Da fällt mir eine kleine Geschichte zu ein:
Letzten Herbst wollte ein Bekannter von mir seine alte Winterjacke spenden. Aber er wollte dies lieber persönlich tun.
Daher gingen wir zum Bhf. Zoo, und Roland guckte sich die 'Penner', die sich vorm Eingang aufhielten, genau an.
Zu einem, der ungefähr seine Statur hatte und nur ein dünnes Hemd trug, ging er dann hin und fragte ihn, ob er seine Jacke wollte.
Der Angesprochene war erst argwöhnisch, weil er glaubte, Roland wolle ihm die Jacke verkaufen. - Aber als er verstand, dass die Jacke ein Geschenk ohne Gegenleistung sein sollte, hat er sich dann richtig gefreut. (Die 'Kunst' dabei ist, nicht einen auf barmherzigen 'Almosen-Verteiler' zu machen, sondern einfach offen zu sagen: "Die Jacke hat mir in mehreren Wintern gute Dienste erwiesen. - Sie ist schön warm. Aber ich habe nun eine neue und brauche sie nicht mehr.")
Seine Sachen so zu spenden, ist natürlich Geschmackssache und ein wenig unkonventionell und auch keine Garantie dafür, dass man die Sachen auch immer dem 'Richtigen', also dem, der sie am dringendsten braucht, gibt, aber es ist eine Möglichkeit...
Eine andere Möglichkeit: Ich habe mal in einer Hilfeeinrichtung für Drogensüchtige gearbeitet, wo wir einen großen Kleiderkorb samt Spiegel im Aufenthaltsbereich stehen hatten, der ständig von Mitarbeitern (und deren Freunden, Familien und Bekannten) gefüllt wurde.
- Da konnte man dann interessante Szenen beobachten: Einige, vor allem die älteren Junkies, haben (natürlich besonders im Winter) gerne ein paar (warme) Klamotten herausgefischt.
Bei den Jüngeren wurde vorher genau geguckt, ob die Sachen auch noch modisch up to date sind... ![]()
Aber so konnte man auch immer recht gezielt im Bekanntenkreis fragen: Gibt es noch Mäntel, Schals, Handschuhe, warme Schuhe, die irgendwo übrig sind. - Und teilweise durfte man dann bei kleinen Modeschauen assistieren. ("Nee, der Pulli ist Dir doch mindest. 3 Nummern zu klein!" :D)
Leider war es auch immer wieder so, dass die, die es wirklich am bittersten nötig gehabt hätten (Sandalen im Winter :(), zu "stolz" waren, 'Almosen' anzunehmen. - Da bedurfte es schon einiger persönlicher Überredungskunst, dass diese Leute die gerne gespendeten Sachen auch (gerne) annahmen.
Aber so kommen bestimmt auch einige Sachen in die 'richtigen' Hände.
