Finanzkrise - Auswirkungen bei Euch (Job, Konsum, etc.)?

  • LOL....Warum darf man nicht anmerken, das die Krise durchaus was Gutes hat???


    Lustig das dann gleich mit Accountsperre gedroht wird - naja, es geht mir aber sowas von am A.... vorbei. ;)

    9 von den 10 Stimmen in meinem Kopf sagen - ich bin nicht verrückt.

  • Nur kurz:


    Die Profs beraten Politiker und legitimieren deren Handeln dann wiederum gegenüber der Öffentlichkeit.
    Dabei wurden nicht selten volkswirtschaftliche Theorien als sicheres Wissen (im naturwissenschaftlichen Sinn) präsentiert. Wirtschaftspolitische Strategien wurden nicht als vorsichtige Empfehlungen ausgesprochen, sondern als Handlungsanweisungen ohne Alternativen dargestellt. Das war eben zum Beispiel bei der Deregulierung des Bankenwesens der Fall.


    Mein Argument nochmal zusammengefasst:
    Wenn man den Eindruck hat, dass eine Entwicklung oder eine gesetzliche Regelung schlecht und gefährlich ist, sollte man sich dafür einsetzen, dass an diesem Punkt etwas geändert wird. Wenn alle dann denselben neuen Regeln unterworfen sind, ist daran auch nichts Schlimmes. Es reicht nicht, alle vier Jahre seine Kreuzchen zu machen. Ohne das Feedback "von der Front", von den Experten, die jeden Tag mit der Materie zu tun haben, kommt kluge Regulierung anscheinend nicht zu Stande.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Nur kurz:


    Die Profs beraten Politiker und legitimieren deren Handeln dann wiederum gegenüber der Öffentlichkeit.
    Dabei wurden nicht selten volkswirtschaftliche Theorien als sicheres Wissen (im naturwissenschaftlichen Sinn) präsentiert. Wirtschaftspolitische Strategien wurden nicht als vorsichtige Empfehlungen ausgesprochen, sondern als Handlungsanweisungen ohne Alternativen dargestellt. Das war eben zum Beispiel bei der Deregulierung des Bankenwesens der Fall.


    Mein Argument nochmal zusammengefasst:
    Wenn man den Eindruck hast, dass eine Entwicklung oder eine gesetzliche Regelung schlecht und gefährlich ist, sollte man sich dafür einsetzen, dass an diesem Punkt etwas geändert wird. Wenn alle dann denselben neuen Regeln unterworfen sind, ist daran auch nichts Schlimmes. Anscheinend reicht es nicht, alles vier Jahre seine Kreuzchen zu machen. Ohne das Feedback "von der Front", von den Experten, die jeden Tag mit der Materie zu tun haben, kommt kluge Regulierung anscheinend nicht zu Stande.


    Das mit der Deregulierung des Bankenwesens musst du mir bitte noch erklären.
    Verwechselst du das vielleicht mit der Deregulierung des Energiemarktes oder des Kommunikationsmarktes?

    Meine Signatur
    ist beinahe zu
    lang für
    dieses
    Forum...

  • Sorry, ich meinte damit konkret das Werben für die Zulassung "innovativer Finanzinstrumente" und deren unbedingte "Gemeinwohldienlichkeit".
    Edit: bitte nächstes Mal kein Fullquote. :)

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    "Besserwisser", "arrogant" wird man hier tituliert.


    könnte an der Art Deiner Postings liegen, die des öfteren eben genau so wirkt. z.B.:


    Zitat

    Ich brauche solche Leute, die keine Ahnung haben.


    Keine Frage, dass Du viel Ahnung hast, aber Du kommst nun mal eben oft so rüber, als hättest Du die Weisheit mit Löffeln gefressen und wärest Du / Dein Beurfsstand frei von Fehlern. Überall werden Fehler gemacht, aber bei Händlern / Tradern? Nein, da nicht, da geht das ja gar nicht. So jedenfalls ist die (zugegeben arg verkürzte) Quintessenz vieler Postings. Da darf man sich nicht über ein entsprechendes Echo wundern.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Überall werden Fehler gemacht, aber bei Händlern / Tradern? Nein, da nicht, da geht das ja gar nicht.


    Den find ich gut! In keinem anderen Beruf werden so VIELE Fehler gemacht wie im Trading!


    EDIT:
    Und ja, ich habe mehr Ahnung von gewissen Themen. Wenn mir ein Herzchirurg sagt, dass ich keine Ahnung von Herzchirurgie habe, sage ich einfach "ja, stimmt". Arroganz ist etwas ganz anderes!

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Mein Argument nochmal zusammengefasst:
    Wenn man den Eindruck hat, dass eine Entwicklung oder eine gesetzliche Regelung schlecht und gefährlich ist, sollte man sich dafür einsetzen, dass an diesem Punkt etwas geändert wird.


    Wie stellst Du Dir denn neue "Regelungen" vor?
    Es ist ja nun nicht so, daß man wie die Axt im Walde agieren kann.
    Seit 2007 gibts bspw. MaRisk, dort wird schon ziemlich eindeutig geregelt, wer wie wo zu verfahren hat. Und genau die dort genannten Vorgaben werden jetzt als neuer Wein in alten Schläuchen in der Presse verkauft. Vorzugsweise von Leuten, die keinen Plan haben und meinen, damit alles verhindern zu können.


    Hier der Link dazu, ist recht verständlich verfaßt:
    http://www.bafin.de/cln_161/nn…en/2007/rs__0705__ba.html


    Auszugsweise:



    AT 3 Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung
    1
    Alle Geschäftsleiter (§ 1 Abs. 2 KWG) sind, unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung, für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich. Diese Verantwortung bezieht sich unter Berücksichtigung ausgelagerter Aktivitäten und Prozesse auf alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements. Die Geschäftsleiter werden dieser Verantwortung nur gerecht, wenn das Risikomanagement ihnen ermöglicht, die Risiken zu beurteilen und die erforderlichen Maßnahmen zu ihrer Begrenzung zu treffen.



    AT 4.1 Risikotragfähigkeit


    1
    Auf der Grundlage des Gesamtrisikoprofils ist sicherzustellen, dass die wesentlichen Risiken des Instituts durch das Risikodeckungspotenzial, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen, laufend abgedeckt sind und damit die Risikotragfähigkeit gegeben ist.



    AT 4.3.2 Risikosteuerungs- und -controllingprozesse
    2
    Die Risikosteuerungs- und -controllingprozesse müssen gewährleisten, dass die wesentlichen Risiken - auch aus ausgelagerten Aktivitäten und Prozessen - frühzeitig erkannt, vollständig erfasst und in angemessener Weise dargestellt werden können. Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Risikoarten sollten berücksichtigt werden.


    6
    Die Geschäftsleitung hat das Aufsichtsorgan vierteljährlich über die Risikosituation in angemessener Weise schriftlich zu informieren.



    AT 8 Aktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten


    1
    Für die Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (einschließlich neuer Vertriebswege) ist vorab ein Konzept auszuarbeiten. Grundlage des Konzeptes muss das Ergebnis der Analyse des Risikogehalts dieser neuen Geschäftsaktivitäten sein. In dem Konzept sind die sich daraus ergebenden wesentlichen Konsequenzen für das Management der Risiken darzustellen.


    BTO 2 Handelsgeschäft
    BTO 2.1 Funktionstrennung


    1
    Maßgeblicher Grundsatz für die Ausgestaltung der Prozesse im Handelsgeschäft ist die klare aufbauorganisatorische Trennung des Bereichs Handel von den Funktionen des Risikocontrollings sowie der Abwicklung und Kontrolle bis einschließlich der Ebene der Geschäftsleitung.


    2
    Handelsgeschäfte zu nicht marktgerechten Bedingungen sind grundsätzlich unzulässig. (bis auf Kundenwunsch/einzelfall)


    4
    Die Geschäftsgespräche der Händler sollten grundsätzlich auf Tonträger aufgezeichnet werden und sind mindestens drei Monate aufzubewahren.


    9
    Organisatorisch dem Handelsbereich zugeordnete Mitarbeiter dürfen nur gemeinsam mit Mitarbeitern eines handelsunabhängigen Bereichs über Zeichnungsberechtigungen für Zahlungsverkehrskonten verfügen.


    usw usf...


    weiter wurde das Thema durchgekaut mit der Solvabilitätsverordnung und Basel II. Ach so, ne Liquiditätsverordnung gibt's auch noch. Was hat es gebracht? Nichts...

  • Zitat

    Original geschrieben von StebuEx
    Wie stellst Du Dir denn neue "Regelungen" vor?


    Danke, das lese ich mir heute Abend durch.


    Nun, da das nicht mein Fachgebiet ist, erwarte ich mir wie gesagt aus den Reihen der Bankangestellten entsprechende Vorschläge. Bzw. ich hätte mir mehr Mut erwartet, bevor das Ganze den Bach 'runter ging.


    Was ich zum Beispiel gar nicht verstehen kann ist die Bezahlung amerikanischer Ratingagenturen durch den Herausgeber des Papiers. Da kann doch keine objektive Bewertung stattfinden.


    Dann müsste es (engere) Grenzen dafür geben, wie stark Banken "gehebelt" sein dürfen, wie viel sie also im Verhältnis zum Eigenkapital spekulieren dürfen.


    Ob es so viele Landesbanken geben muss die dann auch noch im fernsten Ausland Geschäfte tätigen und zum Teil Briefkastenfirmen in Steueroasen gründen, ist auch so eine Frage.


    Edit: und ob eine Bank in Zukunft so groß werden darf, dass sie als systemrelevant eingestuft werden muss, dahinter mache ich das dickste Fragezeichen.


    Edit2: wenn eine Behörde so unterbesetzt und zahnlos ist, wie die BaFin es angeblich war, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn Gesetze nichts helfen. Bei der BaFin wird sich auch Vieles ändern müssen.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Was ich zum Beispiel gar nicht verstehen kann ist die Bezahlung amerikanischer Ratingagenturen durch den Herausgeber des Papiers.
    Da kann doch keine objektive Bewertung stattfinden.


    Dann müsste es (engere) Grenzen dafür geben, wie stark Banken "gehebelt" sein dürfen, wie viel sie also im Verhältnis zum Eigenkapital spekulieren dürfen.


    1) Und wer sollte das Rating dann bezahlen? Oder sollte es die herausgebende Bank selber vornehmen? Zugegeben ist es so wie es läuft natürlich nicht sinnvoll, aber ne gute Alternative ist eben nicht einfach zu finden.


    2) Lies dir bitte erstmal die EK-Richtlinie von Basel II durch, dann reden wir weiter.
    Das Problem waren wohl nicht die EK-Regelungen, sondern die Bewertungen die zu einer zu geringen EK-Hinterlegung führten.


    Soviel mal zu den Basics. :)

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  • Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, wenn du mich jetzt dazu drängst, druckreife Vorschläge für neue Regeln im IB-Bereich zu machen. Ich lese mir den Text wie gesagt gerne durch, bleibe aber dabei, dass die Banker ihr Haus selbst sauber halten müssen.


    Es ist etwas gehörig schief gelaufen, die Regeln müssen geändert werden und vehementer durchgesetzt werden. Meine grundsätzliche Haltung bei derartigen Konstellationen ist eben, dass das mit Hilfe und Druck "von innen" bessere Chancen auf Erfolg hat. Es ist nicht mein Anspruch, die besten Regulierungsvorschläge zu machen. Ihr Banker müsst wissen, unter welchen Bedingungen künftige Katastrophen verhindert werden können. Und Eure Ideen dann auch mit Nachdruck einbringen.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

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