Welche Aktien kauft Ihr im Moment?

  • Das ist das Problem der meisten Privatanleger, dass sie Verluste laufen lassen und Gewinne begrenzen. Man muss sich eine gewisse Distanz aufbauen. Die heutige Technik bietet inzwischen doch auch dem Privatanleger, vollkommen emotionslos an das Tradng heranzugehen. Ist mir gerade wieder mit FB passiert: habe einen Short Knock out gekauft. Direkt nach dem Kauf den Stop-Loss und Take Profit bzw Trailing Stop eingegeben und dann nichts weiter gemacht. Bin zwei Wochen später ausgestoppt und habe das erst Abends mitbekommen. Ist halt schief gelaufen, so what? Wenn ich überlege, wieviel ich bei der ersten Bewegung von FB damals beim IPO gewonnen habe...


    Es geht nur über die Disziplin und du hast im Gegensatz zu den professionellen Händlern einen entscheidenen Vorteil: es passiert nicht viel, wenn du verlierst. Du magst dich vllt ärgern, vllt wirst du erstmal nicht weiterhaneln können, weil du kein Geld mehr dafür hast. Aber wie wird hier immer gesagt: man sollte sowieso nur mit Geld handeln, dass man über hat. Und genau deswegen nerven solche Kommentare von Smartshopper über die Unfähigkeit der professionellen Investoren. Ich könnte Euch allen mal 100k leihen und Euch bitten, damit zu spekulieren. Eurer Risikoverhalten wäre ein komplett anderes. Euer ganzes Verhalten, eure Strategie, würde sich komplett ändern...von euren Nerven ganz zu schweigen ;) es macht immer einen Unterschied, ob man mit eigenem oder fremden Geld handelt, ob man davon abhängig ist oder nicht.

  • Es macht sicher einen Unterschied, ob man hauptberuflich oder privat, ob man mit eigenem oder fremden Geld spekuliert und die Höhe des Kapitals ist vermutlich auch von Bedeutung. Aber es ist doch eigentlich falsch, dass man mit dem 10-fachen seiner jetzigen Anlagesumme anders umgeht bzw. mehr Risiko fährt.


    Ich meine, dass ich momentan die für mich am besten geeignete Anlagestrategie gefunden habe. Falls ich mein Aktienwissen nicht erweitere, würde ich beim 10-fachen meines Kapitals versuchen, meine Strategie fortzuführen.


    Ich habe mich nie mit der Charttechnik beschäftigt. Einerseits war ich zu faul, mich damit zu beschäftigen, andererseits bin ich auch skeptisch. Wenn die Signale so eindeutig sind, dann müssten doch alle professionellen Trader ein besseres Hit-Ratio haben. Zudem scheint ein so erfolgreicher Investor wie Warren Buffet auch eher meine Kleinanleger-Strategie zu fahren. Er sucht vielversprechende Firmen, kauft sie und lässt sie lange in seinem Portfolio liegen. Aber vielleicht haben Kleinanleger und Großinvestoren auch mehr gemeinsam als Daytrader. Der Mangel bzw. der Überfluss an Kohle lähmt beide Gruppen.


    Bino-Man


    Das Hit-Ratio von Kleinanlegern und Profis darf man meiner Meinung nach nicht vergleichen. Der Kleinanleger sollte trotz mangelnder Kenntnisse eher Richtung 100 % gehen, weil er einfach den Vorteil hat, die Zeit für ihn arbeiten zu lassen. Der Profi muss schnelle(r) Gewinne erzielen. Er kann sich Durststrecken von bis zu mehreren Jahren nicht erlauben.


    Da ich an der Börse selber schon viel Geld verbrannt habe und mich ehrlich gesagt auch nicht so intensiv damit beschäftige, möchte ich ungern Empfehlungen aussprechen. Aus meinen Fehlern habe ich jedoch gelernt und kann nur jedem eindringlich raten, das Zocken sein zu lassen. Optionsscheine, Rohstoffe, Turn-Around-Kandidaten, Start-Ups, neue Märkte, perfektes Timing, etc sind höchstens für Profis geeignet. Man sollte versuchen, solide Werte zu finden, damit man bei der nächsten Krise keinen Totalverlust erleidet und danach schneller wieder in die Gewinnzone klettert.


    Wären die Zinssätze nicht so besch..., würde ich den meisten sogar zum Tagesgeldkonto raten. Somit muss man doch versuchen, die Perlen an der Börse zu finden. Wie gesagt, ich bin Laie und man sollte mich hier nicht all zu ernst nehmen. Als Beispiel würde ich aber Beiersdorf nennen. Das ist ein Chartverlauf, bei dem der Kleinanleger eine Chance hat, für das Alter vorzusorgen. Leider kann ich bei Nestle nur die letzten 8 Jahre sehen, aber ich würde sie ebenso positiv bewerten wie Beiersdorf.

  • Jerx, bei deiner Argumentation frage ich mich immer, wieso Ihr Euch die Mühe macht, auf einzelne Aktien zu setzen. Warum kauft Ihr nicht einfach eine ETF? Bist du nach oben breit dabei und nach unten musst du nicht bei jeder Bewegung zittern. Ich kann mir aus zeitlichen Gründen gar nicht mehr erlauben, mich so intensiv mit einzelnen Werten zu beschäftigen, dass ich eine 5-Jahresstrategie entwickeln kann. Ich setze da lieber auf ganze Indizes oder einzelne Branchen in Form von ETFs.


    Und zu der anderen Sache: es geht nicht um das Risiko oder ähnlichem. Es geht um die Verantwortung, das Geld anderer Leute vermehren zu wollen und sich deshalb auch rechtfertigen zu müssen. Wie gesagt, probiert es mal aus und leiht Euch zum Spaß von Freunden und Bekannten 1000€ und sagt Ihnen, dass Ihr ihnen in einem Jahr 1060€ zurückzahlen werdet. Ihr werdet sehen, dass Ihr viel mehr nachdenken werdet, mehr recherchiert und Entscheidungen anders trefft.


    Und nochmal: das Hit Ratio sagt nichts über deinen Erfolg aus. Das wird immer wieder falsch gesehen, da die Leute meinen, je häufiger du richtig liegst, desto mehr Gewinn machst du auch. Aber diese Annahme ist falsch. Es geht darum, ein paar Mal falsch zu liegen und ein bisschen Geld zu verlieren, dann aber bei dem einen Trade abzukassieren. Und genau dieser Belastung halten die meisten nicht stand. Da werden Verluste laufen gelassen - "ich hab Zeit, brauche das Geld momentan eh nicht, wird schon werden" - und wenn man dann gerade wieder in der Gewinnzone ist, wird verkauft. Da werden Verlustgeschäfte gedoppelt, damit man einen besseren "Einstiegskurs" hat - reine Manipulation des eigenen Gewissens. Ist eine Aktie 5-6% gelaufen, wird kein Trailing Stop gesetzt, sondern weiter abgewartet. Es ist eine reine Frage der Disziplin - und damit haben die meisten Menschen Probleme denn ein Mensch kennt beim Trading normalerweise nur zwei Gefühle: Angst und Gier.

  • ETFs kannte ich bisher gar nicht, aber wenn sie ganze Indizes abbilden, möchte ich die auch gar nicht haben. Mit der Performance einer Lufthansa oder Daimler Aktie möchte ich mein Depot nicht belasten. Ich bin der Meinung, dass man mit Werten à la Beiersdorf die Indizes outperforman kann. Dabei erwarte ich keine utopischen Renditen, sondern erhoffe mir "lediglich" 7 % erwirtschaften zu können. Ob das wirklich aufgeht, werde ich wohl frühestens in 10 Jahren sehen - falls ich bis dahin immer noch dabei bin und diese Strategie verfolge.


    Handelst du denn auch mit dem Geld anderer Leute? Wie viel Rendite garantierst du denen? 6 %?


    Mich wundert schon ein wenig, dass du dich mit einzelnen Werten überhaupt nicht beschäftigst. Dann scheint die Charttechnik wohl doch ein recht gutes Instrument zu sein. Bei der Geldanlage bin ich eigentlich nicht so ängstlich und relativ emotionslos. Von daher sollte ich mich vielleicht doch einmal genauer damit beschäftigen. Aber würde man nicht noch mehr davon profitieren, wenn man sich die Rosinen rauspickt?


    Hattest du beruflich schon damit zu tun oder wie bist du auf die Idee gekommen, Profi zu werden? Hast du Tipps für Internetseiten oder Bücher, die das professionelle Handeln erläutern?


    Zurzeit arbeite ich nicht mit Stop-Loss-Orders oder ähnlichem, aber ich habe begonnen, mich recht schnell von Verlustbringern zu trennen. So hatte ich z. B. Telefonica im Depot. Normalerweise würde ich sie ja bis ins Grab behalten, aber diesmal hatte ich aufgrund der schlechten Nachrichtenlage schnell mit Verlust verkauft. Mein Gedankengang war der, dass ich mir dachte, dass ich lieber eine neue Perle suche, weil diese dann hoffentlich steigt und ich nicht wie bei Telefonica eine Durststrecke durchleben müsste.

  • Hier kommt wieder die Aussage zum Tragen, dass es schwerer ist mit Titelauswahl einen gesamten Index zu schlagen. Ist Beiersdorf besser gelaufen als der MDax? Und das jetzt nicht nur im letzten Jahr, sondern über die letzten 5-6 Jahre?


    Ich handel mit dem Geld andere Leute, ja. Rendite an sich gibt es da nicht. Wir werden anhand anderer Kriterien bewertet.


    Natürlich würdest du profitieren, wenn du nur die Rosinen rauspickst. Aber was sind die Rosinen? Damit beschäftigen sich ganze Berufszweige, einige erfolgreich, andere weniger. Die Frage sollte dabei aber sein, was dich deiner Meinung nach befähigt, einen gesamten Index zu schlagen - und zwar auf lange Sicht. Das hat natürlich auch etwas mit deinem Risikoprofil zu tun. Wenn du aber so von Beiersdorf überzeugt bist und die aus welchen Gründen auch immer Pleite gehen, was machst du dann?


    Ich bin Trader für ein Unternehmen. Mein Vater und Onkel haben mich an das Thema herangeführt. Da war ich so 12 oder 14 und habe damals meinem Vater 10DM gegeben, damit er sie in Werte wie Ferranti oder Hongkong & Shanghai Bank anlegen kann :D


    Bücher gibt es viele. Ich rate immer davon ab, irgendwelche Bücher über Strategien zu lesen, sondern rein über das Fachwissen und sich dann seine eigene, passende Strategie zu suchen. Bzgl Charttechnik wäre das z.B. der Murphy. Bzgl Optionen den Hull und Natenberg. Dann die Klassiker wie Reminiscences of a Stock Operator, When Genius Failed, Trading Wizards usw.


    Edit:
    Und noch einmal zu dem Stockpicking: ich habe einfach nicht die Zeit, mich mit 10-20 Werten zu beschäftigen und sie zu analysieren. Meine Picks sind meistens rein intuitiv, z.B. Facebook oder aber beschränken sich auf die Werte, mit denen ich beruflich zu tun habe, z.B.Eon., und daher einen tieferen Einblick habe. Alles andere überlasse ich der Charttechnik von 5-10 Produkten, die ich sowieso beobachten muss oder aber Zukunftsperspektiven von Bereichen, in denen ich mich auskenne. Ansonsten Long oder Short auf Indizes per ETFs aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Heutzutage ist die Korrelation zwischen Assetklassen doch sowieso viel zu hoch imho.

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Meine Picks sind meistens rein intuitiv, z.B. Facebook


    Seeeehr gute Strategie, kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Bauchgefühl ist immer das beste. Besonders bei Privatanlegern, die nicht über die Möglichkeiten (glaskugeln etc) der professionellen verfügen.


    edit: übrigens, habe mich jetzt mit eon, rwe und gdf eingedeckt ;-) und die sind NOCH NICHT gelaufen.

  • RWE bzw Eon hast du ja schon mehrmals empfohlen :rolleyes:


    Und jetzt sind es auf einmal drei Versorger....wird ja immer besser....bei Eon hast du ja aber schon vor ein paar Wochen zugeschlagen...


    Edit:
    Wieso denn GdF?

  • Eon habe ich aufgestockt.


    GdF ist günstig, die Dividendenrendite ordentlich, der ganze Sektor nicht besonders gefragt. Ideale Bedingungen für mich da einzusteigen :D


    aber vielleicht kannst du als brancheninsider ja was dazu sagen.


    empfehlen im sinne von überzeugen würde ich das nicht nennen, das muss jeder für sich selbst beurteilen!


    edit: des weiteren würde mich interessieren was du unter "tieferen einblick" verstehst.

  • Bin mir halt nicht ganz sicher, wenn es um gaslastige Versorger geht. Ich sehe den Gaspreis in Zukunft aufgrund Frackings, immer mehr zunehmenden LNGs usw nicht wirklich steigen. Ebenso die Strompreise.


    Tieferer Einblick bedeutet, dass man sich in den Branchen auskennt, am besten in ihnen arbeitet. Dass man nicht nur einzelne Unternehmen beurteilen kann, sondern auch Wachstumstreiber der Branche und diese dann ins Verhältnis setzen kann zu einzelnen Titeln dieses Bereichs. Dass man Zusammenhänge erkennen kann, die auf ein Unternehmen einwirken könnten.


    Wo ist denn dein Stop bei EON?


    Edit:
    Hatte GdF nicht die Probleme mit den AKWs in Belgien (Doel usw.)?

  • Aber du hast chesapeake empfohlen, machen die nicht auch in gas?


    ich habe keinen stopp, mehr als 100% kann ich nicht verlieren und kurzfristige tiefs interessieren mich nicht. das heißt nicht, dass ich meine einschätzung zu beliebigen zeitpunkten nicht ändern kann.


    nenn es nicht wieder sprüche, aber entweder ich bin von etwas überzeugt oder nicht, dann handle ich nicht ein bißchen sondern ganz. sonst habe ich auch nur ein bißchen gewinn.


    und so schlecht siehts bei gdf nicht aus mit dem ergebnis.

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