Guten Tag wertes Forum,
ich habe folgendes Problem. In einem kleinen Betrieb hatten wir bisher 1 ISDN-Leitung. Diese wurden von einem Gigaset CX 253 ISDN verwaltet. An das Gigaset wurden die mobilen Nebenstellen angeschlossen. Den Anrufern war eine Tel-Nummer und eine Fax-Nummer bekannt.
Beim Anruf auf der Sprachnummer schellten alle Nebenstellen und irgendwer ging ran.
Da aber nun die beiden Nutzleitungen oft besetzt waren, bestellten wir einen zweiten ISDN-Anschluss, also 2 b-Kanäle mehr. Die Idee ist aber, bei einer Nummer für Anrufe von außen zu bleiben. Wenn nun also die alten beiden Nutzkanäle belegt sein sollten, soll (per Anrufweiterleitung?) die neue ISDN-Leitung aktiviert werden. Dies soll auch für ausgehende Aurufe gelten.
Nun zur Frage: Mit welcher Telefonanlage kann ich diese zwei ISDN-Leitungen (also die 4 Nutzkanäle) verwalten? Geht das mit der Gigaset-Anlage (S0-Bus Weiche an das Gigaset, gespeist von 2 ISDN-Leitungen, Eintrag der MSN im Gigaset?) oder brauche ich eine ISDN-Anlage? Wir haben noch eine Eumex 704 PC LAN in der Ecke liegen, die nur das FAX steuert (nur externer S0-Bus). Kann die vielleicht ins Spiel kommen?
Bei eingehenden Anrufen kann ich mir das mit der AWS auf die neue ISDN-Leitung ja noch vorstellen, aber wie ist das mit abgehenden Anrufen, wenn beide alt-Nutzkanäle belegt sind?
Gibt es überhaupt kleine TK-Anlagen, die zwei ISDN-Anschlüsse verwalten können?
Vielen Dank fürs Lesen und eventuell eine Antwort.
Euer Martin
2 ISDN-Anschlüsse (4 Nutzkanäle) verwalten
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Re: 2 ISDN-Anschlüsse (4 Nutzkanäle) verwalten
ZitatOriginal geschrieben von MartinPetersen
Wenn nun also die alten beiden Nutzkanäle belegt sein sollten, soll (per Anrufweiterleitung?) die neue ISDN-Leitung aktiviert werden. Dies soll auch für ausgehende Aurufe gelten.
Hier trennt sich Spreu und Weizen.
Die "Ideale" Lösung dafür wäre, die Umstellung auf ISDN Anlagenanschluss mit 4 Nutzkanälen(Kostet je nach Anbieter nicht mehr als 2 ISDN Mehrgeräteanschlüsse). Dazu wird eine Telefonanalage gebraucht die 2 Basisanschlusse(gibt es auch noch im SoHo Bereich) verwalten kann. Das Ein- und Ausgehende Routing ist dann automatisch und problemlos gegeben- man kann in der TK Anlage einstellen welche Nummern ein/ausgehen genutzt werdenNachteil: idR schafft man es nicht die Rufnummer zu behalten, weil man einen Durchwahl-Rufnummernblock zugewiesen bekommt. Eine ehemalige MSN kann AFAIK nicht einfach umgewandelt werden -->Firma bekommt neue Telefonnummer
(Früher war AFAIR eine MSN<->DDI Umwandlung seitens der BNetzA nicht vorgesehen/gewünscht, neuerdings habe ich allerdings bei der AKNN Hinweise gesehen das sowas wohl doch machbar sein muss)
Kleine Bastellösung: 2x ISDN Mehrgeräteanschluss (MGA).
Benötigt: min. eine TK Anlage die 2 MGA Anschlüsse verwalten kann (das können die "größeren" SOHO Anlagen, oder eine kleine Profianlage) Mit Gigaset alleine wird das nix. Eine "S0 Weiche" gibt es nicht. Desweitern gibt es ein Problem: Ein S0 Bus kann immer nur 2 Gespräche verwalten. Man kann zwar an einen S0 Bus 8 Geräte anschließen, trotzdem könne nur 2 Telefonieren. Selbes gibt für Gigaset ISDN Basen. Da kann man zwar ~10 Mobilteile anmelden, aber bei 2 externen Gesprächen ist wegen dem S0 Schluss. Man muss also aufpassen das man nicht sich intern ein Nadelöhr einbaut, sonst nutzen dir zig frei externe ISDN Kanäle nix.Mögliche Konfigurationen:
Soweit möglich auf schnurgebundene Tischgeräte umstellen, oder sollen es unbedingt Tragbare Geräte sein:
-Professionelle DECT Anlage.. teuer-an die TK Anlage mehrere Standard DECT ISDN Basen (also z.B. Gigaset) aber max 2 Mobilteile anmelden, jede ISDN Basis braucht dann aber einen eigenen internen S0 Anschluss an der TK Anlage.
-Jedes Mobilteil hat seine eigene DECT Basis(also 08/15 Standard DECT Set ), angeschlossen über je einen Analogport an der TK Anlage.
Soweit zum internen Anschlussproblem.
Das zweite Problem hast du dann mit dem Kanalrouting wegen den 2x MGA. Du kannst natürlich einfach eine "Rufumleitung bei Besetzt"(Netzseitiges Merkmal) auf eine Nummer auf dem 2ten MGA einrichten. Theoretisch könnte u.U. das dein Anbieter berechnen da oft Rufumleitungen nicht in Flatrates enthalten sind.... praktisch wird es aber idR nicht berechnet.
Richtig problematisch ist aber das korrekte setzen der ausgehenden Rufnummer, falls dir das wichtig ist.
Kanal 1+2 ist problemlos, auf dem MGA ist ja die alte Firmennummer registriert. Geht aber ein Telefongespräch über Kanal 3+4 raus, musst du entweder andere Rufnummer abgehend zeigen oder Rufnummer komplett unterdrücken. --> was dazu führt, dass dein Partner entweder garnicht weiß wer anruft oder eben zwei Nummern deiner Firma kennt.
Noch schlimmer wird es, wenn du eben Direktdurchwahlnummer für die einzelnen Nebenstellen einführen willst- Theoretisch ja kein Problem, da du pro MGA 10 MSN bekommen kannst. Allerdings lässt sich das dann kaum mehr vernünftig Routen -->deswegen gibts ja Anlagenanschlüsse.Einige Routing Probleme lassen sich umgehen WENN dein Anbieter eine sog. ISDN Sammelanschluss anbietet. Der kombiniert die Vorteile eines Analgenanschluss mit MGA Anschlüssen. Der Begriff Sammelanschluss stammt noch aus Vor-ISDN Zeit
als man mehrere Analoganschlüsse zusammengeschaltet hat. Offiziell vermarktet das aber AFAIK nur http://www.htp.net/ . Evtl mal Rückfragen bei deinem Anbieter... natürlich nur über Business/Profihotline.. .die 08/15 Endkundehotline wird da bestimmt nix kennen.Zitat
Gibt es überhaupt kleine TK-Anlagen, die zwei ISDN-Anschlüsse verwalten können?
Klar jede menge, aber du musst dir erstmal mehr Gedanken darüber machen
-wie die internen Teilnehmer angeschlossen werden...mobil/fest
-wieviele interne Teilnehmer du hast.. werden es evtl in Zukunft mehr...
-brauchst du evtl irgendwann Direktdurchwahlfähigkeit...
-möchtest du evtl Komfortfunktionen (Systemtelefone, elekt. Telefonbuch, Rufnummern/Namen anzeige/Rufumleitungen setzen/komfortabel intern verbinden) oder reicht dir allein "Sprechen" und evtl noch Rufnummer sehen -
Auch ein Anlagenanschluß hat nur 2 Nutzkänäle!
Die Lösung mit dem 2. Mehrgeräteanschluß und einer Anlage mit 2 Externen SO Anschlüssen wäre wohl die Beste.
Rufumleitung bei Besetzt im Amt setzten auf den 2. Basisanschluß und in der Anlage entsprechend zuordnen.Bei Ebay gehen die Elmeg c48m /c88m recht günstig weg.
Sind auch modular Aufrüstbar.
Wenn Du die Gigaset ISDN Basis an einen internen SO der Anlage hängst kannst Du aber auch nur mit 2 Mobilteilen gleichzeitig anrufen!
Also besser nur zwei Mobilteile anmelden und zusätzlich die Analogen Anschlüsse der Anlage nutzen.Ich habe hier noch eine C48m mit 1xSO Modul und NSP Modul rumliegen.
Die Anlage kann somit 3 SO Busse verwalten. (davon 1x extern und 2x intern/extern umschaltbar)Wenn Du in der Bucht nicht fündig wirst kannst Du ja bei Interesse ein Gebot bei mir abgeben
Da ich normalerweise Auerswald einbaue habe ich wahrscheinlich keine Verwendung für die Anlage. -
Zitat
Original geschrieben von Sterzi
Auch ein Anlagenanschluß hat nur 2 Nutzkänäle!
Der Satz ist so auch quatsch. Ein Anlagenschluss hat so gesehen garnix. Denn der kann Basisansmchlüsse(je 2 Kanäle) und PMX-Anschlüsse(je 30 Kanäle) enthalten. Wenn du also in. 4 Kanäle haben willst, kannst du 2 und wenn gewünscht mehr Basisanschlüsse kombinieren... was beim Analgenanschluss eben viel einfacher und ohne Kompromisse als beim MGA geht. Hab ja deswegen Anlagenanschluss mit 4 Kanälen geschrieben...
Mit 2x MGA fängt man sich eben auch viele viele Nachteile ein. Was das richtige ist, kann man aus dem bekannten Fakten bisher garnicht sagen. -
denke wenn du statt dem 2. ISDN-Anschluss irgendwo 2 VoIP-Leitungen genommen hättest wäre es billiger und vor allem einfacher gewesen. Dann könnte man z.B. mit einer Fritzbox 7270 einiges machen.
Ich stelle mir das so vor, die Fritzbox an ISDN und Internet hängen, dann noch 2 VoIP-Nummern ( abgehend sollte beim Anbieter als Kennung deine Hauptnummer gesendet werden, kann man z.B bei Sipgate einstellen ... ) eingeben und die Fritzbox so einstellen dass sie bei Externgesprächen die VoIP-Leitungen belegt, so bleibt der ISDN-Anschluss für eingehende Gespräche frei !
2 DECT-Telefone ( oder mehr, über eine DECT-Basis können eben nur 2 gleichzeitig telefonieren ) könntest du dann direkt an der Fritzbox anmelden, die alte Basis dann in den ISDN-Port der Fritzbox und dort nochmal 2 ( oder mehr... ) Telefone anmelden.
So wäre es billiger, einfacher und da du VoIP nur für ausgehende Gespräche nutzen würdest wäre das Risiko recht gering, wenn das Internet ausfällt hast du eben kurz ein Fallback auf 2 Leitungen, damit kann man zur Not eine kurze Zeit überbrücken

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anlagen für mehrere basisanschlüsse gibt es viele, da dürfte "fast an jeder ecke" eine zu finden sein. wenn der betrieb wirklich klein ist (daß euch bislang ein multilink-schnurlos-system genügt hat, spricht dafür), würde ich nur einen zweiten mehrgeräteanschluß nehmen und die faxnummer in diesen verschieben lassen. dann habt ihr auch bei eingang eines faxes den anschluß mit der haupt-telefonnummer für die telefonie frei. leitungen kann man im übrigen auch zu viel(e) haben: mehr leitungen als mitarbeiter die anrufe annehmen können führen zu dem problem, wohin mit den überzähligen anrufen (warteschleife, anrufbeantworter). da hat man schnell ein kleines problem durch ein größeres neues ersetzt.
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