt (wenn man damit auch Terminvergabe etc. meint) werden.
    Einerseits über den Zustand zu jammern, andererseits ihn aber zu befördern, das geht irgendwie nicht zusammen.



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    Original geschrieben von DUSA-2772
    Abgesehen davon: wer von euch würde - neben der Auswahl zwischen 30 vs. 50 Euro (ja, die Zahlen sind nur beispielhaft) - für ein Mehr an Verwaltungsaufwand, in der kein Umsatz erwirtschaftet wird und was die Arbeitszeiten für umsatzwirksame Tätigkeiten schmälert, jährliche Gehaltseinbußen hinnehmen (weil ihr "eh schon genug bekommt")? Wie hoch wäre da eure Arbeitszufriendenheit? Und würdet ihr langfristig nicht lieber einen anderen Job suchen? ;)
    Anderst gesagt: jeder "normale" Arbeitnehmer wäre unter solchen Bedingungen egal wie konservativ schon längst in die Gewerkschaft eingetreten und stünde streikend auf der Straße - so er nicht auch nach 20 Berufsjahren und mehr wo ganz anderst einen anderen Job bekommt.


    Und wo ist die BÄK, wo ist der Marburger Bund, um das alles zu bekämpfen? Das wären eine Art Gewerkschaften, die sich der Sache annehmen und gegen diesen unsinnigen Wust an Bürokratie genauso wie gegen den Skandal der Ungleichbehandlung kranker Menschen vorgehen könnten.


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    Original geschrieben von DUSA-2772
    Überhaupt Handwerker: sie mögen ja fachlich kompetent sein, wie sie aber ihre Dienstleistung gescheit verkaufen und dafür organisieren, da sind die meilenweit von entfernt. Weshalb ja auch so viele pleite machen, weil es eben an den "sozialen Kompetenzen" und an "Organisationstalent" fehlt.


    Ich glaube viel eher dass die genauso wie viele Ärzte im deutschen Bürokraten-Wahnsinn untergehen. Es ist geradezu irrwitzig wieviel Zeit dafür drauf geht, in der sich Berufstätige nicht um ihr eigentliches Kerngeschäft, sondern Papierkram kümmern müssen.
    Ein Handwerker ist eigentlich Handwerker und nicht Bürokaufmann oder Statistiker, und ein Arzt ist Arzt und ebenfalls nicht Datenschieber.


    Es ist irrwitzig wenn ich - just gestern hatten wir das Thema wieder - höre dass meine Schwester bei kleinen Eingriffen, sagen wir mal von Narkoseeinleitung bis Wach-werden 1 Stunde, ca. 10-15 Minuten für die tatsächliche Tätigkeit am Patienten benötigt, aber während er schläft 30 Minuten (!!!) Dokumentationen und Protokolle schreibt, man für stinknormale Schmerzmittel, die fast jeder bekommt, 7 Unterschriften leisten und seitenweise Dokumentationen ausfüllen muß... Das ist doch lächerlich und pervertiert den Sinn dessen, wofür viele Arbeitnehmer eigentlich ausgebildet wurden und was ihr Job ist!