Zitat
Original geschrieben von addictivebn
Für alles haben wir Geld, nur nicht für die wirklich wichtigen Sachen......
z.B. für Deutschkurse. Dafür sind die Mittel gekürzt worden. Gleichzeitig hat man aber auch erkannt, das es eine Pflicht zur Teilnahme geben muss.
Der Sprachtest für Kinder ein Jahr vor der Schule ist ein Schritt in diese Richtung. Die Verpflichtung insbesondere an Grundschulen einen Sprachförderunterricht anzubieten ebenso. Selbst wenn dafür die ach so wichtige
Theatergruppe einstellen muss. Gelegentlich muss man Prioritäten setzen. 
Wenn hier weiter oben im Thread die Kosten für ein Haus mit angeführt werden so hat das einen guten Grund. Wir kommen hier auch wohl zum eigentlichen Problemfeld. Nicht die Herkunft, die Hautfarbe oder die Religion ist letzlich entscheidend, sondern die soziale Stellung. Gleich gesellt sich zu gleich. Das ist ein menschlicher Faktor, den man kaum erfolgreich ändern kann.
So gab es z.B. in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts in Hemmingen (bei Hannover) drei Siedlungen. Eine für die Arbeiter, eine für die Beamten-Angestellten-Kaufleute und eine für die hohen Tiere (Anwälte, Professoren, Unternehmer usw. )
Die Grundstückspreise waren damals nicht so entscheidend, die Lage auch nicht, man zog nur immer zu seinesgleichen. Das hat ein Heimatforscher mal erfolgreich belegt.
Was hat das mit dieser Diskussion zu tun? Vieles.
Die Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe "Spätaussiedler" wird gleichgesetzt mit einer Erwartung das hier soziale Probleme auftauchen werden. Bei Mitwohnungen mit Belegrecht würde ich sogar darauf wetten, das diese Entwicklung genau so Eintritt. Ergebnis sind dann zwei Ghettos, einmal das Bürgerliche und einmal die Problemecke.
Beispiele für solche Ergebnisse gibt es wohl in jeder Stadt. Viele städtebauliche Projekte mit dem Ansatz über eine Durchmischung zu erlangen gescheitert. Sogar nach erfolgter Durchmischung gibt es Probleme (z.B. Spargelacker in H-Bemerode). Diejenigen die dort Häuser gekauft haben und eigentlich zum Mittelstand (frei nach Dahrendorf) gerechnet werden müssen, sind inzwischen in der Minderheit und würden fast alle lieber heute als morgen wegziehen.
Andererseits
hab ich noch nicht herausgehört oder gelesen, das es Mietobjekte werden. Ich meine sogar das hier Eigentum geschaffen wird. Dann stimmt die allg. Assoziation nicht. Auch bei den Spätaussiedlern gibt es erfolgreiche Mitbürger, die sich durch Arbeit, Handel usw. legal so viel zusammengespart haben, das sie sich ein Haus leisten können. Die o.g. sozialen Probleme sind dann dort wesentlich weniger zu erwarten.