Dann ist für viele Berufe eben Homeoffice angesagt und in der Stadt fährt man Fahrrad.
Gedankliches Szenario: 2017, Energiediskussion
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Ich finde die Kernidee des Gedankenexperiments ebenfalls interessant.
Das "Problem" zum jetzigen Zeitpunkt liegt eben darin, dass die Energiekosten zwar allmählich weh tun, aber eben nicht so richtig. Dann wird zwar gejammert bis hinten gegen, die Heizung vielleicht mal auf 2 statt auf 3 gestellt, und beim nächsten Autokauf zumindest mit halbem Auge auf den geschönten Verbrauch geachtet, aber das war es dann auch. Hauptsache 150 PS und Sitzheizung.Aktuell kann sich die überwiegende Mehrheit doch die nötige Energie leisten, und kaum einer ist wirklich zu derben Einschnitten gezwungen, deshalb ändert sich auch so wenig. Das ist wie mit dem Frosch im Kochtopf, der nicht rausspringt, wenn man das Wasser nur langsam erwärmt. (Zumindest soweit diese Legende denn stimmt...)
Ich stelle mir das auch so vor, dass man vielleicht wirklich zu Verzicht gezwungen sein wird, d.h. abwägen muss, ob man sich nen Auto kauft und dafür die nächsten fünf Jahre nicht in den Urlaub fährt, oder man das gesparte Geld dann statt Auto doch in die Heizungsmodernisierung/ Isolierung stecken muss, weil einem im Winter die 700 Euro Heizkosten im Monat das Genick brechen und die Stadtwerke sonst das Gas abstellen.
Ist vielleicht ein bisschen pessimistisch. Sicherlich werden wie schon geschrieben wurde, alternative Energieressourcen interessanter wenn fossile Brennstoffe noch teurer werden, also beispielsweise Biomasseerzeugnisse.
Aber nur mit Fatalismus wird man die Wohnung nicht warm kriegen....
Also ich könnte mir aus der heutigen Perpektive heraus gut vorstellen, dass ich mir ein sehr kraftstoffsparendes Auto kaufe, siehe z.B. sowas wie den Loremo, und gezielt nach einer Wohnung Ausschau halte, die gezielt zur Heizkostenersparnis entworfen wurde. Ausserdem würde dann der eine oder andere Luxus rausfliegen, Geschirrspüler, Riesenglotze und sowas. Ausserdem wird vielleicht der Einkauf von lokalen Produkten interessanter, da Transportkosten entfallen.
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Ähm...ich weiss ja nicht, aber es ist anzunehmen, dass bei solchen Energiepreisen die Löhne ebenfalls überproportional ansteigen würden. Insofern ist die Frage, was "unbezahlbare " Wohnungen sind. Zudem stellt sich die Frage, wie das Geld durch die hohen Energiespreise umverteilt wird - momentan z.B. von den Industriestaaten an die Erdölliferanten. Insofern könnte es so sein, dass durch den Export regenerativer Energien z.B. nach China das Volkseinkommen steigen würde.
Man darf in diesem Fall nicht nur die Kostenseite sehen...
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Zitat
Original geschrieben von autares
Ähm...ich weiss ja nicht, aber es ist anzunehmen, dass bei solchen Energiepreisen die Löhne ebenfalls überproportional ansteigen würden.Warum?
Vielmehr wird eine solche Entwicklung der Energiepreise sich nicht nur auf Auto und Heizung auswirken, sondern letztendlich auf alle Gueter. Durch einen Anstieg der Transportkosten wird die Lohndifferenz weniger wichtig, es lohnt sich also u.U. wieder, bestimmte Arbeit in Deutschland erledigen zu lassen, der derzeit ins Ausland gewandert ist.
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Also für mich würde es eng werden, noch mehr Energie einzusparen...
Hab heute schon alle Lampen auf Energiesparlampen oder zum Teil auch LED Lampen umgerüstet. Bliebe nur noch, teilweie etwas schwächere Lampen zu nehmen, und die geringere Helligkeit hinzunehmen. Aber das bringt nur wenig.
Standby Geräte gibt es nur noch wenige. Die meisten sind schon an Schaltbaren Steckdosen. Und die wenigen die es noch gibt, können nur mit recht großem Aufwand Stromlos gemacht werden.
Wäschetrockner hab ich keinen, das trocknet im Heizungsraum auch problemlos. Waschmaschine ist noch neu, und wurde nach Energiesparkriterien ausgewählt. Da ist nix mehr rauszuholen.
Man kann bestenfalls noch über einen sparsameren neuen Kühlschrank und Gefrierschrank nachdenken.
Fernseher ist seit kurzem auch dauerhaft aus, seit ich meinem Computer beigebracht habe, das Fernsehprogramm zu empfangen. Und der Computer braucht weniger Strom (als Laptop sowiso), und läuft sowiso, wegen Internet. So wird eben gleichzeitig Ferngesehen und im Internet gesurft.
Das Auto fährt seit 3 Jahren ausschließlich mit Biodiesel, und fühlt sich wohl damit.
Bleibt nur noch die Heizung. Ich mag es einfach warm. Bisher geht das, aber dann müsste ich mir was einfallen lassen.
Falls ich zu dem Zeitpunkt noch in derselben Wohnung bin, bliebe eventuell die Chance, einen Holzofen einzubauen. Ein passender Kaminanschluß ist da, der wurde von einem Vormieter mal eingebaut (oder war seit anfang schon drin, glaube ich sogar eher), und wurde von Vormietern schonmal für Holzöfen genutzt, so daß ein Holzofen recht einfach einzubauen wäre. -
Zitat
Original geschrieben von harlekyn
Warum?Vielmehr wird eine solche Entwicklung der Energiepreise sich nicht nur auf Auto und Heizung auswirken, sondern letztendlich auf alle Gueter. Durch einen Anstieg der Transportkosten wird die Lohndifferenz weniger wichtig, es lohnt sich also u.U. wieder, bestimmte Arbeit in Deutschland erledigen zu lassen, der derzeit ins Ausland gewandert ist.
Weil du bei den oben genannten Preisen wohl nicht mehr nur von Inflation, sondern Hyperinflation sprechen würdest. Und nur weil du wieder mehr in Deutschland produzieren kannst, bedeutet das nicht, dass dies die höheren Energiepreise auffängt. Was bringt dir ein Job für €1, wenn Strom €5 kostet?
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Ihr habt bei dem Gedankenexperiment einen wichtigen Punkt vergessen:
ca. 2012 wird die Kernfusion zum ersten mal in einem Grossreaktor wirtschaftlich nutzbar gemacht.
ca. 2014 werden schon 50% des Energiebedarfs über Kernfusionskraftwerke gedeckt.
danach erfolgt die schrittweise Umstellung des Verkehrs auf Elektro- oder Wasserstoffantriebe
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Euer Gedankenspiel hat einen grossen Nachteil: es werden nur einseitig die rein spekulativen Kosten angesetzt, ohne dabei andere Faktoren zu berücksichtigen. z.B. der Punkt : Kohleverflüssigung wurde bereits genannt.
Bei 6.50€ pro Liter Heizöl würde Deutschland im Frühjahr als riesiger gelber Fleck vom Weltall sichtbar... bei dem Preis würde jeder Bauer auf jedem noch so kleinen Acker Raps anbauen um Rapsöl zu produzieren...
In Kanada gibt es die zweitgrössten Erdölvorkommen der Welt, die werden bislang (noch) nicht umfassend genutzt weil die Förderkosten im Vergleich zum Gewinn zu hoch sind... das hätte sich dann auch geändert
u.s.w.
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Nochmal: Mir gehts in diesem Thread konkret um Einsparmöglichkeiten und harten Verzicht und das allgemeine Verständnis, dass die Welt bald nicht mehr so sein wird, wie sie mal war.
Es geht nicht darum, wie in den vergangenen 30 Jahren seit der Ölkrise darauf zu hoffen, dass es immer so weitergehen wird und die neuen, billigen Alternativen einfach so vom Himmel fallen.
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ZitatAlles anzeigen
Original geschrieben von dh-paule
Ihr habt bei dem Gedankenexperiment einen wichtigen Punkt vergessen:ca. 2012 wird die Kernfusion zum ersten mal in einem Grossreaktor wirtschaftlich nutzbar gemacht.
ca. 2014 werden schon 50% des Energiebedarfs über Kernfusionskraftwerke gedeckt.
danach erfolgt die schrittweise Umstellung des Verkehrs auf Elektro- oder Wasserstoffantriebe
Ich will Dir ja nicht zu Nahe treten, aber stand das zufällig im PM-Magazin, oder ist mir da ein Gag entgangen? -
Zitat
Original geschrieben von dh-paule
ca. 2014 werden schon 50% des Energiebedarfs über Kernfusionskraftwerke gedeckt.Das wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Hast du da eine Quelle? IEA?
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