Hi,
ich weiß wie es Dir zur Zeit geht :mad: und denke daß selbst die faulen Arbeitslosen nicht da wären wenn es genügend Arbeit gäbe, dann könnte sich nämlich keiner drücken, man würde jeden in irgendeinen Job vermitteln.
Es ist in der Tat so daß hier wieder mal der letzte vom Hund gebissen wird, nämlich die Arbeitslosen, die arbeiten wollen aber keine Chance haben. Man braucht ja nur die Nachrichten zu verfolgen, dann bekommt man mit welcher große Konzern wieder ein paar tausend Leute rausgeworfen hat, während die Unternehmensgewinne gestiegen sind. Das mag nicht für jeden Betrieb zutreffen, viele kämpfen, aber bei vielen großen stimmt es.
Meiner Meinung nach hat sich auch die EU in eine ganz falsche Richtung entwickelt. Ich habe nichts gegen Länder wie Polen, Slowenien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei oder andere. Nur haben sie in der EU IMHO absolut gar nichts verloren.
Zum einen deswegen nicht weil die EU seinerzeit nicht nur als Wirtschaftsbündnis, sondern auch als "Interessengemeinschaft" gedacht war, also ein Verbund, in dem gleiche Kulturen und Weltanschauungen kultiviert werden. Und da passen viele der neuen Beitrittsländer überhaupt nicht dazu, insbesondere weil sie kulturell anders gestrickt sind. Man hätte mit diesen Staaten irgendwelche Wirtschaftsbündnisse schliessen sollen, von denen beide profitieren - aber keine Aufnahme in die EU! Natürlich ist es für diese Staaten interessant EU-Mitglieder zu sein - für uns schafft es nur massive Probleme. Und auch kulturell paßt es einfach hinten und vorne nicht zusammen. Letztlich leiden darunter auch beide Seiten, denn uns nehmen irgendwelche Billiglöhner aus diesen Ländern die Jobs weg, und gleichzeitig werden die Menschen aus diesen Ländern hier zu Feindbildern, was sie gar nicht verdient haben. Da sind dann beide Seiten Verlierer...
Wie Du zutreffend sagst ist es wirklich ein Problem wie sich Deutschland in einer globalisierenden Welt positioniert. Man kann nicht teuer und zugleich bürokratisch sein, und denken daß man trotzdem mit "deutscher Wertarbeit" glänzen kann, denn eine Maschine in Fernost baut Produkte genauso gut wie eine Maschine hier. Wenn man zusätzlich zu wenig tut um Forschung und Lehre zu halten, diese also auch eine Tendenz zur Abwanderung zeigen, bleibt nichts mehr übrig womit wir uns behaupten können.
Wenn ich z. B. [URL=http://www.sueddeutsche.de/,tt4m2/jobkarriere/berufstudium/schwerpunkt/689/9680/index.html/jobkarriere/erfolggeld/artikel/945/51894/article.html]sowas[/URL] lese kann ich mich nur aufregen. Hat man denn IMMER NOCH NICHT verstanden daß man mit diesem viel zu umständlichen, unsinnigen Bürokratismus hierzulande nur Probleme schafft uns keins löst?
Ich denke daß es hier noch ein Weilchen so weitergeht wie bisher: mehr Arbeitslose, mehr Probleme, mehr Billiglohn-Konkurrenz, usw. Aber meine Befürchtung ist daß die Stimmung hier irgendwann "kippt" weil es nicht nur 5,2 Millionen Arbeitslose gibt, sondern auch noch ein paar Millionen Leute, die zwar Arbeit haben aber auf Sozialhilfe-Niveau leben und es gibt viele, die einen Job haben aber sich fragen "Wie lange noch?". Diese Gruppen zusammengenommen sind ein riesiges Potential an unzufriedenen Menschen und ich glaube daß sie irgendwann auch zu einer politischen Macht werden.
Das kann sich dann positiv auswirken weil endlich mal eine Veränderung im politischen Gefüge und der Politikrichtung stattfindet, das kann aber auch in eine Art Revoluzzer-Welle umschlagen, ich denke da an Szenen wie damals 1968. Ich wünsche mir sowas sicher nicht, aber ich glaube daß irgendwann etwas passiert wenn die Gruppe der Unzufriedenen immer größer wird.
Ich bin etwas vom Thema abgewichen, ich bitte das zu entschuldigen...