Beiträge von Printus

    Chevygnon,


    so einfach würde ich es dann auch wieder nicht abtun. Sicher kann man einen lange planenden Attentäter nie ganz verhindern und der Robert Steinhauser (Erfurt) war AFAIK Sportschütze und konnte legal Waffen besitzen.


    Aber ganz allgemein denke ich schon dass weite Verbreitung und leichte Verfügbarkeit dazu führen dass nicht nur der legale, sondern auch der illegale Markt für Waffen aller Art viel größer ist. Es ist wesentlich einfacher als bei restriktiver Gesetzgebung an jeder Straßenecke Schießeisen kaufen zu können...


    Wenn in den USA jährlich 11.000 Menschen erschossen und weit mehr als 300.000 Verbrechen mit Waffen verübt werden sagt einem das durchaus bzw. dann kann man zu Recht unterstellen dass eine schlauere, sprich beschränkendere Gesetzgebung vielen Leuten das Leben retten würde.
    Wenn man sich aber bewußt gegen andere Gesetze entscheidet kann man, wie ich finde, auch durchaus sagen dass die Amis "selbst schuld sind" dass Menschen erschossen werden. Wie stark das in diesem oder jenem Einzelfall zur Geltung kam sei mal dahin gestellt; aber in der Gesamtbetrachtung stimmt es doch durchaus.


    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Ich find das ja schon "toll", wie Du Dich einerseits echauffierst, wenn Du Dich auf die Zehen getreten fühlst (und was meine angebliche Unterstellung Dir gegenüber im Oettinger-Thread anging, hattest Du ja selbst eingeräumt, daß es sich wohl um ein Mißverständnis handelte), aber selbst keinerlei Hemmungen hast, mit vollem Einsatz unterhalb der Gürtellinie zuzuschlagen. Persönliche Unterstellungen wie "Schwachsinn, Dummheit und Ignoranz" müssen nun wirklich nicht sein. :flop:


    Das bezog sich nicht auf dich als Person, sondern den zitierten Text, und selbst der stammt ja nicht von dir. Insofern sollte das kein persönlicher Affront gegen dich sein. Warum ich die Argumentation der Quelle wirklich saudoof finde habe ich ja erklärt: es ist keine "Begründung" dass ausgeschlossen werden muß dass der eine etwas darf, was der andere nicht darf. Warum soll das nicht gehen?
    Der Bezug auf dich war dann nur dass es mich wundert dass Du eine so blöde Argumentation wie in der Quelle zitierst/anführst um deine Sichtweise zu unterstreichen. Das hast Du doch eigentlich nicht nötig, dazu schlechte Referenzen zu nutzen...


    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Der Unterschied liegt auf der Hand, und mit ein wenig Nachdenken wärst Du auch selbst darauf gekommen: Du setzt hier militärische Waffen in den Händen von Militärpersonal gleich mit Waffen für zivile Zwecke in den Händen von Zivilisten.


    Ja, und zwar deswegen weil der Unterschied nicht von Dir oder mir definiert werden kann, sondern immer derjenige, der eine Waffe in der Hand hat, entscheidet was er damit macht. Du sagst zu Recht dass Waffen für dich primär Sportgeräte waren. Völlig OK.
    Aber die weitaus größte Mehrheit an Waffen in der Welt dient eben nicht dem sportlichen Wettkampf und nicht der Jagd, sondern wird in militärischen Konflikten eingesetzt.


    Und auch die Sportschützen Steinhauser (Gutenbergschule Erfurt) und just gestern ein Mann nahe Berlin, der Sportschütze war und auf die Polizei geschossen hat, die sein Haus gestürmt hat, haben aus den Sportgeräten eben doch lebensgefährliche Geräte gemacht.


    Also kann man Waffen nicht einfach nur als Sportgeräte sehen nur weil Du sie nicht anders benutzt hast. Allgemein betrachtet sind das eben keineswegs nur Sportgeräte und deswegen muß man eben beide Seiten sehen und kann nicht für sich nur eine Seite herauspicken...


    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    1. Pauschalaussagen über "die Waffengesetze in den USA" und "die Amerikaner" in der Form, wie sie hier von vielen gemacht werden, völlig falsch sind, weil man bei einer sachbezogenen Zuwendung zum Thema feststellt, daß der größte Teil der Waffengesetzgebung in die Kompetenz der einzelnen Bundesstaaten fällt, und daß
    2. es eigentlich völlig egal ist, wie hier einige Leute im Forum die Sache sehen, weil "die Mehrheit der Amerikaner" (ich generalisiere dies bewußt) in Sachen Waffen eine eigene Sichtweise haben - und weil es sich um eine amerikanische Angelegenheit handelt, darf man die als wohl erheblich gewichtiger werten, als die Ansichten der Europäer zu einem innenpolitischen Thema der USA.


    Aber genau diese Pauschalisierung aus deinem 2. Punkt machen viele eben auch im Hinblick auf deinen ersten Punkt. Ganz allgemein hat man in den USA, meinetwegen in einem Staat mehr, im anderen weniger, aber in der Gesamtheit eben doch, viel leichteren Zugang zu Waffen. Und auch wenn ein Bundesstaat sehr enge Gesetze hat - durch die laschen Regeln in anderen Staaten schwirren so viele Waffen durch das Land dass die Verfügbarkeit insgesamt gesehen eben doch sehr hoch und einfach ist. Also ist das durchaus legitim zu pauschalisieren...


    Zum anderen: warum soll man keine Meinung haben dürfen? Auch wenn das ein innenpolitisches Thema der USA ist...

    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Zitat:
    Wenn man allerdings [...] dem Rancher Waffenbesitz zubilligt, dann kann man ihn schlecht einem anderen Bürger verwehren. Doch bis zu solchen Argumenten möchten sich die europäischen Besserwisser lieber gar nicht durcharbeiten. Auch die Kriminalitätsstatistiken sind ihnen egal:
    In Vermont, wo jeder nicht vorbestrafte Erwachsene sogar ohne Lizenz eine Handfeuerwaffe mit sich führen darf, geschehen die wenigsten Verbrechen; in Washington D.C. hingegen, wo fast jeder private Waffenbesitz verboten ist, die meisten. Macht aber alles nichts: Kommentare dienen bekanntlich nicht der sachlichen Erkenntnis, sondern der seelischen Entlastung.


    Dem wäre m. E. nichts mehr hinzuzufügen.


    Das ist nicht dein Ernst... Eine solche schwachinnige Argumentation reicht Dir? Selbstverständlich kann man dem einen Waffenbesitz zubilligen und dem anderen nicht. Wenn ein begründetes Interesse nachgewiesen wird darf der eine eine Waffe haben, genauso wie jemand ohne nachvollziehbaren Grund keine Waffe haben darf. So einfach ist es, wenn man will. Die Aussage "wenn der eine... muß der andere auch" ist an Ignoranz und Dummheit nicht zu unterbieten.


    Und der Vergleich Vermont - Washington D.C. ist ebenfalls so durchschaubar blöd dass sich der Autor eigentlich schämen muß. Man kann doch nicht einfach 2 Staaten vergleichen, bei denen die Zahlen zur eigenen Meinung passen, und die Lebensumstände - die völlig unterschiedlich sind - dabei ganz ignorieren.


    Also wenn man schon mit Argumenten kommt sollten die zumindest irgendwie begründet sein und Hand und Fuß haben.


    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Einfach deshalb, weil für mich Feuerwaffen nie etwas anderes waren als reine Sportgeräte.


    Du hast deine eigenen Waffen nie anders benutzt. Deswegen kannst Du ihren Sinn aber nicht generell zu Sportgeräten umdeuten. Weil sonst wären die weltweiten Krisenherde kollektive Sportveranstaltungen...

    In den USA wäre es doch auch passend wenn ein Prediger, sei er von Scientology oder der Bewegung "kein Sex vor der Ehe", auf die Bühne treten würde um das Ereignis als Folge der verbreiteten Liderlichkeit und Gottlosigkeit darzustellen... ;)
    Oder der Spion kam aus einem Land der "Achse des Bösen". Vielleicht war der Täter Nord- anstatt Südkoreaner. Dann müßte man natürlich weitere Maßnahmen zur Landesverteidigung ergreifen. Oder die Achse wird von Norden nach Süden verlängert...

    Jährlich haben die USA 11.000 Erschossene und 350.000 Straftaten mit Waffengewalt. Noch Fragen?


    Allein die leichte Verfügbarkeit läßt Menschen an Schußwaffen kommen, die besser davon ferngehalten werden sollten. Es wird immer Gegenbeispiele geben, aber solange Waffen nicht ganz so leicht verfügbar sind kann nicht jeder Gestörte "einfach so" rankommen und sie nutzen.

    Zum ersten Teil: Ist mir durchaus klar, ich hatte es nur der Einfachheit halber nicht differenziert aufgeschrieben. Die Erziehung durch die Altvorderen hinterläßt natürlich ihre Spuren weil einem entsprechende Werte und Denkweisen vermittelt werden. So wie letztlich auch "die Geschichte an sich" ihre Auswirkungen hat weil jede Gesellschaft durch ihre Vergangenheit geprägt ist und entsprechende Werte weiter gibt - "jeder ist ein Produkt seiner Umstände".
    So gesehen sind natürlich immer überall Einflüsse der Vergangenheit, die aber doch nur indirekten Bezug haben weil das konkret selbst Erlebte sicher immer viel beeindruckender ist.


    Zum zweiten Teil: sehe ich ebenso, und auch das habe ich bisher zwar nicht geschrieben, aber mehrfach gedacht: viele reden heute schön vom Widerstand gegen das Unrecht, aber wo sind sie, wo ist der Protest, wenn man mal an Schlagworte wie Guantanamo, Simbabwe oder tausend andere Menschenrechtsverletzungen, Rassismus und Kriege denkt?


    Letztlich nehmen wir alle das mehr oder weniger hin, auch wenn wir es scheiße finden. Es tangiert unserer Komfortzone nicht, wie Du sagst. Deswegen bin ich inzwischen sehr vorsichtig mit dem "Gutmenschen-Gerede" gegenüber Nazi-Mitläufern, denn ich glaube dass wir uns allesamt nicht weit aus dem Fenster lehnen können... vom bequemen, ungefährlichen Sessel des Jahres 2007 aus lassen sich die Wegseher von vor 60 Jahren leicht verurteilen...

    Ich verstehe was Du meinst. Aber ich sag's mal ganz platt: mein Leben wurde durch den Mathelehrer, der mir jahrelang Fünfen reindrückte und mich immer als Depp dastehen ließ, viel direkter/"mehr" beeinflußt als durch das Schicksal meines Opas, den ich nie erlebt habe.


    Wenn meine Urahnin XY irgendwann bei Thun und Taxis eingeheiratet hätte stünde ich heute auch anders da... ;) aber das hat doch für mein Erleben meines Daseins keinen real zu spürenden Bezug...

    Ich weiß nicht... Mein Leben hat seinen Verlauf und steht sozusagen für sich. Was anders wäre wenn Vorfahren anders gelebt hätten ist völlig fiktional.
    Mein Opa war tatsächlich im KZ, aber das hat doch trotzdem keinerlei Einfluss darauf wie mein Leben verläuft. Und selbst wenn damals die halbe Famile im KZ gestorben wäre, dann wären das doch trotzdem nur Namen mir unbekannter Leute, zu denen ich aber trotz allem keinen persönlichen Bezug habe weil ich die nie kennen gelernt habe. Das sind im Grunde Fremde, auf deren Schicksal ich mich nicht berufen kann...

    Ja, so gesehen hast Du Recht. Viele von uns haben Omas und Opas oder Eltern, die das Dritte Reich noch persönlich erlebt haben und manchmal auch davon erzählen.


    Ich glaube aber dass kaum jemand von uns dadurch wirklich beeinflußt ist, denn egal ob meine Vorfahren aus dem Krieg erzählen oder ich Bagdad im Fernsehen sehe: das ist immer jenseits meiner persönlichen Lebensrealität und immer "nur Theorie" weil ich gottlob nie unter solchen Bedingungen leben mußte - wie keiner von uns. So habe ich es gemeint als ich schrieb dass die Familiengeschichte keine Rolle für mich und auch viele andere spielt, weil es beeinflußt mein Denken nicht.


    BTW - in dem Zusammenhang wundere ich mich auch in jedem Jahr mehr wenn in manchen Ländern oder von manchen Leuten immer noch so getan wird als haben man ein Problem mit "den Deutschen". Wenn Alte das sagen mag es noch aus ihrem persönlichen Erleben entspringen, aber wie junge Leute so reden und denken können ist mit schleierhaft. Die haben doch, genau wie ich und meine komplette Generation, überhaupt niemals irgendein Kriegserlebnis gehabt...
    Wenn z. B. der Vize des Zentralrats der Juden redet als sei er persönlich ein Opfer der damaligen Diktatur gewesen, dann ist das Unsinn. Er kann und soll die Meinung seiner Organisation vertreten, aber persönliche Betroffenheit kann ich da beim besten Willen nicht nachvollziehen, und fast muß man schreiben "nicht akzeptieren" - weil die KANN er als (geschätzt) Mitvierziger gar nicht haben. Selbst wenn seine Familie im KZ starb lag das alles doch lange vor seiner Zeit...


    Ich finde es jedenfalls sehr heldenhaft wenn sie jemand gegen die Nazis auflehnte, verstehe aber genauso dass der kleine Otto Normalverbraucher lieber die Klappe hielt und sich duckte. Weil der mit seinem Widerstand meistens nicht viel erreichen konnte, bestenfalls in seinem kleinen, bescheidenen Umfeld ein bißchen Ärger veranstalten konnte, und dann war's das aber auch. Und dafür sein Leben riskieren? Und nicht nur sein eigenes, sondern auch das seiner Familie?


    Ich glaube dass Widerstand exponentiell häufiger gewesen wäre wenn der Einzelne eine Chance gehabt hätte damit das System zum Wackeln zu bringen. Es hätte sicher hunderttausende Stauffenbergs gegeben wenn die Leute eine ebenso reele Chance gehabt hätten mit ihren Aktionen wirklich etwas auszurichten, und wenn es nur gewesen wäre eine Welle in Gang zu setzen, so in der Art der Montagsdemos in Leipzig. Aber diese Chance hat der Einzelne sicher nicht gesehen.


    Wenn Du aber Verantwortung für eine Familie hast und weißt dass deine eigenen Möglichkeiten am Gesamtsystem nichts ändern werden - dann mußt Du eine Güterabwägung vornehmen. Die fiel dann verständlicherweise meistens so aus dass man den Kopf einzog und die drei Affen spielt, nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.


    Vermutlich waren die Leute auch ausreichend damit beschäftigt überhaupt nur zu überleben, also zu sehen dass man Nahrung hat, Bekleidung, keinem überzeugten Nazi in die Quere zu kommen und die Bombennächte zu überleben. Ständige Angst vor dem Tod, vor der Roten Armee, dem Terror des Regimes... da schaltet der Mensch gerne in den "Basis-Modus" und hat wenige Kapazitäten sich intellektuell mit der politischen Situation auseinander zu setzen. Mund halten, Kopf runter, nicht auffallen, irgendwie überleben. So dürfte es vielen Menschen gegangen sein...

    Aber Fragen zum Gehalt, der Gestaltung des Arbeitsplatzes oder der Arbeitszeit wird man Dir hier ja auch nicht beantworten können.


    Deine Freundin hat ja nix zu verlieren, also kann sie doch einfach mal zum Vorstellungsgespräch gehen und sich anhören was erzählt wird bzw. dort die Fragen stellen.


    Dass sich niemand verschlechtern will ist klar - also wird Adecco ihr in jedem Fall ein besseres Angebot machen müssen als ihre bisherigen Konditionen - weil sonst gibt es ja keinen Grund zu wechseln. Das ist auch Adecco klar.