...Heute kennt fast jeder bücherlesende Mensch Henning Mankell und seinen melancholischen Kriminalkommissar Wallander. An diesem Autor kann man lernen, wie Bestseller gemacht werden, meint Ruth Spietschka in der FRANKFURTER RUNDSCHAU. Ob ein Buch ein Bestseller wird oder nicht, das hängt in den meisten Fällen vom Verlagsmarketing ab:
Es beginnt mit der Wahl der richtigen Spitzentitel. Das sind weder die besten noch die schönsten, sondern die Erfolg versprechendsten Titel eines Programms. Und "die kriegen alles", das heißt die volle Aufmerksamkeit von Presse-, Marketing- und Vertriebsabteilung, vor allem einen eigenen Werbeetat, also Leseexemplare, Plakate, Aufkleber, Give-aways sowie Anzeigen nicht nur in der Branchenpresse, sondern auch in Publikumszeitschriften und überregionalen Tageszeitungen.
Sind die Spitzentitel erst einmal gewählt, beginnt der publizistische Angriff auf den möglichen Leser, so die FRANKFURTER RUNDSCHAU:
Sehr genau wird überlegt, welche Rezensenten ein Buch besprechen könnten. Entscheidend ist jedoch etwas anderes: Der potenzielle Käufer muss einem neuen Buch im Fernsehen, im "Spiegel", den großen Tageszeitungen und anderen Medien möglichst gleichzeitig begegnen. Nur wenn sich die Rezensionen in einem sehr kurzen Zeitraum ballen, lassen sie auch die Ladenkassen klingeln.