ZitatOriginal geschrieben von frank_aus_wedau
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Nachdem über Jahrzehnte Ruhe war, finden inzwischen leider wieder die Scharfmacher Gehör. Dass das Volk in Krisenzeiten für solchen Populismus empfänglich ist, hat die deutsche Geschichte nicht nur einmal bewiesen.
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Was für eine plumpe und skrupellose Tatsachenverdrehung. Pfui!
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Putin hat in seiner üblichen Perfidität hat seinen Special Agent Schröder "als Deutschen" vorgeschickt, um "haltet den Dieb" zu schreien und die "historische Verantwortung" zu mißbrauchen, sowie eine implizite Kriegsdrohung zu platzieren.
Dummerweise hat er sich den falschen Hiobsboten ausgesucht:
http://www.faz.net/aktuell/pol…tnisschwund-13306441.html
"Schröders Gedächtnisschwund
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Der Verlust des Leitgedanken, den Krieg aus ihrem Verhältnis zu verbannen, hat demnach also zwei Säulen: die Ausweitung des Wesens nach Osten und die Annexion der Krim.
Die erste Säule gehört zum Standardrepertoire russischer Vorwürfe gegen Nato und EU, die letztlich schuld an der Krise in Osteuropa seien. Mal davon abgesehen, dass die Staaten, welche der Nato und der EU beigetreten sind, nach Westen wollten und dabei ihr in der KSZE-Schlussakte verbrieftes Recht auf Selbstbestimmung und freie Bündniswahl wahrnahmen, so fragt man sich doch, ob etwa der frühere Kanzler Schröder oder der Minister Schily an Gedächtnisschwund leiden. Die ersten ostmitteleuropäischen Staaten wurden im März 1999 in die Nato aufgenommen, die zweite Gruppe, zu der die baltischen Staaten gehörten, fünf Jahre später. Wer war 1999 und 2004 Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und damit derjenige, gegen dessen Willen keine neuen Mitglieder hätten aufgenommen werden können? Gerhard Schröder!
Beim Nato-Gipfel 2008 in Bukarest war es übrigens Schröders Nachfolgerin Angela Merkel, die sich vehement gegen die Aufnahme Georgiens aussprach, auch weil sie an der Glaubwürdigkeit des Beistandsversprechens zweifelte. Und dann die Europäische Union: Im Mai 2004 traten der EU sieben ostmittel- und nordosteuropäische Staaten sowie Slowenien (und Malta und Zypern) bei. Schröder gehörte zu denen, die dieses Ereignis damals lobten und preisten - zu Recht. Will sich der Putin-Freund davon verspätet distanzieren?
Wenn er und andere heute das Fehlen einer vertieften Zusammenarbeit mir Russland beklagen - was hat ihn und andere damals daran gehindert, sich dafür einzusetzen?
Die Initiatoren und Unterzeichner (und die Lobbyisten unter ihnen) wollen einer Zuspitzung der Lage in Europa entgegenwirken. Gut so, das wollen diejenigen, die gegenwärtig in Regierungsverantwortung stehen, auch. Aber vielleicht sollten sie nicht gänzlich unbeachtet lassen, dass der nationalistische Furor in Russland und die Herrschaftsverhältnisse dort maßgeblich daran Anteil haben, dass viele Illusionen, die man nach der europäischen Zeitenwende über die Zukunft des Verhältnisses Russlands zum Westen hatte, mittlerweile begraben sind. Der Vorwurf, Leitartikler dämonisierten „ganze Völker“, ist dummes Zeug. Überdies mutet der Glaube, Großmächte hätten eine Art Recht auf Einflusszonen, heutzutage irgendwie komisch an."



