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Original geschrieben von Foxy
Vielleicht sollte man es den Eltern überlassen, wie sie ihre Kinder erziehen möchten. Wenn Eltern sich für einen christlichen Kindergarten entscheiden, dann ist das eine bewusste Entscheidung für eine christliche Erziehung (ähnlich wie bei der Taufe des Kindes).
Wenn du Atheist bist und deine Kinder in diesem "Glauben" aufwachsen lassen willst, kritisiere ich das ja auch nicht. Hierbei werden die Kinder ja auch in eine bestimmte Richtung beeinflusst: Es gibt keinen Gott.
Welchen Glauben man einem Kind auch eintrichtert, es ist auf jeden Fall verwerflich.
In beiden Fällen wird dem Kind eine eigene Entscheidung verwehrt. Und auch als Erwachsener wird sich ein solches Kind kaum unbeeinflußt entscheiden können. Entweder es bleibt bei der anerzogenen Einstellung hängen, oder es kommt dazu, daß es alles ablehnt, was ihm damals eingetrichtert wurde.
Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Das Thema einfach ruhen lassen, bis das Kind von allein ankommt und fragt. Und dem Kind dann mitteilen, was man weiß, nicht das, was man glaubt. Nur zur Information: Ich behaupte nicht zu wissen, daß es Gott nicht gibt, ich glaube lediglich nicht an ihn. Ich behaupte auch nicht, daß diese 3. Möglichkeit die einfachste ist, aber ich halte sie für die beste für das Kind. Mangels eigener Kinder muß ich einen Testbericht noch längere Zeit schuldig bleiben.
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Original geschrieben von Foxy
Schön, dass du die Kirche mit einer Diktatur vergleichst. :flop:
Ich denke, das Recht auf diesen Vergleich hat sich die Kirche über Jahrtausende hart erarbeitet. Die Kirche war eine Diktatur, der heute die Macht fehlt, um sich weiterhin so durchzusetzen, wie es ihr in früherer Zeit möglich war.
Die christliche Kirche war nie besonders tolerant, was Andersdenkende angeht. In vielen Gegenden Deutschlands ist es noch heute so, daß man Nachteile in Kauf nehmen muß, wenn man nicht in der Kirche ist. In Südeuropa ist diese Situation noch viel schlimmer. Die Kirche hat jahrhundertelang ihren Glauben (oder vielleicht doch ihre weltliche Interesen?) mit Gewalt verbreitet. Das ist natürlich schon einige Zeit her. Die Vertreter sind mittlerweile andere, aber die Institution ist dieselbe. Ob der zunehmende Gewaltverzicht in den letzten Jahrhunderten auf Einsicht seitens der Kirche oder einfach auf die schwindende Macht zurückzuführen ist, ist wieder eine eigene Diskussion.
Auch ist die Kirche für eine Organisation, die ständig versucht, politischen Einfluß zu nehmen, intern bemerkenswert undemokratisch organisiert. Das sind Konzerne und Wirtschaftsverbände zwar auch, aber die vertreten wenigstens offen ihre wirtschaftlichen Interessen und verstecken sich nicht hinter irgendwelchen dubiosen Moralvorstellungen.
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Original geschrieben von Erik Meijer
Geht es noch unsachlicher?
Ja, ...
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Original geschrieben von Erik Meijer
... aber Sachlichkeit schadet in dieser Diskussion nicht...
... deswegen habe ich auf Unsachlichkeit verzichtet. Tut mir leid, wenn Dir meine Meinung trotzdem nicht gefällt.
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Original geschrieben von Erik Meijer
Das Christentum ist weder eine Ideologie noch eine Diktatur.
Zum Thema Diktatur habe ich bereits Stellung genommen. Zum Thema Ideologie sagt der Duden (ein Lexikon hab ich grad nicht zur Hand): "System von Weltanschauungen, [polit.] Grundeinstellungen und Wertungen". Der Begriff wird sicherlich meist auf politische Strömungen angewendet, paßt aber auch auf Religionen - auch auf den Atheismus.
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Original geschrieben von Erik Meijer
Niemand wird Dich zwingen, Dein Kind in einem evangelischen oder katholischen Kindergarten anzumelden. Aber wenn Du es da anmeldest, dann ist es doch normal, dass die Kinder da auch mit dem Glauben konfrontiert werden.
Ich habe nichts dagegen, daß ein Kind mit Religionen und anderen Ideologien konfrontiert wird, daß läßt sich auch gar nicht verhindern. Allerdings habe ich etwas dagegen, wenn einem Kind in so jungem Alter "beigebracht" wird, welches die "richtige" Ideologie ist.