Alarmierend :
http://www.tagesanzeiger.ch/au…er-Kolonne/story/30542701
"Gipfeltreffen mit Putins fünfter Kolonne
In Wien berieten die Führer der russischen Eurasien-Bewegung mit westeuropäischen Rechtspopulisten, Aristokraten und Unternehmern über die Rettung Europas vor Liberalismus und Schwulenlobby.
... berieten nur wenige Meter entfernt, im Stadtpalais des Fürsten Liechtenstein, Nationalisten und christliche Fundamentalisten aus Russland und dem Westen, wie sie Europa vor Liberalismus und der «satanischen» Schwulenlobby retten und wie sie die alte, gottgegebene Ordnung wiederherstellen könnten. Die Versammlung fand unter strengster Geheimhaltung hinter verschlossenen Türen und zugezogenen Gardinen statt. Sie wurde jedoch dem TA von zwei voneinander unabhängigen Quellen bestätigt.
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Gastgeber der Wiener Tagung waren der russische Oligarch Konstantin Malofeew und seine Stiftung Sankt Basilius der Grosse. Malofeew moderierte auch die Veranstaltung. Weitere Gäste aus Russland waren der Chefideologe der Eurasischen Bewegung, Alexander Dugin, sowie der bekannte nationalistische Maler Ilja Glasunow. Aus Frankreich kamen die Abgeordneten des Front National, Marion Maréchal-Le Pen (Enkelin des Parteigründers und Nichte von Marine Le Pen) sowie der Historiker Aymeric Chauprade. Aus Spanien reiste Prinz Sixtus Henri von Bourbon-Parma an, Anführer der katholisch-monarchistischen Carlisten-Bewegung, aus der Schweiz Serge de Pahlen, Direktor eines Genfer Finanzunternehmens und Ehemann der Fiat-Erbin Margherita Agnelli de Pahlen. Aus Österreich nahmen der Vorsitzende der rechtspopulistischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, sein Stellvertreter Johann Gudenus und der Wiener FPÖ-Politiker Johann Herzog teil, aus Bulgarien der Vorsitzende und Gründer der rechtsextremen Partei Ataka, Wolen Siderow. Weiter anwesend waren Rechtsextremisten aus Kroatien, Adelige aus Georgien und Russland sowie ein katholischer Priester.
Presse und Öffentlichkeit wurden von dem Treffen nicht informiert, die Teilnehmer zu absoluter Geheimhaltung verpflichtet. Ein privater Wachdienst kontrollierte die Eingänge des barocken Palais. Selbst die Teilnehmer durften nicht fotografieren. Als FPÖ-Chef _Strache am Konferenztisch ein Handyfoto schoss, wurde er von Tagungsleiter _Malofeew sofort abgemahnt.
Stargast der Versammlung war Alexander Dugin, 56-jähriger Publizist aus Moskau, Mitbegründer der Nationalbolschewistischen Partei und Chefideologe der Eurasischen Bewegung. Dugin propagiert ein europäisch-asiatisches Bündnis unter Führung Russlands. Seine Ideen waren bei der Rede des russischen Präsidenten Putin nach der Annexion der Krim ebenso bemerkbar wie bei Gründung der Eurasischen Union von Russland, Weissrussland und Kasachstan Ende Mai. In einer TV-Ansprache im April schlug Dugin vor, Europa auf friedlichem Weg zu einem russischen Protektorat zu machen und es damit vor Homoehen, Pussy Riot und vor sich selbst zu schützen: «Wir müssen Europa erobern und anschliessen.» Fest stehe, so Dugin weiter, «dass uns eine prorussische fünfte Kolonne in Europa unterstützt. Das sind europäische Intellektuelle, die ihre Identität stärken wollen.»
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Der 39-jährige Gastgeber Konstantin Malofeew machte sein Vermögen mit dem Investmentfonds Marshall Capital. Er gründete auch einen Wohltätigkeitsfonds zur Unterstützung von Spitälern, Schulen und orthodoxer Kirche. Wichtig ist ihm dabei stets die Vermittlung traditionell russisch-christlicher Werte. In einem Porträt der «Financial Times» wird er als «moderner Rasputin» bezeichnet, der über einen befreundeten Mönch direkten Zugang zu Präsident Putin habe. Russische Medien verdächtigen Malofeew, dass er die prorussischen Separatisten in der Ostukraine finanziere. Die Anfrage des TA wurde von seinem Büro nicht beantwortet. In einem Interview mit der russischen Ausgabe von «Forbes» bestätigte Malofeew, dass der selbst ernannte Premier der «Volksrepublik Donezk», Alexander Borodai, sein ehemaliger Mitarbeiter sei: Er wünsche ihm für seine weitere Arbeit «viel Glück», denn was jetzt in der Ukraine passiere, «muss jeden Russen beunruhigen».
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Auch andere Gäste im Festsaal des Stadtpalais Liechtenstein lobten Putin. Ein Redner sah in Russlands Präsidenten den «Erlöser» und die Reinkarnation Alexander des Ersten. Der Zar hatte die «Heilige Allianz» gegen Napoleon geschmiedet, auf dem Wiener Kongress allerdings auch gedrängt, das besiegte Frankreich wieder in die Gemeinschaft aufzunehmen. So war es für die Tagungsteilnehmer im Jahr 2014 auch kein Problem, Vertreter des Front National in ihrer Mitte zu begrüssen. Der 45-jährige Aymeric Chauprade, frisch gewählter EU-Abgeordneter und Historiker, ist ein Intellektueller nach dem Geschmack Dugins. Chauprade vertritt die Idee eines Europa der Nationen mit besonders starker Bindung zu Russland. Die 24-jährige Marion Maréchal-Le Pen hingegen mahnte die vielen älteren Herren in der Runde, die Jugend nicht zu vergessen. Auch ein «Marsch des Lebens» durch Europa wurde vorgeschlagen. Damit könnte – so die Idee – der Vatikan zur Unterstützung motiviert werden.
Die Tagung der Nationalisten endete mit klassischem Konzert und Galaempfang (Smokingpflicht für die Herren). Das nächste Treffen soll im Januar stattfinden, vermutlich in Moskau. Der Organisator schlug die Krim vor, doch das lehnten andere Teilnehmer ab. Im _Winter sei die umstrittene Halbinsel zu feucht und ungemütlich."