Hi,
für's grundsätzliche Verständnis empfehle ich dir die Lektüre der Zoll-FAQ. Allerdings geht es bei dir um einen speziellen Import, der nicht in den FAQ erfasst wurde, weil der Artikel dann einfach zu lang würde - ist ja jetzt schon über der Schmerzgrenze.
In deinem Fall kommt prinzipiell eine Abfertigung als Übersiedlungsgut in Frage. Den ganzen Käse muss ich nicht erklären, das hat der Zoll auf seiner Seite nämlich ganz gut beschrieben: klick.
Wichtig sind 2 Dinge:
a) dass du nachweisen kannst, dass du mehr als 1 Jahr außerhalb der EU gelebt hast (Arbeitsvertrag, Mietvertrag, ...) und nach deiner Rückkehr eine Wohnung oder zumindest schon eine Arbeitsstelle in Deutschland (Arbeitsvertrag, Mietvertrag, ...) hast.
b) die Waren, die du als Übersiedlungsgut einführen willst, müssen dir seit mindestens 6 Monaten gehören. Bei sichtbar alten Sachen wird man es dir glauben, bei neueren Dingen kann es tatsächlich ein Problem geben, wenn du keine Nachweise vorlegen kannst. Das hängt aber auch von der Laune des Zöllners ab. Dokumente zum Nachweis wären hier eine ziemlich wichtige Sache...
Nach der Einfuhr darfst du die Dinge frei benutzen, sie unterliegen aber für 1 Jahr der zollamtlichen Überwachung. Das heißt: der Zoll könnte vorbeischauen und kontrollieren, dass sich alles noch ordnungsgemäß in deinem Besitz und Haushalt befindet. Verkaufen, verleihen, verpfänden usw. ist in dieser Zeit nicht erlaubt.
Bei den zahlreichen Uhren oder Handys ist halt immer die Frage, wo der Zöllner da eine Grenze zwischen erkennbar privater Einfuhr und dem Verdacht einer Einfuhr zum Zwecke des Verkaufs sieht. Mit einem Hinweis auf Sammelleidenschaft sollte das aber normalerweise erklärt werden können, und wenn das erkennbar gebrauchte Sachen sind, sollte es eigentlich kein Problem geben.
Jetzt ist die Frage wie die Sachen transportiert werden. Wenn eine Spedition deinen Hausstand transportiert, kümmern die sich auch um die Einfuhrformalitäten und das Formular für Übersiedlungsgut.
Wenn du dir die Waren "alleine unter den Arm klemmen willst" wird es vermutlich am Flughafen kompliziert. Ich bin nämlich nicht ganz sicher, ob man da für die Abfertigung von Personen mit besonderen Zollverkehren eingerichtet ist. Theoretisch müsste es natürlich gehen, aber wie das dann in der Praxis ist... Du solltest dich da zumindest vorher beim zuständigen Zollamt oder dem Zoll-Info-Center gut erkundigen, sonst stehste am Flughafen und hast nur Theater...
Das "Übersiedlungsgut-Formular" klick ist eigentlich nur ein Beiblatt zu der sonstigen Anmeldung ("Einheitspapier"), zumindest kenne ich das im Postverkehr so. Diesen Papierkram kannst du alleine unmöglich ausfüllen weil es viel zu kompliziert ist. Und auf die Schnelle am Flughafen wird das schon dreimal nicht gehen.
Insofern würde ich den Hausstand zusammen mit den von dir erwähnten Waren versenden und nur sehr persönliche Sachen oder solche, die partout in deiner persönlichen Aufsicht sein sollen, im Reisegepäck mitführen - und diese dann auch nicht als Übersiedlungsgut deklarieren, sondern als normales Reisegepäck bzw. im Rahmen der Freimenge mitführen.
Kommst du dann mit den 430 EUR nicht hin, kannst du natürlich auch Waren bis zum Wert von 430 EUR im Rahmen der Freimenge einführen und alles, was darüber hinaus geht, anmelden. Dazu nimmst du den roten Ausgang nach dem Baggage Claim.
Hier bietet sich besonders an für 2, 3 Uhren eine normale Importverzollung zu machen, denn wie du hier klick - wenn auch etwas verklausuliert - sehen kannst kosten Uhren meistens nur 80 Cent Zoll. Dazu kommt eine läppsche Einfuhrumsatzsteuer - am Ende aber minimale Beträge. Im Zweifel verzollst du also z. B. die Uhren und nutzt die 430 EUR Freimenge für Sachen, die bei einer Verzollung sehr teuer würden.
Allerdings Achtung: mehr als 2, 3 Uhren würde ich nicht im Gepäck mitführen - nicht, dass man dir die private Einfuhr nicht mehr abnimmt...
Wenn du weitere generelle Fragen hast - nur zu. Mit speziellen Details kann ich dir allerdings leider nur begrenzt dienen weil ich meine Zollkenntnisse aus der Express-Paketdienst-Schiene habe und die Abläufe bei Kisten und Containern mit Seefracht-Umzugsgut nicht aus eigener Erfahrung kenne. Da sollte sich die Spedition aber auskennen. Ansonsten beim Zoll-Info-Center fragen und löchern, bis du Infos bekommst.