Die "Erschließungskosten" werden in Euro und Cent überhaupt nicht auf die Preise heruntergebrochen. Die kalkulatorische oder ggf. auch die tatsächliche Miete ist ein Kostenfaktor, der irgendwo in der Summe der Sachkosten auftaucht. Hier wird weder geschraubt noch wird ein spezieller Kostenfaktor unmittelbar durch den Preis "hereingeholt", weil man diese Art von Fixkosten sowieso nicht manipulieren kann.
Wenn es die Verkaufspreise nicht mehr bringen, dann wird viel lieber mal wieder an der Personalschraube gedreht - das ist der einzige Kostenfaktor, an dem man (bisher noch) arbeiten kann.
Was die Kartenzahlungen angeht:
Beim ELV-Verfahren ist der Kostenaufwand für die Buchungen nicht exorbitant hoch. Hier machen eher die Rücklastschriften den großen Posten.
Es gibt Monate, da habe ich schon mal 300-400 Euro an Rücklastschriften. Diese muß ich nicht allein durch Umsatz, sondern durch Gewinn wieder "hereinarbeiten".
Natürlich sind diese Kosten auch irgendwo in der Kalkulation "versteckt". Man sollte sich jedoch hier eher über die unehrlichen Zeitgenossen aufregen, die ihre EC-Karte aufbiegen, obwohl sie wissen, daß das Konto bereits dick in den Miesen ist. Rechtlich wird das übrigens als Betrug gewertet, vorausgesetzt, daß der Kartenzahler die Rücklastschrift wissentlich und vorsätzlich in Kauf genommen hat.
An Daten erhalte ich aus den Kartenzahlungen lediglich Bankverbindungen (Kontonummer und Bankleitzahl - ohne persönliche Daten!) und die Namen, die auf den Karten aufgedruckt sind (müßte ich also jedesmal schnell von der Karte abschreiben), bzw. die Unterschriften, so sie denn leserlich sind.
Daraus irgendwelche Datensätze statistisch aufzubereiten, ist praktisch unmöglich (Ausnahme: Payback und Konsorten) und steht in keinem Verhältnis zum erhofften Nutzen.
Um mal noch den Bogen zurück zu spannen: Den "Sparfüchsen" im Thread kann ich gerne mal die wöchentliche Liste der Preisänderungen in meinem Laden zukommen lassen. Derzeit habe ich circa 100 bis 150 - am Tag! Weit über 90% davon sind Erhöhungen, und zwar vor allem bei Artikeln, die per se gar nicht von der Mehrwertsteuererhöhung betroffen sind. Diese Preiserhöhungen denke ich mir übrigens nicht selbst aus, sondern sie werden zentral gepflegt und gesteuert. Sie steigern auch nicht direkt meinen Gewinn, sondern dienen lediglich dem Spannenerhalt (zu Deutsch: Weitere Verringerung des Gewinns vermeiden).
cu
NoTeen