Streiks - veraltetes Modell?

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    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Der Tatsache, dass die Antwort in keinem erkennbaren Zusammenhang zu meinem obigen Beitrag steht, entnehme ich dann mal, dass dir dazu sonst nichts weiter einfällt.


    Natürlich gibt es keinerlei Zusammenhang zwischen nach aussen erfolgsabhängiger Vergütung und in der Realität offensichtlich nicht stattfindender Koppelung, zumindest für die oberen Chargen. ;)


    Ansonsten ist das mit der Risikoverknüpfung für normale Mitarbeiter, die ihre Arbeit tun aber keinen Einfluß auf die Weichenstellungen im Unternehmen haben, so ein Sache. Die tragen schließlich das volle Risiko des Arbeitsplatzverlustes, während der Manager sich im Zweifel mit dem goldenen Handschlag zum nächsten Unternehmen davonmacht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Ma-Dai
    Irgendwie ist das hier doch eine recht platte "Die da oben", "Der einfache Mann" und "Konzerne sind gewissenlos und böse" Argumentation, in die hier immer wieder zurückgefallen wird. Jedes Unternehmen, das allein auf Gewinnmaximierung aus ist, ist nach ein paar Jahren Geschichte. Personal muss langwierig herangezogen UND motiviert werden, sonst läuft der Laden nicht. Genauso müssen auch Anlagen regelmäßig gewartet werden, wer daran spart, zahlt später erheblich drauf.

    Unternehmensführung im speziellen und der Markt im allgemeinen ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Deshalb neigen viele eben zu Vereinfachungen, damit sich das in ihr Weltbild fügt.
    Um mehr Geld zu rechtfertigen, reicht eben das klassische Schubladendenken von den bösen Bonzen und den unterdrückten Arbeitern. Würde man in diese Überlegung noch all die anderen Aspekte mit einbeziehen, wie die Marktlage, die eigene Leistung, usw., dann wird das schon viel, viel schwieriger.


    Es ist halt viel bequemer, wenn man sich in einer anonymen Masse einer Gewerkschaft verstecken kann und von dort aus mit archaischen Mitteln einen Kampf gegen die Oberen zu führen.


    Als es noch keine Gesetze hab, die die Arbeitnehmer geschützt haben, war das durchaus ein probates Mittel, die elementaren Dinge durchzusetzen. Aber heute geht es nur noch ums Geld und eher "Luxusproblemen", ob man eben bei seinem sechsstelligen Gehalt selbst für den Vorruhestand vorsorgen muss oder ob der Arbeitgeber einem das noch on top gibt.


    Wenn man überlegt, woher das Streikrecht kommt, ist das eigentlich eine einzige Beleidigung derjenigen, die in der Vergangenheit für die Arbeitsrechte gekämpft haben.

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    Original geschrieben von Pitter
    Ansonsten ist das mit der Risikoverknüpfung für normale Mitarbeiter, die ihre Arbeit tun aber keinen Einfluß auf die Weichenstellungen im Unternehmen haben, so ein Sache. Die tragen schließlich das volle Risiko des Arbeitsplatzverlustes, während der Manager sich im Zweifel mit dem goldenen Handschlag zum nächsten Unternehmen davonmacht.


    Ich glaube kaum, dass Thomas Middelhoff das so formulieren würde ;)


    Zitat

    Original geschrieben von Pitter
    Natürlich gibt es keinerlei Zusammenhang zwischen nach aussen erfolgsabhängiger Vergütung und in der Realität offensichtlich nicht stattfindender Koppelung, zumindest für die oberen Chargen. ;)


    Quatsch. Das ist immer vertraglich fixiert. Nur kann es sein, dass Bonus-Optionen, die vor 10 Jahren in einer schlechten Phase mit einer prozentualen Zielerreichung vereinbart wurden, später etwas seltsam wirkende Effekte bringen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Pitter
    Natürlich gibt es keinerlei Zusammenhang zwischen nach aussen erfolgsabhängiger Vergütung und in der Realität offensichtlich nicht stattfindender Koppelung, zumindest für die oberen Chargen. ;)

    Ja, zumindest für dich. Und zu dem Rest, den ich schrieb, hast du nichts zu sagen? Dann betrachte ich dies dann mal als stillschweigende Zustimmung.


    Zitat

    Ansonsten ist das mit der Risikoverknüpfung für normale Mitarbeiter, die ihre Arbeit tun aber keinen Einfluß auf die Weichenstellungen im Unternehmen haben, so ein Sache.

    Wieso forderst du dann, dass sie am Gewinn beteiligt werden, wenn sie doch gar keinen Einfluss haben?

    Zitat

    Die tragen schließlich das volle Risiko des Arbeitsplatzverlustes, während der Manager sich im Zweifel mit dem goldenen Handschlag zum nächsten Unternehmen davonmacht.

    Ach, herrjeh... Der "goldene Handschlag"... Noch so eine Plattitüde. Als ob es für andere Angestellter keine Abfindungen gäbe. :rolleyes:


    Darüber hinaus hat jeder von ihnen dasselbe Risiko des Jobverlusts. Der gemeine Arbeiter muss sich genauso etwas neues suchen wie der leitende Angestellte. Der Hauptunterschied besteht aber darin, dass der Angestellte wenigstens Arbeitslosengeld bekommt, während der Geschäftsführer leer ausgeht. Der muss sofort weitermachen, da er keine andere Wahl hat. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Wenn man überlegt, woher das Streikrecht kommt, ist das eigentlich eine einzige Beleidigung derjenigen, die in der Vergangenheit für die Arbeitsrechte gekämpft haben.


    Ach, selbst "Luxusstreiks" kann ich noch nachvollziehen. Jeder möchte sich verbessern und in vielen Fällen ist das sogar die Folge von mehreren Nullrunden, um wenigstens wieder einen Inflationsausgleich zu erhalten.


    Wofür ich aber absolut kein Verständnis habe: Warum müssen, gerade bei unseren Infrastruktur-Gewerkschaften wie der GDL, Cockpit und dem Flughafenpersonal, immer die Privatkunden in Mitleidenschaft genommen werden? Nicht nur, dass Streiks fast ohne Vorlauf (24h ist ein Witz, wenn man darauf angewiesen ist) "angekündigt" werden, es wurden sogar die Haupt-Reisewochenenden der Ferien bestreikt. Und das muss einfach nicht sein.


    Zumal ein (längerer) Streik im Güterverkehr wegen Konventionalstrafen und Abwanderung der Kunden auf sicherere Liefermöglichkeiten deutlich schmerzhafter für die Bahn, Lufthansa, etc. wäre.

  • Zitat

    Original geschrieben von Ma-Dai
    Zumal ein (längerer) Streik im Güterverkehr wegen Konventionalstrafen und Abwanderung der Kunden auf sicherere Liefermöglichkeiten deutlich schmerzhafter für die Bahn, Lufthansa, etc. wäre.

    Das sehe ich genauso. Das zeigt doch letztlich, um was es den Gewerkschaften tatsächlich geht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    ...Deshalb neigen viele eben zu Vereinfachungen, damit sich das in ihr Weltbild fügt.
    Um mehr Geld zu rechtfertigen, reicht eben das klassische Schubladendenken von den bösen Bonzen und den unterdrückten Arbeitern. ...


    Wie schön, dass du selbst keinerlei Schubladendenken erkennen lässt. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    ...Darüber hinaus hat jeder von ihnen dasselbe Risiko des Jobverlusts. Der gemeine Arbeiter muss sich genauso etwas neues suchen wie der leitende Angestellte. Der Hauptunterschied besteht aber darin, dass der Angestellte wenigstens Arbeitslosengeld bekommt, während der Geschäftsführer leer ausgeht. Der muss sofort weitermachen, da er keine andere Wahl hat. Aber das soll hier nicht das Thema sein.


    Genau, die sind im gleichen Boot. Der Arbeitnehmer muss sich seine Abfindung, wenn er denn eine erhält, auf das Arbeitlosengeld anrechnen lassen und der Geschäftsführer/Vorstand, muss sich ggf. mit ein paar Milliönchen begnügen, wenn er denn keine Lust mehr hat weiterzumachen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Das sehe ich genauso. Das zeigt doch letztlich, um was es den Gewerkschaften tatsächlich geht.


    Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht mehr wirklich, worum es denen noch geht. Für das Umsetzen der eigenen Ziele wäre ja eher "größtmöglicher Schmerz für das Unternehmen" die richtige Strategie. In den letzten Monaten lief es ja eher auf "Bevölkerung gegen uns aufbringen" und "Begründung für Tarifeinheit liefern" hinaus.


    Oder läuft das eher frei nach Brendan Behans "There's no bad publicity except an obituary"? ;)

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