Streiks - veraltetes Modell?

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    [...] netto übrigens 11 Euro [...]


    Steuerklasse?


    Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    [...] Wer es nicht schafft, davon zu leben [...]


    Miete, Strom, Wasser, Heizung, Telefon, eine vierköpfige Familie... Da dürfte es knapp werden... ;)

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    [...] an statt während der Arbeitszeit kindisch in die Tröte zu pusten [...]


    Wenn niemand trötet, wer kämpft dann? Und was nützt es wenn sich jeder weiterbildet? Die niederen Aufgaben müssen auch erledigt werden. Und Weiterbildung nützt nur etwas wenn es der Arbeitsmarkt hergibt. Und dass man nach Weiterbildung mehr verdient ist nicht garantiert.

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Das Modell ist doch generell überholt.


    Das Streikrecht stammt aus einer Zeit, als es um elementare Dinge ging. Arbeitszeit, Arbeitsicherheit, soziale Absicherung, Lohn über der Armutsgrenze, usw.


    Heute geht es doch nur noch um "Luxusprobleme" und das Aushebeln der Marktgesetze. Normalerweise würde der Markt die Höhe eines Lohns bestimmen. Da sind die Parameter klar: Verfügbarkeit von Arbeitskräften, und damit indirekt deren Qualifikation.


    Aber durch das Streikrecht in der derzeitigen Form wird die Höhe des Lohns eher dadurch bestimmt, welchen Schaden eine kurzfristige Arbeitsniederlegung anrichten kann.


    In einer normalen Marktsituation würde man streikende Arbeitnehmer mittelfristig rauswerfen und durch nicht streikende ersetzen. Je nach dem, wie leicht oder wie schwer es ist, entsprechenden Ersatz zu finden, würde sich dann auch das Lohngefüge verändern. Sprich: wenn man keine findet, dann muss man den vorhandenen mehr zahlen.


    Es besteht dadurch ein Gleichgewicht aus dem Druck der Arbeitsniederlegung auf der einen und dem Druck des Ersetzens auf der anderen Seite.


    Aber genau das gibt es mit unserem Streikrecht nicht. Dem Arbeitgeber fehlt jedes Druckmittel gegenüber der Streikenden. Das einzige, was einen Streik beendet, ist wenn der Gewerkschaft das Geld ausgeht oder das Unternehmen ruiniert wurde.


    Wie gesagt: So lange es noch um elementare Dinge ging, war dieses Ungleichgewicht aufgrund der Macht der Unternehmen gerechtfertigt. Heutzutage sind all diese Dinge jedoch gesetzlich geregelt – was ja auch ein Verdienst der Gewerkschaften war.


    Heute geht es also nur noch darum, einen Lohn über dem Marktniveau zu erpressen. Das ist besonders fatal, da sich die Unternehmen in einem globalen Wettbewerb befinden, den die Gewerkschaften aber vehement ignorieren.


    Die Streiks in den letzten Jahren zeigen ja mehr als deutlich, dass es den Gewerkschaften offensichtlich nur noch darum geht, ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Siehe den Unsinn bei Amazon, der Bahn oder den Piloten. Es wird dort gestreikt, wo man viel Öffentlichkeit bekommt.


    Warum streiken denn nicht mal die Friseure? Die hätten es finanziell doch auch nötig. Doch hier steht keine dicke Gewerkschaft dahinter, und den Betroffenen ist vermutlich auch klar, dass ein kleines Friseurgeschäft mit drei Angestellten innerhalb kürzester Zeit pleite wäre, wenn die Angestellten streiken würden.

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Wenn niemand trötet, wer kämpft dann? Und was nützt es wenn sich jeder weiterbildet? Die niederen Aufgaben müssen auch erledigt werden. Und Weiterbildung nützt nur etwas wenn es der Arbeitsmarkt hergibt. Und dass man nach Weiterbildung mehr verdient ist nicht garantiert.


    Der Arbeitnehmer muss aus meiner Sicht auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber handeln können, und das kann er nur, wenn der Weggang des Arbeitnehmers einen Nachteil für den Arbeitgeber bringen würde.
    Dann gibt es von ganz alleine eine faire Bezahlung.


    Durch Störung der betrieblichen Abläufe wird der AN zum GEGNER des AG, welcher versuchen wird, den AN loszuwerden, sofern Ersatz bereitsteht.

  • Weggang? Wohin soll man gehen wenn es keine Arbeit gibt? Und die allermeisten AG wollen nicht auf Augenhöhe verhandeln, sonst wären Streiks überflüssig. Manche AG sind wie Buddha, immer schön niederer sitzen damit man zu ihm aufschauen MUSS um seine Macht zu sehen.

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Weggang? Wohin soll man gehen wenn es keine Arbeit gibt?

    Womit rechtfertigt dann der Arbeitnehmer seinen Anspruch auf mehr Geld?

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Weggang? Wohin soll man gehen wenn es keine Arbeit gibt?


    Gerade Du wohnst ja scheinbar in einer Gegend, wo es mehr als genug Jobs für qualifizierte Leute gibt.
    Abgesehen davon gibt es derzeit selbst im Osten oder Ruhrpott genug freie Jobs.


    Ich kann nur für mich sagen, dass ich 2 unbefristete Jobs selber gekündigt habe, weil ich was besseres gefunden hatte.


    Leute, die einfach sagen "mich kotzt das hier an, aber ich finde eh nix anderes, also muss ich hier am Sessel kleben" können natürlich nicht auf Augenhöhe mit dem AG verhandeln.


    Wenn der AG diese AN dann nicht loswerden kann, dann stellt er zumindest keine neuen AN mehr direkt ein, sondern beauftragt Zeitarbeitsfirmen, Subunternehmer etc., eben damit er keine zusätzlichen Sesselkleber bekommt, und irgendwann die alten Sesselkleber los ist (Alter, Umzug).

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    [...] gibt es derzeit selbst im Osten oder Ruhrpott genug freie Jobs [...]
    [...] dass ich 2 unbefristete Jobs selber gekündigt habe, weil ich was besseres gefunden hatte [...]


    Nicht in meinem Beruf. Den ich nie freiwillig aufgeben würde, selbst wenn es diesmal keine Lohnerhöhung gibt. Dafür gibt es auch zuviele gute Dinge (soziale Absicherung, Gesundheitsmaßnahmen etc.), von denen andere Bürger nur träumen können.

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Nicht in meinem Beruf. Den ich nie freiwillig aufgeben würde


    Habe gelesen, dass Du schon ca. 26 Jahre beim selben AG arbeitest...


    Zitat

    Original geschrieben von mumpel selbst wenn es diesmal keine Lohnerhöhung gibt.


    Gute Fachleute verhandeln ihren Preis...


    Zitat

    Original geschrieben von mumpel Dafür gibt es auch zuviele gute Dinge (soziale Absicherung, Gesundheitsmaßnahmen etc.), von denen andere Bürger nur träumen können.


    Gute Fachleute verdienen so viel, dass sie selber entscheiden können, wofür sie Geld ausgeben (für eine Rentenversicherung, für Gesundheitsvorsorge etc.). Du musst das nehmen, was andere für Dich entschieden haben. Das habe ich zuletzt als Kind mitmachen müssen...


    Ich denke mal, dass Du in Deinem Job gut aufgehoben bist. Für mich wäre das nichts.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    [...] Ich denke mal, dass Du in Deinem Job gut aufgehoben bist [...]


    Sonst wäre ich längst ausgerissen. Und ich lasse mich von meiner direkten (austauschbaren) Führungskraft auch nicht fertig machen (obwohl er es versucht). ;)

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

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