Ich möchte euch die Sache gerne aus der Sichtweise eines Arbeitgebers näherbringen:
Ein Mitarbeiter, der netto (Steuerklasse 1) ca. 1000 Euro verdient, kostet den Arbeitgeber mindestens 1800 Euro. Bei 163 Arbeitsstunden pro Monat (Vollzeittätigkeit) sind das 11,05 Euro pro Stunde.
Jemand, der eine Stunde am Tag vertrödelt - egal ob mit Rauchen, Internetsurfen oder vor sich hin starren - kostet also per se schon mal 11,05 Euro extra. Ohne Gegenleistung.
Zusätzlich geht aber auch die Produktivität verloren, die der AN erbringen würde.
In unserer Branche liegt eine durchschnittliche Pro-Kopf-Leistung bei (nach Umsatz) ca. 20.000 Euro monatlich. Das bedeutet einen Produktivitätsverlust von 122,70 Euro pro nicht gearbeiteter Stunde, oder (bei 20% Gewinnmarge) 24,54 Euro entgangener Gewinn, plus die 11,05 Euro unnötiger Lohnkosten, also über 35 Euro, die ich genausogut aus dem Fenster werfen könnte.
Natürlich bin ich nicht verbohrt genug, zu glauben, daß jeder eine volle Schicht durchackern kann und soll. Gerade die menschliche Komponente - und dazu gehört auch mal gelegentlich der "Langsamgang" macht die Arbeit erträglich.
Gerade bei Rauchern achte ich aber schon sehr genau darauf, wie großzügig die Kolleginnen und Kollegen mit ihrer bezahlten Zeit haushalten.
Erfahrungsgemäß beweisen die Älteren hier mehr Disziplin als die Jungen.
Wenn ich allerdings merke, daß allgemein die Disziplin im Team leidet, dann wird schon mal der größte "Bremser" aussortiert (erst vergangene Woche wieder gehabt), denn es gibt nicht wenige Kollegen, die sich von einer solchen Art unkollegialen Verhaltens mitziehen lassen (nach dem Motto: "Wenn der Extrapausen zum Rauchen einlegen kann, dann darf ich ja auch ein bisschen schludern").
Ich möchte betonen, daß mir die Leiden des Rauchers durchaus bekannt sind. Ich habe selbst dreizehn Jahre geraucht.
Dennoch ist es (für mich) ein wenig befremdlich, daß hier um Verständnis für eine Fraktion gerungen wird, die sich den Schaden und die Sucht aus freien Stücken zufügt, ohne (mal wieder) zu hinterfragen, wie es denn eigentlich mit den (tatsächlich bestehenden!) Rechten der "anderen Seite", nämlich der Arbeitgeber aussieht.
Ferner stehen diese einer zusätzlichen Problematik gegenüber, nämlich der inzwischen gesetzlich verankerten Fürsorgepflicht gegenüber den Nichtrauchern.
Faktisch bedeutet das für die Raucher, daß es überhaupt kein verbrieftes Recht gibt, am Arbeitsplatz in einem geschlossenen Raum zu rauchen. Denn wenn sich ein Nichtraucher dadurch gestört fühlt und baulich keine Möglichkeit besteht, einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem Raucher "unter sich" sein können, dann ist für die Raucher der Gang ins Freie angesagt. Meiner persönlichen Meinung nach auch nicht zu Unrecht.
cu
NoTeen