Radio:
Eine weitere Besonderheit (ja, ein Radio ist heut zu Tage auch nicht mehr selbstverständlich – siehe Flaggschiff-Modelle) ist das integrierte FM-Radio mit RDS-Funktion. Dank dem verwendeten Prozessor kann der Nutzer also nicht mehr nur auf die eigene Musiksammlung zugreifen, sondern zusätzlich auch noch in den Genuss der vielen verschiedenen Radiosender kommen. Das Radio funktioniert - wie üblich – nur mit angeschlossenem Headset, wobei es sich hier nicht zwingend um die mitgelieferte JBL-Variante handeln muss.
Nach dem ersten Start können auch direkt die zur Verfügung stehenden Sender gescannt werden. Diese lassen sich im Anschluss über die Sendeliste einzeln anwählen, wobei hier leider der tatsächliche Sendername noch nicht angezeigt wird. Bei der Auswahl muss man sich also auf die Frequenz verlassen, oder alternativ jeden Sender kurz „anspielen“. Über die weiteren Einstellungsmöglichkeiten können zusätzlich noch „Informationen zum Radiosender“ aktiviert werden. Dabei handelt es sich dann um die Übermittlung des Sendernamens sowie zusätzlichen Daten (Songtitel, Name der Show, etc. pp.). Diese werden dann im Wiedergabebildschirm zusätzlich visualisiert.
Wenn wir schon beim Wiedergabebildschirm sind: Dieser wirkt beim Idol 3 sehr aufgeräumt und ansprechend: Auf orangenem & weißem Hintergrund wird mittels Frequenzband die „Position“ des derzeit angehörten Senders dargestellt. Unterhalb des Frequenzbandes lassen sich die (bis zu 6) Favoriten anwählen. Wiederrum unterhalb der Favoriten befindet sich die Navigationsleiste, die aber wohl nur recht selten benötigt wird.
Bei der Audiowiedergabe erfolgt die Übermittlung über das Headset – komischerweise – recht „leise“, wenn man den Musikplayer als Relation nimmt. Bitte nicht falsch verstehen – die Lautstärke reicht dennoch absolut aus, allerdings wäre da gefühlt noch mehr drin gewesen. Das Gegenteil gilt für die Wiedergabe über die beiden Frontlautsprecher: Hier spielt das Idol 3 wieder seine volle Stärke aus: Maximale Lautstärke gepaart mit qualitativ hochwertigen Klangelementen – wobei das natürlich auch vom verfügbaren Signal abhängig ist.
Dennoch – auch hier fällt das Alcatel Idol 3 positiv auf, klasse!
Fazit:
Wie schon bei der 5,5“ Variante möchte ich das Fazit kurz mit dem „Durcheinander“ der unterschiedlichen Versionen des Smartphones beginnen. Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich immer noch nichts an der Verkaufsstrategie von Alcatel bzw. den Kooperationspartnern in Deutschland geändert: Über den offiziellen deutschen Service-Partner beispielsweise wird immer noch „nur“ die Dual-SIM Variante angeboten. Die Single-SIM Varianten mit Speicherkartenslot sind zwar zwischenzeitlich flächendeckend bei verschiedenen Elektronikfachhändlern zu bekommen – allerdings war dies zum Marktstart noch anders. Hier waren teilweise extreme Verzögerungen bei der Verfügbarkeit zu verzeichnen.
Doch zurück zum eigentlichen Hauptcharakter – dem Idol 3 4,7“: Diese Variante ist momentan für 199,- €uro online zu bekommen. Schaut man sich im direkten Vergleich dazu den größeren Bruder an, muss man hier noch 269,- €uro auf den Tisch legen. Beide Preise sind in Anbetracht der gebotenen Leistung sehr gut – keine Frage. Doch ein Blick zu unseren französischen Nachbarn zeigt schnell, dass die Geräte dort doch erheblich günstiger angeboten werden.
Diese Tatsache vereinfacht den Ausbau der Marke „Alcatel“ auf dem deutschen Markt nicht gerade, zumal wir bisher – was den Release-Zeitpunkt vieler Geräte angeht – immer eher an letzter Stelle standen. Das gleiche Bild zeichnet sich im Übrigen bei der Verfügbarkeit von offiziellem Zubehör ab. Ansonsten werden aber vor allem Musikliebhaber schnell ihre Vorlieben beim Idol 3 befriedigen können: Die beiden Front-Lautsprecher mit jeweils 1,2 W liefern wirklich das Nonplusultra in Sachen Lautstärke und Wiedergabequalität. Dennoch guckt mal zur gleichen Zeit – was die restliche Ausstattung angeht – nicht in die Röhre: Ein Snapdragon 410 Quad-Core Prozessor ist in Verbindung mit 1,5 GB Arbeitsspeicher natürlich nicht Spitzenklasse – doch das muss auch nicht unbedingt sein: Das Gerät läuft im normalen Betrieb wirklich flüssig, lediglich bei ausführlicheren Anwendungen bzw. Aktionen (umfangreiche DJ-Funktionen längerer Sound-Schnipsel, etc.) bringen die Hardware irgendwann leicht an ihre Grenzen. Doch dafür darf man sich – trotz kleinerem Akku – über eine noch bessere Laufzeit freuen. Meiner Meinung nach ein durchaus fairer Kompromiss - auch wenn ich persönlich ja immer noch auf der Suche nach einem Gerät unter 5 Zoll und absoluter Highend-Hardware bin. Mit Ausnahme von Sony scheint das nämlich niemand so wirklich umsetzen zu können / wollen.
Negativ fällt beim Idol 3 4,7“ natürlich auch wieder die Notification-LED auf: Wie auch beim großen Bruder ist es nicht möglich, diese individuell zu konfigurieren (Blink-Intervall, überwachte Programme, etc.). Zudem funktioniert die LED nicht, sofern im Gerät selbst der ab Android Lollipop vorhandene Lautlos-Modus aktiviert ist – absoluter Müll!
Beim 5,5“ Gerät hatte ich noch die nicht vorhandene Möglichkeit kritisiert, den Akku via Schnellladefunktion wieder voll zu bekommen. Das ist (natürlich) auch beim kleineren Bruder nicht möglich, allerdings dauert der Ladevorgang hier nicht mehr so lange, da der Akku ja auch geschrumpft ist: In ca. 90 Minuten lässt sich der Akku von 0% auf 100% bringen – akzeptabel.
Nun - wem kann das Idol 3 ohne zu Zögern empfohlen werden? Im Grunde genommen jedem, der viel Wert auf Musik und einfache Handhabung legt, dabei allerdings auch die sonstige Ausstattung nicht aus dem Blick verlieren möchte. Da sich so gut wie alle vorinstallierte Anwendungen (teilweise auch Google-Anwendungen) deinstallieren bzw. deaktivieren lassen, behält der Nutzer trotz angepasster Software ein gutes Maß an Kontrolle über das Gerät und dessen Anwendungen.
Bravo Alcatel – ich freue mich bereits jetzt auf den Nachfolger des Geräts!
Vorteile:
- - Durch die verminderten Gehäuse-Abmessungen lässt sich die kleinere 4,7” Variante des Idol 3 noch bequemer mit nur einer Hand bedienen
- - Trotz reduzierter Power (Snapdragon 410 statt 615, HD statt Full HD, 1,5 GB RAM statt 2GB, …) macht sich das im Alltag nicht wirklich bemerkbar: Alle Anwendungen laufen flüssig und lassen sich ohne große Verzögerungen / Wartezeiten starten
- - Auch der kleiner dimensionierte Akku (2.000 mAh) macht sich nicht negativ bemerkbar – im Gegenteil: Dank der Kombination mit den anderen, sparsameren Verbrauchern lässt sich mit dem kleinen Idol 3 Modell eine noch längere Laufzeit erreichen!
- - Bei den „Key-Features“ wie den beiden Lautsprechern und der Hauptkamera geht Alcatel erfreulicherweise keine Kompromisse ein: Hier werden dieselben (leistungsstarken) Komponenten verbaut, wie beim großen Bruder.
- - Bedeutet: Bei guten Lichtverhältnissen sehr ordentliche Ergebnisse der Kamera, bei schwachem Licht macht sich allerdings recht schnell ein Rauschen bemerkbar. Auch Videoaufnahmen sind auf der Höhe der Zeit (Full HD, 30 FPS)
- - dieselben überragenden Frontlautsprecher mit jeweils 1,2 Watt Power – der HAMMER!
- - Das allgemeine Preis- / Leistungsverhältnis des Geräts befindet sich in einer sehr guten Region
- - Erstklassige Telefonie- und Empfangseigenschaften: Kraftvolle Stereo-Lautsprecher erübrigen eventuell sogar die Anschaffung einer Freisprecheinrichtung / Nachrüstlösung im PKW
- - die „Upside down“ Funktionalität ist tatsächlich mal innovativ. Anfangs denkt man, dass man diese Funktion wohl nicht unbedingt benötigt. Doch nach etwas Nutzungsdauer erwischt man sich selbst dabei, während das Gerät „eigentlich“ verkehrt herum gehalten wird.
Nachteile:
- - Wie oben angedeutet – bei schlechteren Lichtverhältnissen lässt auch die Leistungsfähigkeit der Kamera nach
- - Die Software befindet sich zwar auf einem guten Weg, allerdings befindet sich da auch noch Luft nach oben. Beispiel: Die Benachrichtungs-LED lässt sich zwar aktivieren und deaktivieren, weitere Einstellungsmöglichkeiten (Blink-Intervall, überwachte Anwendungen, etc.) sucht der Nutzer hier allerdings vergeblich.
- - kein Profilmanager mit an Bord: Man ist auf die Software-Lösung der Standard-Google Benachrichtigungen angewiesen: Das Gerät lässt sich entweder auf „Laut“, „Vibration“ oder „Lautlos“ einstellen und kann jeweils noch über Ausnahmen konfiguriert werden. Problem: Ist „Lautlos“ gewählt, deaktiviert sich automatisch auch die Benachrichtungs-LED auf der Front. Warum?
- ¬ Fest verbauter Akku: Im Reparaturfall muss das Gerät damit zwangsweise zum Servicepartner geschickt werden.
- - Da ich bereits die 5,5“ und nun eben die 4,7“ Variante im Test hatte ist mir aufgefallen, dass die Software-Updates für die unterschiedlichen Versionen teilweise mit einem extremen Zeitversatz (ca. 2 Monate) verteilt werden. Das ist der Nachteil an unterschiedlichen Varianten…