Ein weiteres Problem ist sicher, daß durch unser System des "Sozialen Netzes" eine Gesellschaft geschaffen worden ist, die mehr nimmt als gibt.
Versteht mich nicht falsch, grundsätzlich ist die Idee, daß der Stärkere dem Schwächeren hilft, durchaus gut, aber nur, solange sie nicht ausgenutzt wird. Und momentan wird sie IMHO nur noch ausgenutzt.
Hier ist, denke ich, wirklich ein Punkt, wo jeder von uns an sich selber runterschauen und sich fragen kann, ob er etwas tun könnte:
Erhalte ich Sozialleistungen, die ich irgendwie hätte vermeiden können? Habe ich (als Arbeitsloser) auch mal einen Job in Erwägung gezogen, der vielleicht 100 Euro weniger bringt als der Letzte, aber wenigstens den Staat und die Gesellschaft entlastet? Bin ich wirklich 2 Wochen krank oder habe ich mich nur krankschreiben lassen, weil ich keinen Bock auf Arbeit hatte?
Sicher, als gesunder, arbeitender Mensch hat man leicht reden, aber diese Situation, in die sich unsere Gesellschaft (gewollt oder ungewollt) hineinbugsiert hat, ist meiner Ansicht nach der Knackpunkt.
Wenn jeder ein bißchen mehr auf die anderen achten würde und ein bißchen weniger auf sich selbst, dann wären unserem Vater Staat ruck, zuck ein paar Milliarden im Jahr eingespart.
Aber die Kollegen und Kolleginnen, die ich kenne, haben gar keine Lust mehr, auch mal auf die Zähne zu beißen und Leistung zu zeigen. Nein, man schwimmt halt so mit, hauptsache einen Job in der Tasche...
Das Beste Beispiel für eine solche Gesellschaft ist, denke ich, unser Forum: Ein jeder hat den Gedanken der "Spende für TT" gelobt und verherrlicht, und viele (gerade die "Altgedienten") haben wieder und wieder vorgebetet, wie wichtig es ist, Carsten zu unterstützen. Wenn ich dann aber lese, daß in einem Monat gerade mal 70 Euro zusammenkommen, dann lerne ich drei Dinge:
1. Selbst von den "Altgedienten" dürfte höchstens jeder Zehnte bis Hundertste trotz der lobenden Worte sein Scherflein beigetragen haben (seltsam finde ich so etwas...).
2. Viele haben den Mund aufgerissen und etwas zur Moral beigetragen, aber kaum einer hat diese Moral dann auch verinnerlicht und auch für sich selbst verpflichtend gesehen, sprich:
3. Jeder hat mal wieder gedacht: "Die anderen werden's schon richten".
Ein Spiegel unserer Gesellschaft eben.
Und nun BTT