Hartz IV und Bürgerversicherung ... warum statt dessen keine sozialliberale Lösung?

  • zum jungen: einen job (also nicht im erlernten beruf) findet man imho als junger mann in münchen. findest du denn, ein junger arbeitsloser akademiker sollte vom staat geld bekommen oder bei mcd arbeiten?


    zum alten: er hat für schlechte zeiten gespart. das tun die menschen seit jahrhunderten.


    eine bekannte von mir hatte kind bekommen (allein erziehend) und seither nicht mehr gearbeitet mit der begründung: Ich bin doch nicht blöd, bei der sozialhilfe, die ich bekomme.

    schönen gruß, faxe318

  • Zitat

    Original geschrieben von faxe318
    das ist doch ein individuelles risiko, dass ich mal meinen job verliere. warum muss der staat dafür sorgen, dass ich meinen lebensstandard erhalte?


    Individuelles Risiko, soso. Das aber jeden Tag tausende von Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden ist Dir bewußt. Und diese Misere liegt an den Arbeitslosen selbst ?


    Hier mal ein schöner Link zum täglichen Arbeitsplatzabbau:


    http://home.knuut.de/EWKberate…00cFrame-SetAlmanach.html

  • verursacher der misere sind nicht die beschäftigten.


    ich glaube aber, dass die leute bei uns zu unflexibel sind. hier wird erwartet, dass mich ein unternehmen einstellt und dann lebenslang beschäftigt.
    da das kündigen vergleichsweise schwer ist, stellen viele unternehmen erst lieber gar nicht ein. das ist anderswo auf beiden seiten flexibler

    schönen gruß, faxe318

  • Zitat

    Original geschrieben von faxe318
    zum jungen: einen job (also nicht im erlernten beruf) findet man imho als junger mann in münchen. findest du denn, ein junger arbeitsloser akademiker sollte vom staat geld bekommen oder bei mcd arbeiten?


    zum alten: er hat für schlechte zeiten gespart. das tun die menschen seit jahrhunderten.


    eine bekannte von mir hatte kind bekommen (allein erziehend) und seither nicht mehr gearbeitet mit der begründung: Ich bin doch nicht blöd, bei der sozialhilfe, die ich bekomme.


    Das sind 2 verschiedene paar Schuhe...


    Leute haben gespart. Nicht für schlechte Zeiten, sondern für einen schönen Lebensabend. Und nun gehen sie in Rente und haben von dem gespartem nichts mehr.


    Ich meinte ein über 50-jähriger in München. Der hat Probleme.


    Mein ehemals bester Kumpel war so ein Kandidat, der nicht arbeiten wollte, weil er gnügend bekommen hat... Hat sich nirgends beworben und das AA hat nichts gemacht. Da sollte man ansetzen. Mehr Kontrollen und z.B. 5 Bewerbungen pro Monat sind Pflicht (je nach Berufssparte natürlich). Tut er es nicht, gibt es einen Monat Sperre. Das wäre sinnvoll... Denn dann hat er was zu tun und bemüht sich vielleicht mehr, weil er sonst kein Geld bekommt...

  • Zitat

    Original geschrieben von brasax
    Mehr Kontrollen und z.B. 5 Bewerbungen pro Monat sind Pflicht (je nach Berufssparte natürlich). Tut er es nicht, gibt es einen Monat Sperre. Das wäre sinnvoll... Denn dann hat er was zu tun und bemüht sich vielleicht mehr, weil er sonst kein Geld bekommt...


    Diese Kontrollen gibt es längst. Und es wird auch seitens der Bundesagentur schon länger härter durchgegriffen und Stütze gesperrt. Es fehlen aber IMHO einfach die Stellen worauf sich auch beworben werden kann. Daran krankt es eben, genauso wie bei Hartz IV.

  • Naja. Vielleicht jetzt. Vor einem Jahr war das nicht der Fall. Und einen Job als Verkäufer zu finden ist auch nicht schwer eigentlich... Er wurde nie kontrolliert oder zu einem Gespräch zum Arbeitsamt eingeladen...

  • Es ist sogar schon schwer einen Job nur als Kassierer zu finden. Warum sollte man z.B. auch einen Arbeitslosen nehmen der nicht vom Fach ist ? Leute die überqualifiziert sind und in ihren gelernten Bereich nichts kriegen haben es doppelt schwer. Der Arbeitgeber eines Supermarktes stellt ihn nicht ein weil der Überqualifizierte sobald er was besseres gefunden hat wieder weg ist. So läuft es leider. Und um als Verkäufer anfangen zu können braucht man in der jeweiligen Branche Warenkenntnisse, sonst gibt es auch keinen Job. Anlernen will heute kein Arbeitgeber mehr.

  • Er ist Einzelhandelskaufmann. Und da einen Job zu bekommen ist wirklich nicht schwer... Hat er selbst bewiesen. Eine Bewerbung und er hatte innerhalb einer Woche einen Job...

  • Zitat

    Original geschrieben von brasax
    Er ist Einzelhandelskaufmann. Und da einen Job zu bekommen ist wirklich nicht schwer... Hat er selbst bewiesen. Eine Bewerbung und er hatte innerhalb einer Woche einen Job...


    Ja das sollte wirklich zu machen sein. Und wenn eben als 400 Euro Packhilfe. Stimme ich Dir zu.

  • Ich hab mir jetzt mal ein paar Zitate raugesucht die ich gern quoten möchte:



    damit die leute (in diesem fall die langzeitarbeitslosen) mehr geld in der tasche haben muss man das geld anderen leuten (die dafür hart gearbeitet haben) wegnehmen.


    Derzeit haben viele Leute mehr Geld in der Tasche. Mehr konsumiert wird aber dennoch nicht. Es wird mehr und mehr gespart aus Furcht vor dem, was da kommen mag.


    das ist ja auch gut so, dass es weniger gibt, wenn einer arbeitet oder die familie eine eigentumswohnung hat.


    dann werden 1200 milliarden in ostdeutschland investiert und wenn sich der staat das versorgungssystem auch als folge dessen nicht mehr leisten kann, gibt es wieder montagsdemos im osten.

    Ich glaub kaum, das eine ordentliche Arbeitslosenhilfe, die sich am letzen Gehalt orientiert, den Steuerzahler mehr kosten würde, als eine Sozialhilfe ala Arbeitslosengeld II, mit dem man die Empfänger ans Existenzminimum drückt, und dann dafür dann Wohnkostenzuschuss, Kleidergeld, Wohlgeld zuzahlen darf, vom Verwaltungsapperat einmal ganz abgesehen. Und falls unsere Marktwirtschaft doch noch etwas funktionieren sollte, dann führen die Mehrmittel, die die Arbeitslosen zur Verfügung hätten, ja wieder in den Konsum oder Geldmarkt, und damit an die Erwerbstätigen zurück.


    Zu behaupten, des es uns anno 2004 in Deutschland schlecht geht wär wohl wirklich übertrieben, aber mehr Geld als anno 2000 oder 2001 hat heute wohl kaum einer von uns zur freien Verfügung. Es sei den du bist im Vorstand eines Unternehmens oder du hast ne Insolvenzverwaltungsargentur. ;) Zählen wir mal auf was dazu gekommen ist: Zuzahlung zu Medikamenten (50 € p.a. für eine Familie sind schon drin), Praxisgebühren (da können es auch mal 150€ p.a. für eine Familie werden), Ökosteuer, Tabaksteuer, allgemeine Preissteigerung, besonders bei Lebensmittel und in der Gastronomie. Die Löhne und Einkommen haben sich für die meisten aber in der gleiche Zeit nicht um diesen Betrag erhöht. Und die Änderungen im Steuersystem konnten dies auch nicht ausgleichen, vielleicht ein paar Euro aber nicht mehr. Das einzige was lokal etwas gesunken ist sind Mieten und Kaufpreise für Inmobilien. ... Also sind wir faktisch schon etwas ärmer geworden und die Kaufkraft ist gesunken.


    Findest du es fair, das gemand, der sagen wir mal 15 Jahre gearbeitet hat und eine eigene Inmobile erworben hat weniger bekommen soll, als jemand der auch 15 Jahre gearbeitet hat, aber alles verprasst hat? Oder das jemand nur kein Geld bekommen soll, weil sein Partner ja einen Job hat. Dann sind ja Paare wo weiner arbeitslos ist, eine Anstellung sucht und der andere eine Anstellung hat blöd, wenn man noch arbeitet, wenn sie zu Zweit arbeitslos das gleiche bekommen würden.


    Das Geld was in Ostdeutschland gesteckt wurde, ist zu einem gewissen Teil garnicht der Bevölkerung zu gute gekommen, sondern oft westdeutschen Betrieben, die dann zwar ein paar Arbeitsplätze im Osten geschaffen haben, aber dann wenn die Subvention vorbei war wieder abgebaut haben. Teilweise waren da auch Verlagerungsspielchen, wie Arbeitspätze im Westen abbauen und im Osten auffbauen und dann wieder zurück nach Westen dabei, die weder den Ostdeutschen noch den Westdeutschen was gebracht haben, sondern nur die Konzernbilanz aufpoliert haben.


    Änhlich gefährlich sind auch die 1€ Jobs für Langzeitarbeitslose. Prinzipiell habe ich nichs dagegen wenn Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeits verplichtet werden, aber da gibt es auch Gefahren. Auch Einrichtungen wie Altenheime oder Kinderbetreuungsstätten werden die 1€ Jobber nicht nur dazu verwenden, die Servicequlität ihrer Kunden zu verbessern, sondern um rentabler zu sein. Die werden sich dann vielleicht denken: Da schaffen mir mal 10 Plätze für so 1€ Jobber ... dann sparen wir uns schon wieder 2 Zivis und 2 examierte Pfleger ... und so dreht sich die Spirale dann weiter.

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