Beiträge von Printus

    An einigen Stellen ist es schon seeeeeeeehr minimalistisch. Die Telefontastatur beispielsweise sieht aus als wäre das überhaupt kein Design sondern einfach nur eine vorläufige Testumgebung... Es gibt noch ein paar andere Stellen an denen es mir "zu wenig" ist, bei aller Sympathie für funktionales Design.


    Dafür gefällt mir aber der Funktionsumfang, beispielseise der jetzt einfache Zugriff auf grundlegende Einstellungen.

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    Original geschrieben von uwm
    Dafür aber auch das größere Enttäuschungspotenzial, wenn die tolle Kamera keine besseren Bilder macht als die im iPhone - weil der Durchschnittskunde mit den ganzen Einstellungsmöglichkeiten überfordert ist, einfach den Auslöser drückt und sich dann wundert, warum die Bilder auch nicht anders aussehen wie beim iPhone.


    Ein S4 hat gefühlt 7.589 mehr Funktionen - die der Durchschnittskunde nicht nutzt und sich dann fragt, was an dem Handy jetzt so toll sein soll.


    Und zum Preisargument : Warum ist ein S4 Mini so teuer, ist doch nur ein abgespecktes S4 ...


    Amazon ruft aktuell für das Galaxy S4 499 EUR auf, für das S4 mini 343,32 EUR. Ich kenne die Unterschiede nicht so genau weil die Galaxys nicht meine Welt sind, aber mehr als 155 EUR Unterschied ist ein nennenswerter Preisabstand, insbesondere prozentual gesehen. Vor allem spielt das alles auch absolut in einer bezahlbaren Größenordnung.
    Bei Apple werden 699 EUR für das 5S und 599 EUR für das 5C fällig, das muss man sich auch erstmal leisten können. Oder anders ausgedrückt: Als S4 mini-Käufer kann ich meiner Freundin auch noch ein Gerät schenken und habe immer noch weniger Geld ausgegeben als andere für ein einzelnes iPhone 5S.


    Und da sind wir beim Punkt: die Bilder sind anderswo nicht besser als beim iPhone, aber eben auch nicht schlechter, genauso wie diverse andere Funktionen. Für den Durchschnittsuser alles mehr als ausreichend. Man kriegt den Spaß aber anderswo um mehrere hundert EUR preiswerter als bei Apple.
    Wer nicht primär eine Marke oder einen Namen kaufen möchte, sondern nur ein hochwertiges Telefon, oder wer auf den Preis schauen muss, landet allein wegen der Preise zwangsläufig NICHT bei einem Apple-Gerät.

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    Original geschrieben von msab
    Was verstehen eigentlich viele unter Innovationen? Wäre das 5C hoch innovativ wenn es 400€ kosten würde oder wie?


    Wenn ich mir das Anadtech Review anschaue hat das 5S viele Innovationen unter der Haube.


    Das 5S ist "nur" eine Weiterentwicklung des 5er, welches wiederum ein fortentwickeltes 4S ist und das war schon nur ein Update des 4ers. Apple preist normale Modellentwicklungen, die sie in jeweils 1 Jahr zustande gebracht haben, jedes Mal als hätten sie das Rad neu erfunden. Das kann 1, 2 Mal gutgehen, da verzeihen es die Fans und man schiebt es auf das Ableben des iGods Jobs, aber irgendwann empfinden die Leute, dass Apple nicht mehr der Markttreiber ist, als der sie sich in der Außendarstellung immer gerne inszenieren und die ambitionierten Preise erklären. Die Magie, die die Marke lange umschwebte, schwindet seit mehreren Modellgenerationen, während die Konkurrenten aufholen.


    Zwar entwickeln sich auch die Wettbewerber nur stufenweise fort, aber die zelebrieren sich nicht so "amazing, amazing, amazing" wie Apple. Und sie haben realistische Preise für ihre Produkte, d. h. da kosten abgespekte Modelle entsprechend weniger als das Topmodell. Man lässt sich nicht den Namen bezahlen, sondern das Produkt.


    Ein 5C zu einem attraktiven Preis wäre nicht technisch innovativ, um auf deine Frage zu antworten, aber realistisch positioniert. Man würde damit preissensible Käufer erreichen, die jetzt nicht zu Apple-Produkten greifen weil für sie das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt.


    Wenn Apple Angst hat, durch einen zu günstigen Preis den Premium-Status zu ruinieren, dann hätten sie erst gar kein "Sparmodell" (hinsichtlich technischer Features und Material) auflegen sollen.
    Ein Modell, das von der Materialanmutung genauso billig ist wie die vorher schwer gescholtene Plastik-Konkurrenz, Vorjahrestechnik bietet und dann auch noch zu teuer ist, kann nur noch vom Markenimage leben. Samsung, Nokia, HTC usw. sind aber auch ausreichend etablierte und akzeptierte Marken, heute muss keiner mehr mit einem iPhone auflaufen um Anerkennung zu finden.
    Wer ein quietschbuntes Kinderspielzeug-Telefon 5C anschleppt trägt jetzt eher den Makel des "Für ein 5S hat's nicht gereicht, aber du warst doof genug teures Geld für Vorjahrestechnik auszugeben" vor sich her.


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    Original geschrieben von mostwanded
    Aber die Marktanteile sind nicht rückläufig, ausser Du meinst iOS gegen Android, was nichts zu sagen hat da es auf den Umsatz pro Gerät ankommt.


    Doch, das hat extrem viel zu sagen! Bisher kann sich iOS trotzdes wesentlich geringeren Marktanteils gut behaupten und die App-Entwicklerszene tanzt auf beiden Hochzeiten. Sollten sich die Marktanteile aber weiter Richtung Android verschieben könnte es ab einem gewissen Schwellenwert kippen, und dann kommt ein Teufelskreis: Das iOS-Ökosystem verliert an Bedeutung und die Kundenströme wandern ab, umso uninteressanter wird die Entwicklung von iOS-Apps usw.
    Wenn Apple sich durch Entzauberung der Marke und umstrittene Hardware (überteuertes Plastikhandy 5C, zweifelhafter Fingerabdrucksensor beim 5S, ...) in die Nesseln setzt, sich womöglich nochmal Patzer wie die unsäglichen Karten oder Scuffgate leistet, dann geht's gewaltig auf Talfahrt. Die Marge am einzelnen Gerät ist da kein entscheidender Aspekt.

    Robert, eine sehr gute Analyse! Kann sein, dass es kurzfristig so ist weil das Apple-Image noch ausreichend zieht. Langfristig reichen hohe Preise nicht für "Premium", auch nicht bunte Trendgeräte. Apples Selbstdarstellung als Ausnahme-Hersteller hat zuletzt gelitten weil es an Innovationsführerschaft mangelte. Das kann man so nicht folgenlos fortsetzen - die Diskussionen, wofür Apple steht und wie das Unternehmen und die Produkte zu bewerten sind, haben begonnen und seit der letzen Keynote Fahrt aufgenommen.


    mostwanted
    Was sind denn "viele Geräte in der jeweiligen Preisklasse" wenn nicht Marktanteile?


    Apple als börsennotiertes Unternehmen muss mit Innovationskraft glänzen um fortschrittliche Produkte bieten zu können und den Wert der Marke hochzuhalten. Dann verkaufen sich die Produkte gut, auch hochpreisig, der Unternehmenswert steigt und zugleich auch die Börsennotierung. Es funktioniert allerdings auch in der Gegenrichtung...


    Wir werden in einigen Monaten sehen, wohin die Reise geht. Die Verkaufszahlen für 5S und 5C sind am Anfang naturgemäß gut, das Weihnachtsgeschäft sicherlich auch, danach wird es interessant.

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    Original geschrieben von f l a m 3
    China ist der Absatzmarkt für Premiumprodukte, wenn das Durschnitteinkommen noch so gering sein mag, reicht die potente Zahl an Käufern sicher aus um ein Umdenken in der Produktpolitik zu rechtfertigen.


    China bietet aufgrund seiner Größe sicherlich auch einen Markt für Premiumprodukte, aber das immens größere Potential liegt in der riesengroßen Masse wenig zahlungskräftiger Landbevölkerung. Wer diesen Markt erschließen kann hat zwar keine riesengroßen Margen beim einzelnen Gerät, profitiert aber von der Masse.


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    Original geschrieben von f l a m 3
    Ich muss immer schmunzeln wie in Forum selbsternannte Branchenexperten ihr bestes dazu geben zu Entscheidungen die durch richtige Experten vor Jahren getroffen wurden. Die Tragweite von manchen Dingen sind eben erst kurz vor der Einführung erkennbar. Bei apple mache ich mir die geringsten sorgen, mehr um andere Hersteller (Nokia).


    Edit: ich zähle mich nicht zu einem Experten, bin jedoch bei einem Hersteller von Produkten angestellt, bei dem Entscheidungen Jahre weit im Voraus getroffen weerden MÜSSEN um überhaupt bestehen zu können.


    Dann urteilst du also aufgrund der gleichen Nicht-Kompetenz, die du anderen unterstellst.


    Es mag in deiner Branche langfristig angelegte Entscheidungen geben. Im Mobilfunksektor ziehen sich Entwicklungen sicher auch länger hin, aber der technische Fortschritt rennt und die Leute tauschen ihre Geräte hierzulande im 1-2 Jahres-Rhythmus. Wer hier die Trends verschläft ist ratzfatz weg vom Fenster, auch als Branchenprimus, wie Nokia gezeigt hat. Die sind mit dem WP übrigens stark im Aufwind während Apple auf dem absteigenden Ast ist. Ich weiß nicht aufgrund welcher Quellen du zu einem umgekehrten Ergebnis kommst.

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    Original geschrieben von Timba69
    Ein (zu) billigeres iPhone 5c hätte die 5s Verkäufe in großen Teilen kanibalisiert und den
    Gewinn zu weit gedrückt..


    So wird nun aber, wenn die Stratigie aufgeht (und danach sieht es aktuell aus) der Verkauf des 5s zusätzlich angekurbelt. Selbst in China ist die Preisdiskussion über das 5s vom Tisch - auch da gilt tatsächlich: Ich lege lieber noch etwas drauf und hole mir dann ein 5s - ohne
    jemals den (hohen) Preis des 5s vor dem Kauf in Frage zu stellen.


    Das ganze wird prächtig funktionieren und erst in den nächsten drei, vier Monaten werden die iPhoneverkäufe langsam zurückgehen - so wie fast jedes Jahr. Und erst dann wird Cook den Preis des 5c auf dem Weltmarkt anpassen und gleichzeitig die umfassende Kooperation mit China Mobile starten. Die sonst regelmäßig auftretende "Schwächephase" zwischen iPhone 5s und 6 wird nicht nur erfolgreich überbrückt, es könnte sogar zu einer zweiten Hochphase werden, da das Topmodell nicht billiger wird, sondern nur das "Nischenmodell".


    Ist mir zu kompliziert und zu unlogisch.


    Das 5C ist eigentlich ein altes 5er, aber materialmäßig abgewertet (Plastik-Cover). Wenn man das Ding nicht wirklich preiswert verscherbelt um Masse zu erzielen macht diese Neuentwicklung, die keine ist, keinen Sinn mehr.


    Wer das Spitzenmodell haben möchte wird es kaufen, egal ob man unterhalb noch ein anderes Modell anbietet oder nicht.


    Wer soll sich aber für das 5C interessieren? Der Käufer zahlt einen hohen Preis und bekommt aber vom Image her das Sparmodell aus Plastik und mit "alter 5er-Technik". Da hätte man ihm doch lieber weiterhin das wertige 5er aus bewährten edlen Materialien zu einem guten Kurs anbieten sollen...


    Das 5C verkauft sich jetzt am Anfang weil es neu ist und Apple-Fanboys anspricht, sobald das in ein paar Tagen vorüber ist wird das Gerät ein Ladenhüter. Das Gerät gilt dann als "Apples 2. Wahl" und bleibt zu teuer um Apple-Geräte einer weniger zahlungskräftigen oder -willigen Klientel zugänglich zu machen, was die Masse der Verkäufe hätte beflügeln können.


    Die ursprüngliche Annahme, ein 5S für Premiumkunden und ein Sparmodell zum guten Preis für den Massenmarkt, das hätte funktioniert. Jetzt liegen die Preise der Geräte zu nah beieinander, das 5C ist zu teuer und hat obendrein das Image des Billig-iPhones. Sobald der Reiz des Neuen der Fans und einiger pseudo-hipper städtischer Fashion-Victims befriedigt ist, wird das Gerät zum Ladenhüter.


    Ein Produkt neu einzuführen, sofort zu kannibalisieren um damit ein anderes zu hypen, das ist verquer und unsinnig weil man immer irgendeine Kundengruppe vor den Kopf stößt.

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    Original geschrieben von harlekyn
    Ich hatte es ja schon geschrieben: Jeder kann sich frei entscheiden, ob er sein Geraet mit einer PIN schuetzt oder nicht, kuenftig gibt's dann eben zusaetzlich auch noch den Fingerabdruck.


    Apple macht die Speicherung biometrischer Daten in einem Comsumergerät salonfähig.
    Indem Apple das Gerät millionenfach verkauft wird eine Datenbank möglich und nach den Enthüllungen der letzten Wochen wäre es völlig blauäugig zu glauben, dass von dieser Möglichkeit KEIN Gebrauch gemacht wird.
    Zwar kommt die Nutzung des Sensors jetzt noch wie eine Option daher, die man nutzen kann oder auch nicht, aber es liegt doch auf der Hand, dass eine in einem Gerät vorhandene Funktion von vielen Geräteinhabern genutzt werden wird - und viele Leute setzen sich mit der Sache nicht kritisch auseinander wie wir, sondern die nutzen ohne Überlegung alles, was ihnen vor die Nase gehalten wird.


    Apple hat hier eine Verantwortung, der sie in Sachen Datenschutz nicht nachkommen. Dabei argumentiert Apple doch ansonsten immer gerne, dass sie schon wüssten, was für Nutzer gut ist. Die gehen aber mit der Preisgabe biometrischer Daten ein Risiko ein, was im Rahmen der Datensparsamkeit nicht im Nutzerinteresse liegen kann.


    Zitat

    Original geschrieben von AGebauer
    Apples, Microsofts oder auch Googles Datensammelwut wird zukünftig wohl nicht mehr viel Wert sein. Überlegt mal wieviel die heutige Jugend von sich preisgibt. Das Ergebnis wird ein Overkill an Daten sein, die sich in jeglicher Hinsicht widersprechen werden.


    Sicherlich nicht. Kriminalistische Profiler und auch die Werbeindustrie sind sehr erfolgreich damit, dass sie aus Daten Profile entwickeln. Das Erkennen von Mustern lässt Charakterisierungen zu - und je mehr Daten eingespeist werden, um so mehr rundet sich das Bild ab. Ein paar scheinbar nicht dazu passende Aspekte fallen hinten runter, aber der rote Faden entscheidet.


    Das Argument, dass sich manche freiwillig exponieren, bedeutet außerdem nicht, dass daraus das Recht Dritter, Daten zu sammeln oder Auszuwerten, abgeleitet werden kann. Dieses um so mehr als selbst diejenigen, die sich im Netz darstellen, selber entscheiden, was sie darbieten und was nicht. Das, was sie schützen möchten, werden sie nicht offenbaren - und das ist der ganz große Unterschied zum ungefragten Daten-Sammeln.


    Und ein Weiteres: ich sehe auch den Fingerabdruck im Reisepass absolut kritisch. Nichtsdestotrotz erfasst ihn hier eine staatliche Institution , die ein Grundinteresse an der Identifikation von Bürgern haben darf und in der Demokratie nach den transparenten Gesetzen dieses Staates arbeiten muss. Das reicht mir nicht als Pro-Argument, ist aber immer noch nachvollziehbarer als wenn ein Elektrokonzern - auch noch zur völligen Unzeit in der aktuellen politischen Diskussionslage um Geheimdienste - ohne Not mit sowas ankommt und den Leuten den angeblichen Nutzen anpreist während eine breite Diskussion um Datensparsamkeit läuft.


    Wenn Apple solche Daten ohne Not in Geräten greifbar macht und damit auch unbekannten Dritten, die mit Sicherheit versuchen werden an diese Daten zu gelangen, den Zugang ermöglicht, steht das in keinem Nutzerinteresse mehr und hier opfert man zugunsten einer vermeintlichen Bequemlichkeit grundlegende Datensicherheit in einem rein kommerziellen Zusammenhang.

    Klar, wer es will kann biometrische Daten von Menschen sammeln, denn man hinterlässt überall Fingerabdrücke, Haare und Mikrospuren. Es turnen aber keine Horden von Geheimagenten durch die Kneipen um flächendeckend Spuren zu sichern und auf Vorrat zu speichern.


    Wir wissen jedoch inzwischen, dass von mehreren Geheimdiensten alles im elektronischen Bereich gesammelt wird, was irgendwie greifbar ist. Und wir wissen, dass auch iPhones in diversen Funktionen (es ist von 38 die Rede) ausgespäht werden können. Was wir über das gebahren von NSA und Co. erfahren haben legt nahe, dass die wirklich alles speichern, was sie kriegen können.


    Es ist daher mehr als naheliegend zu vermuten, dass sie auch Interesse an den Fingerabdruckdaten des 5S haben werden und nur eine Frage der Zeit, bis sie das System natürlich geknackt haben. Dann haben sie 39 Funktionen unter Kontrolle und vor allem eine, die besonders sensibel weil persönlich ist.


    Wer jetzt wieder sagt "Ich habe nichts zu verbergen" hat einfach nicht verstanden, dass Apple hier über ein populäres Gerät einen weiteren schleichenden Dammbruch salonfähig macht. Schon heute haben wir alle dermaßen viele persönliche Daten auf den Smartphones, dass es viel über die Persönlichkeit des Besitzers aussagt. Dem wird jetzt eine weitere, besonders heikle Komponente hinzugefügt.


    Einen Weg zurück gibt es nicht mehr, weil wer wird schon sein Handy und das Internet abschaffen? Apple bereitet somit den Weg für eine weitere Datensammlung anstatt für mehr Datenschutz zu sorgen.