Mein Posting oben war zu lang, ich hab mich selbst verwässert.
Nochmal: Ich vergleiche Schröders Aussagen mit denen von Brüning. Oskar schreibt bei mir ab und wird kritisiert.
Brüning hätte auch Premierminister Holland sein können und seine Politik hätte die gleichen wirtschaftlichen Folgen (nicht zwingend die politischen) gehabt. Schröder erklärt öffentlich diese Fehler wiederholen zu wollen.
Die Politik von Brüning wird nicht deshalb falsch, weil einige Monaten nach seinem Rücktritt Adolf H. an die Macht kam. Die Wirtschaftspolitik ist (auch insbesondere nach Keynes) falsch, weil sie die Wirtschaft noch mehr schwächt und die Probleme vergrößert.
Es gibt halt in der Geschichte kein brauchbares Beispiel einer so fatalen Wirtschaftspolitik wie unter Brüning. Gäbe es einen anderen Politiker, der in den letzten 100 Jahren so einen Mist produziert hätte, könnten wir diesen Zitieren. Gibt es aber leider nicht. Es gibt halt nur eine seit 50 Jahren allgemein akzeptierte Theorie von Keynes, die genau das Gegenteil empfiehlt.
In 30 Jahren können die uns folgenden User hier im Forum dann von der fatalen Politik eines Gerhard Schröders sprechen, ohne sich mit dem Nachfolgern von Brüning auseinandersetzen zu müssen.
Zitat von oecher
Zitat
Die Umstände sind heute anders als damals. Auch die wirtschaftlichen übrigens.
Die Umstände mit der Wirtschaftskrise sind nicht so schlimm wie nach 1929. Aber nichts ist so schlimm, das man es nicht verschlimmern könnte. Ich sehe auch keine Gefahr für die Demokratie in Deutschland durch radikale Parteien. Wohl aber sehe ich sehr schlimme Konsequenzen für Arbeitsplätze, Einkommen und Lebensstandard auf uns zukommen.
Heute wird die Wirtschaftpolitik zu wirtschaftlichen Folgen führen. Vielleicht zu der einen oder anderen Wahlentscheidung auf Länderebene, vielleicht sogar zu einem außerplanmäßigen Machtwechsel im Bund, das kann und will ich nicht vorhersagen müssen.
All das macht aber die Politik von Schröder nicht besser. Damit werden die von ihm zu begehen geplanten Fehler nicht besser.
Anstatt sich mit den Vorwürfen einer falschen Wirtschafspolitik auseinander zu setzten schickt der Kanzler seine Doris vor, um den Kritiker mit unhaltbaren Vorwürfen in irgendwelche Ecken zu drängen. Dann reden wir nicht mehr über die inhaltliche Kritik, sondern um Personen und um Formulierungen.
Selbst wenn Oskar für sein abschreiben bei mir aus der Öffentlichkeit verbannt würde, ändert der "Kapitän" Schröder wohl kaum seinen Kurs, sondern steuert uns sehenden Auges in die Probleme. Leider hat sich die Tradition aus der christlichen Seefahrt nicht erhalten, das ein Kapitän, der sein Schiff auf die Klippen oder gegen einen Eisberg steuert mit dem Schiff untergehen muss. Heutige Schiffe überleben auch den fehler des Kapitän. Es wird nur lange dauern, bis das Schiff wieder flott ist und viele Passagiere werden sich wohl verletzen (Firmen in Konkurs gehen).
Mist, schon wieder so viel geschrieben. 