ÖPNV und Komfort? Ein Widerspruch in sich.
das Stichwort Komfort bezog sich darauf, dass ich einfach einsteigen kann, ohne mich mit Tarifzonen und Preisstufen auseinandersetzen muss. Aber auch generell, wenn der Zug nicht überfüllt ist, empfinde ich das Bahnfahren durchaus als komfortabel. Ich kann die Augen schließen, dösen, schlafen, lesen....
Beispiel: Fahrt ins Hallenbad
ÖPNV: 15 Minuten Fußweg von zu Hause zum Bahnhof, 15 Minuten Zugfahrt, 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof zum Hallenbad = 40 Minuten
PKW: Vor der Haustüre einsteigen, 20 Minuten fahren, auf dem Parkplatz des Hallenbades aussteigen, ohne nennenswerte Fußwege.
Vorweg: für mich ist ein Fußweg nicht negativ, sondern positiv. So kann ich zusätzliche Bewegung wunderbar in meinen Alltag integrieren. In deinem Beispielfall würde ich vor oder nach dem Besuch des Hallenbades ohnehin einen Spaziergang machen. Insofern würde für mich der Fußweg überhaupt keinen Zeitverlust bedeuten, sondern einen Zeitgewinn.
Wenn ich im Winter in die Sauna des nächstgelegen Schwimmbads möchte, dann laufe ich die insgesamt sechs Kilometer auch in so gut wie jedem Fall. Ist für mich ein schöner Spaziergang zur Einstimmung auf die Sauna bzw. zum Ausklang.
Ein ÖPNV-Beispiel sieht bei mir z.B. so aus - Weg zum Firmensitz
ÖPNV: 15 Minuten Spaziergang zum Bahnhof, 75 Minuten Zugfahrt, 5 Minuten U-Bahnfahrt, 5 Minuten Fußweg = 100 Minuten
PKW: Vor der Haustüre einsteigen, 90 - 110 Minuten fahren, vor dem Firmengebäude aussteigen, ohne Bewegung an der frischen Luft, ohne Nickerchen, ohne Lesen
Da gewinnt bei mir regelmäßig der ÖPNV. Dauert in etwa gleich lang, ich kann die Zeit jedoch erheblich besser nutzen.
Man kann dadurch erkennen, wie individuell das Ganze ist. Es gibt nicht einfach nur "auf dem Land" oder "in der Stadt".