Geschichte hin- oder her: Es ist alles passé, und vieles hat sich geändert. 60 Jahre mögen geschichtlich gesehen kein großer Zeitraum sein, aber politisch, ideologisch und gesellschaftlich gesehen hat sich in dieser Zeit viel getan und alles geändert. Die Nachkriegsgeneration hat sich mit dem Dritten Reich auseinandergesetzt, und klare Erkenntnisse darüber gewonnen. 99% aller älteren Menschen verabscheuen diese Zeit, 99% aller jungen Menschen können sie nicht nachvollziehen.
Wie ich bereits oben schon erwähnt habe, hat heute (abgesehen von Randgruppen, die es immer geben wird) kein Mensch in Deutschland ein Problem mit Juden, dieses Feindbild existiert schon lange nicht mehr, weil a) alle bestens über die Greueltaten informiert sind und b) es niemals eine Wiederholung dieser Zeit geben kann.
Würde man auf der Straße den Durchschnittsmenschen fragen, welche Religion die gefährlichste ist, würde der Bild-Lesende, 11.-September-Geprägte und mediengesteuerte Mensch mit Islam antworten. Dies ist natürlich (auch aus meiner persönlichen Sicht) nicht erfreulich, schon gar nicht richtig, aber zeigt einfach, daß die deutsche Gesellschaft schon lange den Punkt erreicht hat, wo das Thema Holocaust und Juden keinen weiteren Diskussionsbedarf hat, weil es wirklich totgeredet und verarbeitet ist. Ein Mahnmal kann noch so groß sein, es wird mich keinen Meter zum Denken anregen, weil über das Thema alles, aber wirklich alles schon gesagt wurde.
Aufklärung in der Schule ist sehr wichtig und sollte auch weiterhin mit großer Sorgfalt fortgesetzt werden, alles andere, was verwendet wird um den Leuten ein schlechtes Gewissen aufzudrängen, bringt gar nichts, und man sieht es auch in diesem Thread: Es nervt langsam.
Irgendwann, wenn nach 100 Jahren unsere Ur-Ur-Enkel immer noch für den Holocaust blechen müssen und mit einer Pseudo-Demut durch die Gegend laufen, wird man sich nochmal neu überlegen wer nun wirklich das größere Opfer dieser Zeit war. Schuld ist auf jeden Fall die deutsche Gesellschaft - nicht nur wegen den Taten im 2. Weltkrieg, sondern für die Unfähigkeit, nach 60 Jahren immer noch nicht in der Lage zu sein einen Schlußstrich zu ziehen.

