Zitat
Original geschrieben von gast456
Hi,
bin erst heute auf diesen thread gestossen....bin sehr froh, dass sich doch so viele über diese staatsanwaltliche Aktion aufregen...
....
...Bin froh, dass sich hier so viele für die Grundrechte engagieren
Äh, ja, ich auch. Jedenfalls freue ich mich, daß das Thema hier in allen Facetten so hingebungsvoll diskutiert wird.
Was aber Dein pseudo-Freudsches Gefasel hier verloren hat, habe ich noch nicht recht begriffen.
[EDIT]
Sorry, aber ich persönlich halte da nicht viel davon.
Ebensowenig glaube ich, daß der Thread zu irgendeinem Ergebnis führen wird.
Wir alle sind uns einig, daß Pädophilie verachtenswert ist. Wir alle freuen uns, wenn diese Menschen erwischt werden (Konsumenten ebenso wie "Macher").
Darüberhinaus jedoch verlieren wir uns in Begrifflichkeiten des Rechtssystems, die mit der Sache an sich nichts mehr zu tun haben. Es ist leider so, wie es jemand bereits beschrieben hat (ich meine, es war DaFunk): Das, was wir moralisch als korrekt oder "gut" empfinden, ist nicht immer das, was wir auf dem Rechtsweg erreichen können. Denn auf dem Rechtsweg wird mal versehentlich ein Antrag verspätet eingereicht, oder ein Beweismittel wird nicht zugelassen, oder die Beweise wurden illegal beschafft. Und schon geht die "moralische Gerechtigkeit" in den Lokus und der offensichtliche Täter lacht dem Staatsanwalt ins Gesicht, weil man ihn wegen einfacher Verfahrensfehler nicht verknacken kann.
Nun müßte man hinterfragen, ob nicht auch in diesem Fall die Beweise gegen die 322 Verdächtigen aufgrund eines Verfahrensfehlers zustande gekommen sind.
Meine persönliche Meinung als Laie ist, daß - vorausgesetzt, der Ablauf war der, der uns in den Medien vermittelt wurde (Behörden fragen an, Banken prüfen 22 Mio. Kreditkarten, Banken geben 322 Datensätze an die Behörden) - die Sache weder Datenschutz- noch Verfahrensrechtlich grobe Mängel aufweist.
Ja, vermutlich werden in einigen Jahren noch ganz andere Dinge gescannt. Aber mal ganz ehrlich: Den ersten Schritt zu diesem "Datenschutzdrama" haben - zumindest in Deutschland - die Bürger ganz alleine getan, indem sie bei allen möglichen Punkte-Sammelaktionen ihre Daten hinterlassen haben, nur um ein paar cent im Jahr zu sparen oder alle fünf Jahre eine Koziol-Schüssel als Prämie zu erhalten.
Komischerweise hört man beim Thema Payback&Co niemals eine solche Welle durchs Forum gehen.
"Nein", werden einige nun argumentieren, "da kann man ja auch nicht als False Positive verhaftet werden." Nein, das kann man wegen ein paar hundert Payback-Punkten in der Tat nicht.
Es kann einem aber dennoch auch im wahren Leben widerfahren. Fehlurteile gab es bereits vor den Zeiten von Internet und elektronischen Kontrollmöglichkeiten. Die Gefahr, Falsche Positive auszuspucken, ist für mich zumindest kein Argument gegen die Überprüfung der Kreditkartendaten.
Ich persönlich sehe diese aktuelle Sache nicht als Verbraucherrechtlich bedenklich. Wie das bei der nächsten Aktion der Ermittlungsbehörden aussieht, die vielleicht anders abläuft, das muß wohl tatsächlich von Fall zu Fall geprüft werden.
Auch wenn andere (wieder mal) Angst um ihre Grundrechte bekommen mögen: Ich habe allein aufgrund dieser Sache keine größere Sorge als vorher, was den Datenschutz angeht und genieße daher die ungetrübte Genugtuung, daß es immerhin 322 erwischt hat, die es (höchstwahrscheinlich alle) verdient haben.
cu
NoTeen