Kannibale: "Ich habe im Garten Rippchen gegrillt!"

  • Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007



    Und ich gebe NoNick absolut Recht, wenn er sagt, dass es wahrlich Schlimmeres gibt. Für das die Leute auch nicht Lebenslänglich oder Sicherheitsverwahrung bekommen.


    Du magst ja Recht haben, dass es sicherlich Schlimmeres gibt. Eine solch lapidare Aussage wie


    Zitat

    Original geschrieben von NoNick


    Ich kann es mir auch nicht vorstellen einen anderen Menschen zu Befriedigung meines sexuellen Triebes zu essen, aber mein gott es gibt schlimmeres.


    klingt nach "Naja, wenigstens hat er keine Steuern hinterzogen" und spielt den Vorgang damit herunter. Klar gibt es Schlimmeres, das muss aber nicht zur Abwertung dieser Tat führen.


    Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    Es gibt übrigens auf dieser Welt noch einige kleine Urwald- u.ä. Völker, bei denen ist Kannibalismus eine ganz normale Sache.


    Es gibt keinen sog. Profankannibalismus, lediglich Kannibalismus in der Form von Riten. Ist also nicht so normal anzusehen wie Brötchenessen bei uns.


    Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    ... aber ich glaube nicht, dass man ihnen eine kollektive medizinische Hirnkrankheit attestieren könnte...


    Hinterher schon, BSE sei Dank. :D

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • Zitat

    Original geschrieben von kinslayer
    Vieleicht überspitztes Beispiel: Deine Schwester wird vergewaltigt und umgebracht. Der Typ kommt dann in die Psychatrie und wird ein paar Jährchen auf die Kosten der Steuerzahler(die Du auch mitträgst) therapiert.Weil er sich ja "vieleicht" ändern könnte.



    das kann man aber auch umdrehen
    und imho ist das dem kanibalen passiert


    stell dir vor du gehst abends weg und lernst ein mädchen kennen
    ihr wollt beide nur sex und landet in der kiste
    am nächsten tag ist die alte verschwunden und du im bau wegen einer "vergewaltigung" die als solches nie stattgefunden hat ;)


    edit: kleiner nachtrag
    natürlich ist die ganze sache nicht in ordnung
    aber aufgrund dessen das sich das "opfer" alles hat freiwillig antun lassen stehe ich der sache ziemlich emotionslos gegenüber


    ein selbsmörder bleibt ein selbstmörder
    ob er von ner brücke springt oder sich erschießen lässt macht die sache nicht anders
    nur war hier eben was perverses im hintergrund
    nicht mehr und nicht weniger

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    ...
    nur war hier eben was perverses im hintergrund
    ...

    Genau um das geht es aber hier.
    Bloß, weil der Gesetzgeber in puncto Kannibalismus eine Lücke hatte,
    spielt dies den Akt nicht runter oder verharmlost ihn.
    Diese Handlung ist nicht nur moralisch bedenklich, sondern unvertretbar.
    Welcher gesunde Mensch würde sowas machen?


    Wir haben hier im Thread andere Beispiele gehört, wie zB die Pädophilie,
    die immer einen Beweggrund hat und sich deshalb therapieren lassen kann.
    Auch haben wir festgestellt, dass beim Kannibalismus dies kaum möglich ist.
    Darum hinken jegliche Beispiel ordentlich, sei es nun Alkohol oder Vergewaltigung.


    Eine Gefängnisstrafe kann ich absolut nicht vertreten, da dies nichts bewirken wird.
    Er wird weder von seiner Neigung runterkommen, noch Reue für seine Tat fühlen.

    Signatur ist so 2002.

  • Zitat

    Original geschrieben von chico



    Eine Gefängnisstrafe kann ich absolut nicht vertreten, da dies nichts bewirken wird.
    Er wird weder von seiner Neigung runterkommen, noch Reue für seine Tat fühlen.



    Nein, aber die Strafe dient auch der Abschreckung.

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    – Edward V Berard


  • Moralphilosophisch betrachtet macht es doch keinen wirklichen Unterschied ob man einen toten Menschen oder ein totes Schwein ißt. Das Schwein wurde meist sogar nur zu diesem Zweck aufgezogen, gefangen gehalten und getötet. Selbst bei Schlachtung und Zerteilung von Tieren Hand anlegen zu müssen ersparen wir uns ja heutzutage lieber.


    Der Unterschied liegt wohl in der unangenehmen Vorstellung das man selbst aufgegessen werden könnte. Wobei die Vorstellung wie unser Körper im Sarg in der Erde endet auch nicht wirklich angenehm ist.


    Wenn etwa in Kriegs- oder sonstigen Notsituatuionen Lebensmittelknappheit herrscht überwinden ganz normale durchschnittliche Menschen auch durchaus ihre psychischen Hemmungen Menschenfleisch zu essen.

  • Zitat

    Original geschrieben von chico
    Diese Handlung ist nicht nur moralisch bedenklich, sondern unvertretbar.
    Welcher gesunde Mensch würde sowas machen?



    das stimmt so nicht ganz
    das kannibalismus in ordnung sein kann zeigt uns die sache mit dem abgestürzten flugzeug in den anden (dabei gings aber ums überleben was hier ja nicht zutrifft)
    was aber meiner meinung nach der einzige grund sein sollte sowas zu tun (und ich hoffe das niemand von uns jemals in so eine situation kommt)


    außerdem gibt es völker auf diesem planeten die uns wahrscheinlich genauso für pervers halten weil wir rinder und schweine essen und keine menschen
    es kommt alles nur auf den standpunkt an



    btw:das hier was perverses im hintergrund war meinte ich aus sicht des "opfers" welches in meinen augen mindestens genaosoviel täter ist wie der kannibale selber



    edit:
    ach ja nochwas
    viele reden hier von irgendwelchen gesetzen usw.
    glaubt ihr wirklich die bringen was :confused:
    leute wacht mal auf
    es gibt gesetze gegen kidesmissbrauch und täglich passiert es
    es gibt gesetze gegen drogen und es wird trotzdem kein gramm weniger konsumiert
    es gibt gesetze gegen alk am steuer und trotzdem fahren leute besoffen durch die gegend
    es gibt gegen so ziemlich alles was passiert gesetze und sie jucken kein schwein
    wieso sollte dann so ein gesetz ausgerechnt hier abhilfe schaffen
    an einer tat die meiner meinung nach moralisch verwerflicher ist als fast alles andere (aber trotzdem passiert ist)


    dazu gehören nämlich immer zwei seiten und solange nur eine von beiden mitspielt bringts nicht viel

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    das stimmt so nicht ganz
    das kannibalismus in ordnung sein kann zeigt uns die sache mit dem abgestürzten flugzeug in den anden (dabei gings aber ums überleben was hier ja nicht zutrifft)

    Darum geht es hier aber nicht, und selbst dann ist das nicht in Ordnung,
    sondern ein psychologisches Verhalten, an das wir aus gutem Grund nicht denken wollen.
    Bevor man jemand anders anknabbert, wird man alles andere erdenkbare versuchen.


    Wer jedoch ohne diese Notsituation scharf auf andere Menschen ist,
    kann geistig doch nicht als zurechnungsfähig gesehen werden.
    Unsere Justiz schafft das komischerweise. :rolleyes:

    Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    außerdem gibt es völker auf diesem planeten die uns wahrscheinlich genauso für pervers halten weil wir rinder und schweine essen und keine menschen
    es kommt alles nur auf den standpunkt an

    Klar kommt es auf den Standpunkt an, aber wir sind nunmal diejenigen, die in der Zivilisation leben.
    Ich esse kein Schwein, und halte die anderen in diesem Land trotzdem nicht für pervers.
    Meine Freundin ist Vegetarierin, und toleriert andere Menschen in diesem Land auch.
    Tiere und Pflanzen zu essen ist hier, wie in der gesamten Welt, nunmal das Normale,
    sie bilden die Norm und schließen den Kannibalismus folgerichtig aus.

    Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    das hier was perverses im hintergrund war meinte ich aus sicht des "opfers" welches in meinen augen mindestens genaosoviel täter ist wie der kannibale selber

    Das Opfer kannst du allerdings nicht mehr zur Rechenschaft ziehen,
    auch können wir nicht wissen, bis zu welchem Punkt es das ganze wirklich mitmachen wollte.

    Signatur ist so 2002.

  • Ihr vergesst da was: In den Anden waren die Leute schon tot und wurden dann gegessen, hier wurde das Opfer zum Zwecke des Essens getötet, wenn nicht sogar erst durch Essen getötet.


    Wobei es mich graust, "Essen" dazu zu sagen - nur leider stimmt es ja.

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    – Edward V Berard

  • chico:


    Wie hier schon gesagt wurde, ist das halt auch immer eine Frage des Standpunkts. Ich z.B. halte Menschen, die Tiere schächten, für geistig ebensowenig zurechnungsfähig wie diesen Typen. Letzteres wird aber durch die Religionsfreiheit sogar höchstrichterlich geschützt. Mehr noch: Du kannst mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass wenn dieser Mensch das Opfer nicht getötet hätte, sondern er eine bereits tote Leiche ;) verspeist hätte, und wenn er dann noch einer Religionsgemeinschaft angehören würde, in der Kannibalismus normal ist (keine Ahnung, ob es sowas gibt, aber möglich ist ja alles), dann wäre er vermutlich entweder ganz straffrei davon gekommen, oder man hätte ihn allenfalls wg. Störung der Totenruhe belangt.


    Und so muß halt jeder für sich selbst definieren, was krank ist und was nicht. Klar, wenn einer Menschen frisst, dann halte ich den natürlich für nicht ganz sauber, aber es ist halt IMHO nix, weswegen die Gesellschaft das Recht hätte, ihn zu bestrafen. Das gilt - IMHO - umso mehr, wenn gegen Tierschächter auch nicht vorgegangen werden kann... ;)


    Und ich bin mir dabei durchaus bewußt, daß ich da ein Stückweit eine Doppelmoral mit mir herumtrage, denn ich esse natürlich Fleisch und habe daher kein Problem mit den Schlachtmethoden, die ich als "normal" ansehe. Tierschächter sehen das freilich ganz anders und meinen, dass ihre Methode sogar tierfreundlicher wäre als das, was sonst so gemacht wird. Aber wie gesagt - das ist halt alles eine Frage des Standpunkts.


    Und ein Richter muß sich halt von solchen "Standpunkten" möglichst befreien und ein Urteil fällen, welches ausschließlich von der objektiven Gesetzeslage abhängt. Das war in diesem Fall mit Sicherheit nicht einfach, aber es ist IMHO gelungen.

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • das seh ich ganz ähnlich.
    der mann wollte doch getötet werden,es war sein ausdrücklicher wunsch
    da es töten auf verlangen(zb im krankenhaus)in deutschland so nicht gibt musste er doch zwangsweise für totschlag verurteilt werden.und zwar nach genau den mass-stäben,wie sie auch für aktive sterbehilfe gelten,denn nix anderes war es.
    das er die leiche gegessen hat ist leichenschändung oder was auch immer.es mag pervers sein,aber genau als das muss es abgeurteilt werden.


    wenn er pervers oder krank oder was auch immer war oder ist,dann braucht derjenige eine behandlung.und seine strafe muss seiner schuld angemessen sein.wenn der typ wegen ner wie auch immer gearteten störung sich der schuld nicht bewusst sein kann,dann nützt keine doch strafe was sonmdern es gehört behandelt.


    der typ,der sich hat schlachten lassen,der hat doch(nach den berichten)sogar aktiv an dem allen teil genommen.der ist also für mich mindestens ebenso,wenn nicht gar noch schlimmer gestört.


    was mir sorgen macht, ist nicht,das der typ nur so kurz im knast ist,sondern,das er nicht sofort in die psychatrie gekommen ist.


    gruss rainer

    Christian Urban -- deine Sig bringts auf den Punkt :D

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