Finanzkrise - Auswirkungen bei Euch (Job, Konsum, etc.)?

  • autares


    Selbst jemand, der absolut keine Ahnung von den inneren Abläufen einer Bank hat, für den eine Bank sozusagen eine "black box" ist, hat ein Recht darauf, die Ergebnisse zu bewerten.



    Bei mir kommen deine Beiträge in diesem Thread so an, als wärst du in deiner Bankerehre gekränkt und wolltest gleich weite Teile der Branche über halbherzig angedeutete Systemzwänge exkulpieren. (Wenn du das wenigstens ausformulieren würdest...)



    Auch die argumentative Stoßrichtung deiner Unterscheidung zwischen Zocken und Betrügen will sich mir nicht erschließen. Immerhin verdanken wir die Finanzkrise in weiten Teilen auch dem Umstand, dass sich anscheinend viele Banker beim Zocken gedacht haben "nach mir die Sintflut".



    Und was den Handel mit hoch riskanten und undurchsichtigen "Finanzprodukten" angeht: wer in diesem Bereich tätig war und nicht verstanden hat, auf was er sich da einlässt, ist einfach ein schlechter oder überforderter Banker.
    Wer sehenden Auges damit spekulierte, nun, der geht auch nicht gerade als Held durch, oder?



    Die alte Leier mit der Gemeinwohldienlichkeit jeglicher Form von Spekulation zieht halt nicht mehr. Seit der Fínanzkrise dürften sich bestimmte Investmantbanker leider nicht mehr als Mutter Theresas mit Millionenverdienst fühlen sondern nur noch als schnöde Großverdiener.


    Das Leben hält schon tragische Schicksale bereit...

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Und mitten in der Krise verdienen auf einmal Ärzte prächtig? Das muss Abzockerei sein!


    Are doctors the new bankers?


    http://www.n-tv.de/politik/Aer…h-mehr-article459106.html


    Sorry autares, aber manchmal sind deine Vergleiche einfach so weit ab der Realität. Ärzte haben also 12,7% mehr verdient - zwischen 2002 und 2007.


    "Das durchschnittliche Plus bei den Ärzten habe pro Jahr 2,42 Prozent betragen, während es bei den Arbeitnehmern bei etwa 2,3 Prozent lag, schreibt die Zeitung."


    Wow, was für Abzocker. 0.12% mehr als der Durchschnitt bzw. der Otto-Normal-Verbraucher.


    Das Vorstände in der Zeit mal eben locker mind. 30% mehr verdient haben unterschlägst du, im IB dürften es ebenfalls alleine 2007/2008 mind. ähnlich hohe Steigerungen sein.




    Weiterhin - ok, du behauptest also die Banker hätten nur rudimentär schuld an der Lage und würden zu unrecht an den Pranger gestellt. Dann teil uns doch dein Wissen und mit und erzähl uns, wer sonst dran schuld ist...


    Mich macht es immer wieder stutzig, wie Menschen, die jetzt mal Verantwortung für ihr z.tl. einfach teuflisch asoziales (im Wortsinn) Verhalten nehmen sollten, alle Schuld von sich weisen, aber keine Lösung anbieten können bzw. keine andere Erklärung als die, die klar auf der Hand liegt.

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  • Und vergleichst Äpfel mit Birnen. Der (!) Banker verdient ganz normal, ganz normal! Frag mal hier im Forum die Herren der Dresdner und Volksbanken, was die verdienen. Ihr meint immer, nur weil ein paar IBler Millionen scheffeln, dass alle Banker so sind. Es gibt Ärzte, die verdienen Millionen - trotz Krise. Du glaubst wahrscheinlich auch, dass tatsächlich jeder bvei GS 700k Bonus bekommt?


    Wo habe ich denn behauptet, dass banker keine Schuld haben??? Man, ihr solltet erstmal richtig lesen lernen! Ich habe hier mehrmals geschrieben, dass die gesamte Sales- und Strukki-Bande geköpft gehört! Aber ist klar: Banker im Allgemeinen sind schlecht...man man man


    @ registered:


    Das interessante wiederum ist, dass ich gar kein Banker (mehr) bin. Schon seit Jahren nicht mehr!


    Natürlich hat jeder ein Recht darauf, die Ergebnisse zu bewerten. Ich warne nur davor zu verallgemeinern. Und genau das passiert hier, siehe auch obiges Beispiel.


    Und vor allem kommt hier niemand mit Lösungsvorschlägen. "Anscheinend haben viele gedacht, nach mir die Sintflut" - das schreibst du. Wie kommst du zu solchen Aussagen? kennst du Händler? Oder ist dies das Ergebnis, das du aus den Medien nimmst? Es gibt immer noch einen großen Unterschied zwischen zocken und betrügen. Betrug ist ein Verbrechen. Zocken ist erlaubt.


    Schon alleine die Tatsache, dass du Investmentbanker mit Zockerei gleichsetzt zeigt, dass du dich auch nicht mit dem Thema auskennst. Ein hausarzt ist kein Radiologe, auch wenn sie beide unter "Ärzte" fallen.

  • autares


    Ich habe nie verallgemeinernd von "den" Investmentbankern gesprochen, sondern von "bestimmten".



    Zitat


    Es gibt immer noch einen großen Unterschied zwischen zocken und betrügen. Betrug ist ein Verbrechen. Zocken ist erlaubt.


    Du hältst anscheinend alles was legal ist für legitim.
    Da wird es dir schwer fallen, die aktuelle Vertrauenskrise in beinahe unser komplettes System zu begreifen.


    Das meiste dessen, was zur Finanzkrise geführt hat, war anscheinend legal. Also das, was du unter "Zocken" einordnen würdest. Das ist ja der Witz.



    Zitat


    Und vor allem kommt hier niemand mit Lösungsvorschlägen.



    Ich hätte Lösungsvorschläge von dir und von anderen aus dieser Branche erwartet, kein nebulöses Einstreuen von Akronymen oder Verweise auf die vermeintliche Inkompetenz anderer Kommentatoren hier.


    Natürlich informiere ich mich über die Medien, wobei ich dazu auch Blogs zähle, in denen Banker schreiben.


    Meine Einschätzung, dass Viele sich "nach mir die Sintflut" gedacht haben, rührt daher, dass ich einem bedeutenden Teil der Spekulanten genug Hirn zutraue, um zu wissen, womit sie da spekulieren und dass das nicht ewig gut gehen kann. Und dass sie trotzdem weiter gemacht haben - ihres Vorteils wegen.



    In die "alle-Banker-sind-böse-Schiene" kannst du mich nicht stecken, das zeigen allein schon meine übrigen Beiträge hier im Thread.


    Dass es branchenweit an gesunder Selbstkritik hapert, zu dieser Aussage stehe ich aber - gerade wegen meines intensiven Studiums "der" Medien zu diesem Thema.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Und vergleichst Äpfel mit Birnen. Der (!) Banker verdient ganz normal, ganz normal! Frag mal hier im Forum die Herren der Dresdner und Volksbanken, was die verdienen. Ihr meint immer, nur weil ein paar IBler Millionen scheffeln, dass alle Banker so sind. Es gibt Ärzte, die verdienen Millionen - trotz Krise. Du glaubst wahrscheinlich auch, dass tatsächlich jeder bvei GS 700k Bonus bekommt?


    Wo habe ich denn behauptet, dass banker keine Schuld haben??? Man, ihr solltet erstmal richtig lesen lernen! Ich habe hier mehrmals geschrieben, dass die gesamte Sales- und Strukki-Bande geköpft gehört! Aber ist klar: Banker im Allgemeinen sind schlecht...man man man


    Du hast recht, ich hätte IBler schreiben sollen, wobei dies aus dem Kontext klar ist: Der normale Berater trägt nicht die Schuld die viele (nicht alle) IBler tragen.




    That's the point.

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  • Ja.


    Habe ich bhier auch mehrmals geschrieben: Es ist alles das erlaubt, was nicht verboten ist. Trifft im Berufs- wie im Privatleben zu.


    Wenn du etwas ändern willst, musst du Gesetze ändern, regularien schaffen, was auch immer. Jedenfalls musst du den legalen Spielraum eingrenzen. So etwas hätten Aufsichtsbehörden und Regierungen gerade gut machen können. haben sie aber nicht. Ist nicht mein Fehler. Ich handel weiter legal und mein Risikomanager zieht sofort den Stecker, sobald ich mein Limit überschreite. Ich habe aufgrund des Mechanismus hier auch gar keine Möglichkeit, zu betrügen. Wenn andere Unternehmen dieses zulassen, eghören die Unternehmen und die jeweiligen Angestellten vor Gericht. Nur weil sich jemand verzockt, hat er nichts unlegitimes getan.


    Und selbst viele IBler stimmt wohl kaum. Ist ein Aktienhändler für die Krise verantwortlich? Ein Commodities Salesmen? Jemand aus dem M&A? ECM?
    Mag jetzt alles Kauderwelsch sein, aber kaum jemand aus diesen Bereichen ist dafür verantwortlich. Sucht die Schuldigen lieber bei den Immobilienmaklern, Kreditabteilungen und Ratingagenturen!


    @registered:


    Ein Lösungsvorschlag zur gerechten Bezahlung? Zur Erneuerung des Systems?

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Habe ich bhier auch mehrmals geschrieben: Es ist alles das erlaubt, was nicht verboten ist.


    Und genau hier liegt das Problem. Früher hatten die Menschen noch eine moralische Grenze (zusätzlich zu der Gesetzlichen).


    Aber unser Zeitgeist sieht Moral nicht mehr vor.


    Und wenn man mal in die Politik schaut (getrieben von Lobbyverbänden), da werden die Gesetze so lange geändert, bis es passt. Es wird also eben erlaubt, was "gebraucht" wird.


    Und ich sehe es nicht so, das alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich in irgend einem Gesetz verboten ist.

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • Diese Sichtweise hat sich in den letzten Jahrhunderten nicht verändert. Geprasst wurde schon immer, nur nicht in solchen Ausmaßen. Nur die Gesetze kommen den neuen Ausmaßen eben nicht hinterher.

  • Ich denke, mit Gesetzen kann man das nicht regeln, weil es eine unglaubliche Einzelfallaufzählung nach sich ziehen würde.


    Die BaFin scheint mir auch ein eher zahnloser Tiger zu sein, denn wer arbeitet denn dort außer Idealisten?


    Hier auszugsweise ein Stellenangebot "Referentenstelle Aufsicht"


    ... Idealerweise verfügen Sie über mehrjährige Berufserfahrung in der Internen Revision, dem Risikocontrolling, dem Compliancebereich oder einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dort haben Sie vertiefte Kenntnisse bei der Durchführung von Prüfungen erworben. Von Vorteil sind zudem Kenntnisse über Konsolidierungsmethoden nach nationalen und internationalen Standards sowie Erfahrungen im finanzwirtschaftlichen oder aufsichtsrechtlichen Bereich.


    ...Die Einstellung erfolgt zunächst im tariflichen Beschäftigungsverhältnis als Referent/in nach Entgeltgruppe 13 TVöD oder als Beamtin/ Beamter bis BesGr. A 14. Bei entsprechender Eignung kann ein außertarifliches Gehalt gezahlt werden


    Bei dem Gehalt können sie gerne weiterträumen vom Idealkandidaten...

  • Das ist das gleiche Problem wie bei Politikern. Politiker verdienen eindeutig zu wenig. Würden sie mehr verdienen, sollte auch die Abhängigkeit von Lobbyisten, Interessenvertretungen usw. sinken. Etwaige Nebenverdienste müssten aufgegeben werden, Politiker unabhängiger. Ich weiss, jetzt gibt es hier wieder einen Aufschrei...

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