Erhöhung von MwSt und Rentenversicherungsbeitrag ab 2007 - was sagt ihr dazu?

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir einfach, das z.B. ein durchschnittlicher Angestellter mit 1.200€ netto eine monatliche Mehrbelastung von 20€ besser verkraften kann, als ein Student der mit Bafög und Nebenjob auf 600€ netto kommt, künftig rechnerisch 85,17€ Studiengebühren, zu sagen wir mal 15€ Mehrbelastung.


    Auch wenn ich es hinterher wieder bereuen werde, mich hier eingeschaltet zu haben: Du tickst doch nicht mehr ganz sauber!


    Der Unterschied zwischen einem in der Ausbildung befindlichem Studenten und einem Angestellten kennst du nicht, oder?


    Und dann dies:


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Eine 30 jährige Person, hat ungefähr je nach Berufslaufbahn z.B. 5 - 12 Jahre in die Sozialversicherung eingezahlt,


    Und "deine" Studenten?


    Was du hier von dir gibst ist nicht nur Schwachsinn³, sondern im Grunde ein Schlag ins Gesicht als derer, die ihren Lebensweg bisher abseits der vom Staat angeboten frühkindlichen (bis 30) Unterstützung bestritten haben.

  • Ich glaube nicht, daß die Mehrwertsteuererhöhung auch nur einen positiven Effekt haben wird. Ich denke eher, daß der Markt für Gebrauchtwaren von Privat zu Privat rapide ansteigen wird bzw. sich ein regelrechter Schwarzmarkt für alle erdenklichen Artikel gründen wird. Und wenn man sieht, wie die Justiz den "paar" schwarzen Schafen bei Ebay hinterherhetzt, dann wird diese Aufgabe bei potentiellen 80 Millionen Verbrechern garnicht mehr handhabbar sein.


    Einen Boom sehe ich aber bei den Auswanderungszahlen. Die Besserverdiener im Billigflieger, die Arbeitslosen in Fahrgemeinschaften oder per Bahn. Übrig bleiben Politiker, Reiche mit ihren Steuerberatern und Anwälten, sowie Alte und Kranke.


    Die Geburtenrate wird in den nächsten zwei Jahren vermutlich auf einen Wert fallen, wie man wohl in den besten Albträumen nicht zusammenspinnen kann. Jeder, der nicht über eine Erbschaft von sehr beträchtlichem Ausmaß verfügt, der wird definitiv keine Familie mehr gründen-zumindest nicht in der BRD. Familiengründungswunsch ein Motivator fürs auswandern, daß ist vermutlich einmalig in Europa. Danke Münte und Angie!


    Und die "französischen Verhältnisse" mit Sachbeschädigung und weiterem, daß werden wir auch bekommen, da bin ich ganz sicher. Lange dauert das auch nicht mehr, ich befürchte fast, daß wird sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa ausbreiten. Vorrausgesetzt, unsere französischen Freunde halten das noch ein paar Wochen aufrecht und kriegen ihre Medienpräsenz.


    Das Tragische ist für mich, daß eine solch lebensunwerte Situation in diesem Land eigentlich sonst nur vor, während oder nach Kriegen bestand. Aber wir haben derzeit keinen Krieg...




  • Da fällt mir nur folgendes ein - Das Deutsche Volk Bekommt Das Was Es Verdient!



    Meine Fresse.....

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Ich glaub solange kannst du garnicht schütteln, das ich zu dem kommen würde, was du als Besinnung verstehst.


    Stimmt. Bei Dir ist der Zug schon abgefahren und hat das Kind mit in den Brunnen gerissen, welches beim Sturz Hopfen und Malz verloren hat.


    Zitat


    Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir einfach, das z.B. ein durchschnittlicher Angestellter mit 1.200€ netto eine monatliche Mehrbelastung von 20€ besser verkraften kann, als ein Student der mit Bafög und Nebenjob auf 600€ netto kommt, künftig rechnerisch 85,17€ Studiengebühren, zu sagen wir mal 15€ Mehrbelastung.


    Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir, dass man, will man den Sozialstaat halten, der Kuh (=Arbeitnehmer) nicht den Euter wund melken darf. Irgendwann wird die Milch sauer und der Melker kippt von seinem wackeligen Schemel. Weiterhin sagt mir dieser Gerechtigkeitssinn, dass es eine Schande ist, Handwerkern für den Meisterbrief abertausende Euro aus der Tasche zu ziehen, Studenten aber weiterhin kostenlos studieren zu lassen. Jeder Student nutzt eine gewisse Infrastruktur, welche bezahlt werden will. Möchte man das hohe Niveau der Universitäten in Deutschland halten, kommt man nicht daran vorbei, auch die Studierenden an der Finanzierung der Hochschulen zu beteiligen.


    Zitat

    Wenn du mir jetzt erklären kannst das 499,83€ mehr sind als 1.180,00€, oder das man von 499,83€ besser leben kann als 1.180€, dann gebe ich mich geschlagen ... aber nur dann.


    Ich habe keine Ahnung, wie Du auf die Summen kommst (es kribbelt immer mehr in meinen Händen, Dich zu schütteln...), wenn mir die Tagesschau aber schon vorrechnet, dass ein durchschnittlicher Arbeitnehmer mit 600.- € jährlich mehrbelastet wird, komme ich auf andere Summen als Du. Da ist es nur legitim und gerecht, dass auch andere Bevölkerungsschichten belastet statt immer nur entlastet werden.


    Und zu guter letzt: Frage mal bei Leuten rum, wieviel am Ende der Abzüge bei einem Arbeitnehmer mit 1.200.- € Nettoeinkommen übrig bleibt, welcher nicht im Hotel Mama in der bayerischen Provinz wohnt und einen von Papa gesponsorten Bora FSI fährt.
    Davon dann noch eine Frau (;)) und ein Kind ernähren? Jeder Vater mit diesem Einkommen wünscht sich Hartz IV - das kann's dann irgendwie nicht sein.



    Wach' mal auf Martyn, Prackenbach bei den Preiß'ens ist nicht Deutschland.



    Stefan

  • Zitat

    Original geschrieben von pallmall
    Das Tragische ist für mich, daß eine solch lebensunwerte Situation in diesem Land eigentlich sonst nur vor, während oder nach Kriegen bestand. Aber wir haben derzeit keinen Krieg...


    Also Entschuldigung, aber jetzt komm(t) mal wieder herunter. Diese maßlosen Übertreibungen entsprechen den Realitäten in keinster Weise und sind schlichtweg lächerlich.


    Wir leben nach wie vor in einer hochindustrialisierten Wohlstandsgesellschaft, welche sich unter erschwerten globalen Bedingungen behaupten muß und dabei nationale Probleme zu bewältigen hat, die zu einem großen Teil auch von einer der größten volkswirtschaftlichen Anstrengungen rühren, die ein Land in der Geschichte erlebte, nämlich eine unproduktive und marode andere Volkswirtschaft zu schlucken.


    Wir haben demographische und strukturelle Probleme in Deutschland; aufgrund der vorherrschenden Machtstrukturen und Verflechtungen lassen sich diese nicht in zwei Jahren auflösen und lustig wird dieser Kurs für die meisten auch nicht und vielleicht müssen wir uns von einigem verabschieden, was bisher selbstverständlich war - aber die skizzierten Szenarien sind unsinnig und albern.

  • Ich kenne keine Bevölkerungsgruppe die während der letzten Legislaturperiode so entlastet wurde, das man sie jetzt stärker belasten müsste.


    Das man Arbeitnehmer nicht ausmelken darf, da stimme ich dir schon zu. Aber mehr Schulden machen will ja auch keiner, also müssen alle mitzahlen, bei der Mehrwertsteuer trifft es alle, was aber auch nicht unbedingt gerecht ist.


    Irgendwie hat der Wahlkampf und die Koalitionsverhandlungen schon die Bevölkerung soweit kanibalisiert, das jeder dem anderen neidisch ist, weil er in seinen Augen zu wenig mehrbelastet wird, und jeder einfach pauschal losjammert.

  • Da schalt ich mich mal mit ein...


    Zitat

    Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir, dass man, will man den Sozialstaat halten, der Kuh (=Arbeitnehmer) nicht den Euter wund melken darf. Irgendwann wird die Milch sauer und der Melker kippt von seinem wackeligen Schemel. Weiterhin sagt mir dieser Gerechtigkeitssinn, dass es eine Schande ist, Handwerkern für den Meisterbrief abertausende Euro aus der Tasche zu ziehen, Studenten aber weiterhin kostenlos studieren zu lassen. Jeder Student nutzt eine gewisse Infrastruktur, welche bezahlt werden will. Möchte man das hohe Niveau der Universitäten in Deutschland halten, kommt man nicht daran vorbei, auch die Studierenden an der Finanzierung der Hochschulen zu beteiligen.


    Worüber du mal definitiv nachdenken solltest ist, daß es völlig sinnlos ist, den eigenen Mißstand damit bekämpfen zu wollen, daß es anderen schlechter geht.


    Es ist einfach albern, so zu tun, als hätten Arme, Kranke, Arbeitslose und Erwerbslose (was Studenten im Grunde sind) nicht die gleichen Lebenshaltungskosten zu bestreiten, wie jeder Steuerzahler (was all jene oben auch sind, Stichwort Mehrwertsteuer) auch. Essen, Kleidung, Wohnung und Mobiltät sind elementare Rechte eines jeden.


    Wenn du also nicht willst, daß Meisterbriefe so viel kosten, dann wäre die intelligente Art das zu lösen, entweder den Meisterzwang völlig ad acta zu legen oder für eine Verbilligung zu streiten. Wenn der Student für seine Studien zahlt, dann hast du bei deiner Meisterprüfung garnix davon. Denn der Meisterbrief kostet dann immer noch das Gleiche. Wobei sich der Meisterbrief dann eigentlich bei deiner Strategie eh nicht lohnt, denn Familien unterstützen lieber ihre eigenen Kinder, als den Malermeister ums Eck. Wenn als für die Kinder mehr Kohle bei Seite gelegt werden muss, weils Studium kostet, dann streicht man eben wieder selbst...


    Auch verstehe ich nicht, wieso man heute für Bildung zahlen soll? Wo soll das denn hinführen? Sollen demnächst Kinder wieder arbeiten, um ihre Grundschule zu finanzieren? Weil ohne ABC und Einmaleins macht ein späteres Studium ja keinen Sinn.


    Und vom Schemel kippen die von dir zitierten dann doch allenfalls, weil sie zu Fett für den Schemel geworden sind. Wie kann denn einerseits behauptet werden, daß Studenten von ihrem kargen Salär locker jede Mehrbelastung getragen werden kann, von Leuten, die dreimal mehr verdienen aber nicht? Einerseits soll Hartz4 zum Leben noch viel zu viel sein (345€ für alles), aber Nettolöhne von 1300€ plus hauen einen abgemagert vom Schemel? Geht ja garnicht...


    Zitat

    Ich habe keine Ahnung, wie Du auf die Summen kommst (es kribbelt immer mehr in meinen Händen, Dich zu schütteln...), wenn mir die Tagesschau aber schon vorrechnet, dass ein durchschnittlicher Arbeitnehmer mit 600.- € jährlich mehrbelastet wird, komme ich auf andere Summen als Du. Da ist es nur legitim und gerecht, dass auch andere Bevölkerungsschichten belastet statt immer nur entlastet werden.


    Es hat nix, aber auch garnix mit Gerechtigkeit zu tun, wenn es nur um die Belastung geht. Es geht auch und vor allem um die finanzielle Realität, der sich die Personengruppen stellen müssen. Wenn wir von Automaten reden würden, dann wäre es gerecht. Es geht aber um Menschen, und da wäre es zutiefst ungerecht.


    Zitat

    Und zu guter letzt: Frage mal bei Leuten rum, wieviel am Ende der Abzüge bei einem Arbeitnehmer mit 1.200.- € Nettoeinkommen übrig bleibt, welcher nicht im Hotel Mama in der bayerischen Provinz wohnt und einen von Papa gesponsorten Bora FSI fährt.


    Siehe einen der vorigen Absätze. Die "Leute" kriegen nicht mehr, wenn der Alg2er weniger bekommt, und das Butterbrot der "Leute" wird auch nicht billiger, wenn der ALG2er sich aus Mülltonnen ernähren müsste.


    Zitat

    Davon dann noch eine Frau () und ein Kind ernähren? Jeder Vater mit diesem Einkommen wünscht sich Hartz IV - das kann's dann irgendwie nicht sein.


    Der Wunsch kann doch erfüllt werden. Einfach kündigen, Hartz4 beantragen und Vadder is glücklisch!!!


    Offenbar sind da Realität und Stammtisch mal wieder kilometerweit auseinander, andernfalls würden die sich nach ALG2 verzehrenden Vatis schon längst auf den Fluren der Arbeitsämter eingefunden haben. Oder sind das etwa Zombies? Lies mal in betreffenden Foren im Internet oder stell dich zu den Öffnungszeiten mal vor eine Tafel, dann würdest du nämlich mal sehen, daß es für viele nicht reicht, von ALG2 zu leben (Singles). Wie dann die ominösen Vaddis mit weniger gar Frau und Kind ernähren, ist nur mit Zombiedasein zu erklären....

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Also Entschuldigung, aber jetzt komm(t) mal wieder herunter. Diese maßlosen Übertreibungen entsprechen den Realitäten in keinster Weise und sind schlichtweg lächerlich.


    Wir leben nach wie vor in einer hochindustrialisierten Wohlstandsgesellschaft, welche sich unter erschwerten globalen Bedingungen behaupten muß und dabei nationale Probleme zu bewältigen hat, die zu einem großen Teil auch von einer der größten volkswirtschaftlichen Anstrengungen rühren, die ein Land in der Geschichte erlebte, nämlich eine unproduktive und marode andere Volkswirtschaft zu schlucken.


    Wir haben demographische und strukturelle Probleme in Deutschland; aufgrund der vorherrschenden Machtstrukturen und Verflechtungen lassen sich diese nicht in zwei Jahren auflösen und lustig wird dieser Kurs für die meisten auch nicht und vielleicht müssen wir uns von einigem verabschieden, was bisher selbstverständlich war - aber die skizzierten Szenarien sind unsinnig und albern.


    Ich finde das garnicht so abwegig. Frankreich musste keine marode Volkswirtschaft schlucken und hat keinen niedrigeren Lebensstandard als wir, allerdings auch keinen bedeutend besseren. Dennoch gehen da junge Leute auf die Straße.


    Es ist für alle, die im Prozess drin sind, irgendwie zu machen. Nur, die Jugend ist da nicht drin, und sie wird auch dank der neuen Gesetze und des neoliberalen Zeitgeistes dort nicht mehr reinkommen. Es nutzt einem jungen Menschen garnix, wenn er in einem Land lebt, in dem viele Mercedes fahren, wenn er selber nichtmal das Geld für ein Fahrrad hat (was durchaus auf immer mehr junge Menschen zutrifft). Auch ist die Jugendarmut (mitunter je nach Stadt bis zu jedem dritten Kind ) gravierend, was bedeutet, daß junge Menschen auf Essensküchen angewiesen sind...


    Und Deutschland leistet sich anbei noch den "Luxus", mal eben auch noch die Alten aus dem Prozess rauszuschmeißen, in den besagte Jugendliche oftmals garnicht mehr reinkommen. Bei uns kommt der Unmut sogar Generationsübergreifend. Die vermeintlich verdummte Jugend wird dann gelenkt von hochintelligenten, aber unbrauchbaren Alten...


    Auch gehen derzeit (seit ein paar Jahren) die Einwanderungszahlen nach Deutschland zurück und die Auswanderungszahlen steigen stetig. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Und diese Entwicklung läuft schon länger. Jetzt und in Zukunft ist es hierzulande aber noch schlimmer, als es war, als der Trend begann. Somit ist es eine normale Folge, daß es zu Abwanderungen der Bevöljerung oder eben zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen wird. Mag sein, daß vorher die Kriminalitätsrate ansteigt und erst das zum Auswanderungsboom führt, aber es wird bei beibehalten der politischen Konzepte so kommen müssen.

  • Mich kotzt es einfach an, wenn ich von der Sonnenterrasse aus meine schwarze S-Klasse betrachte, dessen Wäsche zukünftig dank der Mehrwertsteuererhöhung mehr kosten wird.


    Werd' ich wohl mal wieder dem Hauspersonal das Weihnachtsgeld kürzen müssen. Irgendwie muss man sein Auskommen schließlich haben.


    Da bin ich nur heilfroh, seit Jahren keine Steuern mehr in Deutschland zu zahlen. In Marode Unternehmen sollte man nicht mehr investieren.



    Stefan

  • pallmall:


    Du kannst Deutschland und Frankreich schlichtweg nicht vergleichen. Frankreich hat eine viel (!) höhere Jugendarbeitslosigkeit, einen ausgeprägteren Alltagsrassismus gegenüber den Maghrebiens, eine sehr viel ausgeprägtere Verslumung bei der ganz anderen Struktur der französischen Groß- und Trabantenstädte bis hin in die Architekur und Städteplanung, Frankreich hat kein Ausbildungssystem mit Lehrlingsausbildung und Berufsschulen wie wir usw. usf. - man würde Äpfel mit Birnen vergleichen, wenn man nun aus der Situation in Frankreich auf Deutschland schliessen würde.


    Aber darum geht es hier in diesem Thread nicht. Ich bleibe dabei: es ist völlig übertrieben, wie du eine Wohlstandsgesellschaft fast schon an den Rand eines Bürgerkrieges und in die Nähe eines Dritte-Welt-Landes schreibst.

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