Re: Welche Faktoren beeinflussen die verbale Kommunikation?
Zitat
Original geschrieben von Hotdogge
Hallo,
für ein weitläufiges Referat bräuchte ich noch ein paar Punkte, die die verbal Kommunikation beeinflussen.
Entsprechend Wittgensteins berühmten Satz, wonach die Bedeutung eines Ausdrucks durch seinen Gebrauch bestimmt werde ("Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache." - vgl. Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen. § 43 u. a.), spielt die Sprecher-Intention (Absicht, etwas Bestimmtes mit dem Gesagten bewirken zu wollen) eine hervorstehende Rolle.
Desweiteren wird die verbale Kommunikation beeinflusst durch die Gesprächsumgebung / dem Kontext (inklusive des Hörers / der Gesprächsteilnehmer) im weitesten Sinne:
Der Kontext ist die jeweilige aktuelle Situation, in welcher eine Äußerung getätigt wird. Die gesamte Äußerungsumgebung, inklusive Hintergrundinformationen, Sprach- und Weltwissen der Kommunikationspartner* bestimmt, was eine Äußerung bedeutet. Auch die Erfahrungen und Erwartungen der Kommunikationspartnern, gewisse Vorannahmen und (gesellschaftliche und private) Konventionen gehören in gewissem Sinne mit zum Kontext einer Äußerung.
Wichtig für die Verständigung (neben der Kenntnis der lexikalischen Bedeutungen, der Betonung, Gestik, Mimik und nonverbalem Verhalten im Allgemeinen) sind also der Gesprächsverlauf, das Wissen über den (die) Kommunikationspartner, bestimmte Annahmen über die Meinung des (der) anderen und gewisse Erwartungen im Hinblick auf das Gesprächsziel (Vor-Urteile).
*Dabei spielen das Alter, Bildung, die Interessen, das Geschlecht, der Kulturkreis, die soziale und berufliche Stellung usw. eine große Rolle für eine gelungene Verständigung. Je mehr gemein-sames Hintergrundwissen (sowohl allgemeiner als auch individueller, persönlicher Art) vorhanden ist, desto reibungsloser, vielfältiger und befriedigender verläuft die Kommunikation.
Auch eine gewisse Kommunikationserfahrung (also -routine) ist oft erforderlich, um die intendierte Bedeutung einer Äußerung korrekt einschätzen zu können. Ironie beispielsweise ist schwer von assertiven Äußerungen zu unterscheiden, wenn sie ‘ernsthaft’, d. h. ohne bedeutungshinweisende Signale (Betonung, Mimik, Gestik) des Sprechers, geäußert wird.
Ansonsten guck auch mal den Klassiker Watzlawick (z.B. zu symmetrischer und komplementärer Beziehung und zu Schweigen [= vielsagende / aussagekräftige Gesprächspausen]) an.
"Man kann nicht nicht kommunizieren."!