Streiks - veraltetes Modell?

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    [...] Das Modell ist doch generell überholt [...]


    Das war übrigens der Sinn hinter dem Vorhaben der EU (4. Eisenbahnpaket). Die EU wollte Mindestdienstleistungen bei jedem Streik durchsetzen. An und für sich eine gute Idee, die sich durch die Arbeitgeber aber leider ausnutzen liese. Mindestdienstleistungen wären ja nur möglich wenn man Arbeitnehmer trotz Streik zur Arbeit zwingen kann, was aus einem Streik einen zahnlosen Tiger macht.


    BTW:
    Mal schauen was heute rauskommt und ob es einen Streik geben wird.

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Hattest du meine Frage übersehen?


    Das hatte er weiter oben geschrieben: Man braucht viel/mehr Geld wegen

    Zitat

    Miete, Strom, Wasser, Heizung, Telefon, eine vierköpfige Familie... Da dürfte es knapp werden...


    Was der AN für den AG leistet ist dagegen für Mumpel nicht soooo wichtig ;) .
    Mumpel ist so einer, der auf die Frage des AG wegen Gehaltsforderung des AN antworten würde: "Ich brauche mehr Geld, weil ich mir eine größere Wohnung gemietet habe."


    Andererseits müssen auch die nicht so hellen Leute im Berufsleben untergebracht werden. Diese Aufgabe haben früher Post/Bahn/Bundeswehr übernommen, und jetzt fast nur noch die Bundeswehr :D .

  • Die Firmen erhöhen immer mehr die Preise. Davon sollten die AN/Bürger auch etwas habe. Bevor sich niemand mehr etwas leisten kann, und dadurch auch Firmen weniger einnehmen was wiederum schlecht für den Arbeitsmarkt wäre.

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    [...] was der AN für den AG leistet ist dagegen für Mumpel nicht soooo wichtig [...]


    Das ist Dein Eindruck von mir. Natürlich ist auch die Arbeitsleistung wichtig. Die Leistungsanforderungen steigen, aber die Löhne nicht. Auch das gehört zu einem Arbeitskampf. Natürlich darf man m.E. jetzt nicht einfach hergehen und sagen "Wenn die Arbeitsleistung sinkt müssen es auch die Löhne".

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Die Firmen erhöhen immer mehr die Preise. Davon sollten die AN/Bürger auch etwas habe. Bevor sich niemand mehr etwas leisten kann, und dadurch auch Firmen weniger einnehmen was wiederum schlecht für den Arbeitsmarkt wäre.

    Das ist die Idee, die seinerzeit Henry Ford hatte: Wenn er seinen Arbeitern mehr Geld bezahlt, dann können sie sich eine eigene Tin Lizzy leisten, womit das Geld wieder zu ihm zurück fließt.


    Das mag bei exklusiven Dingen wie einem Auto in einer Zeit, wo das absoluter Luxus war, vielleicht funktionieren. Denn schließlich war Ford damals der einzige auf dem Markt, der ein ansatzweise erschwingliches Modell anbot. Also war die Wahrscheinlichkeit, dass seine Mitarbeiter bei ihm einkaufen, sehr, sehr hoch.
    Aber glaubst du allen Ernstes, dass ein Hersteller von Ader-Endhülsen oder von Lenzpumpen seinen eigenen Umsatz steigert, wenn er seinen Mitarbeitern mehr Geld bezahlt?


    Meinst du jedoch, dass alle Arbeitgeber ihren Angestellten mehr Geld zahlen sollten, damit sie alle mehr Geld zum Konsumieren haben, dann hast du hier eine winzige Kleinigkeit übersehen. Das höhere Gehalt führt unweigerlich auch wieder zu höheren Preisen. Und dann war's das wieder mit der Gehaltserhöhung: Die Inflation frisst sie weg. Du hast zwar eine größere Zahl auf dem Gehaltszettel stehen, aber kannst dir dafür genauso viel wie vorher kaufen.



    Also nochmal die Frage: Womit rechtfertigt der Arbeitnehmer in der von dir genannten Situation, in der er mangels Angebot zu keinem anderen Arbeitgeber wechseln kann, seinen Anspruch auf mehr Geld? Welchen Vorteil hat der Arbeitgeber davon? Warum sollte er dir mehr Geld bezahlen, wenn es genug Arbeitskräfte auf dem Markt gibt, die gerne deine Stelle einnehmen würden?

  • Diese Frage zeigt mir dass Du gegen Lohnerhöhungen bist solange Arbeitgeber nichts davon haben. Eine gerechtere Zahlung kann dem Arbeitgeber durchaus helfen. Weniger Krankheitsfälle. Höhere Einsatzbereitschaft. Bessere Identifikationsbereitschaft mit dem Unternehmen. Höhere Bereitschaft, die Produkte des Unternehmens zu empfehlen.


    Oder anders ausgedrückt:
    Weshalb dem AG durch Lohnerhöhung Gewinne wegnehmen wenn er durch Einsatz von billigen Arbeitskräften die Gewinne vervielfachen kann? Nicht wirklich Dein Ernst?

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel Natürlich darf man m.E. jetzt nicht einfach hergehen und sagen "Wenn die Arbeitsleistung sinkt müssen es auch die Löhne".


    Das nennt sich dann "Kommunismus" oder "Tarifvertrag": Bei letzterem alimentieren die Mehrleister die Wenigleister.


    Das gefällt den Leistungsträgern nicht immer. Klar gibt man Behinderten oder der Mutti, die öfter kindkrank ist, gern was ab. Den Faulenzern aber eher nicht.
    Gute Leute sind aus diesem Grund für Beschäftigungsverhältnisse mit Tarifvertrag kaum zu bekommen: Es fühlen sich dort besonders die am wohlsten, welche glauben, mehr zu bekommen, als ihnen anhand der Leistung zustehen würde.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    [...] Klar gibt man Behinderten oder der Mutti, die öfter kindkrank ist, gern was ab [...]


    Natürlich. Und auch denen die keine Arbeit finden, aber die Bereitschaft haben.


    Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    [...] Faulenzern aber eher nicht [...]


    Aber diese sind (leider?) durch Gesetze geschützt (sonst würde der Staat viel Arbeitslosengeld sparen).

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

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