Zivilcourage: 14-Jährige wird vergewaltigt, Passanten schauen zu

  • Wie waere es denn fuer solche Faelle mit sowas?

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • Juhu, nur 'Helden' bei TT


    Es ist schon komisch, fast alle sagen immer das sie irgendwas machen würden in so einem Fall, oder bei einer anderen Straftat. In der Realität sieht das leider immer ganz anders aus, wie man hier wieder schön sehen kann.


    Sind bei TT jetzt nur Helden unterwegs, oder ist das bei den meisten nur (mal wieder) heiße Luft? Ich werde es wohl nie erfahren.


    ~~~ root ~~~

  • Wenn ich über so einen Fall nachdenke, ist die Sache klar: Wäre ich dabei gewesen, ich hätte den Wi***er vertrümmt, dass der nie wieder geradeaus gehen könnte, geschweige denn, irgendwas mit seiner (dann nichtmehr vorhandenen) Männlichkeit anfangen.


    Würde ich aber tatsächlich Zeuge werden, sähe die Sache anders aus: Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich reagieren würde.
    Polizei rufen wohl definitiv, alles darüber hinausgehende ist eher theoretischer Natur.
    Ich habe mich in meinem ganzen Leben nie geprügelt, und darauf bin ich auch stolz.
    Von daher bin ich lieber vorsichtig mit vollmundigen Lippenbekenntnissen.


    Aber es gibt zum Glück auch Vorfälle, bei denen man sieht, dass zum Glück nicht alle Menschen immer nur wegschauen: Als ich mal mit dem Auto unterwegs durch die Stadt war, lag dort ein Mann am Boden, neben ihm sein Fahrrad. Er machte auf die Ferne einen verwirrten Eindruck, aufstehen konnte er scheinbar nicht. Ob er einfach nur besoffen war oder tatsächlich ernsthaft gestürzt, vermag ich nicht zu sagen. ABer um ihn herum waren schon mehrere Jugendliche, die ihm gut zuredeten und sich um ihn kümmerten.
    Und ähnliche Szenen sehe ich häufiger.
    Wobei mir der umgekehrte Fall allerdings aus meinem Freundeskreis auch bekannt ist: Ein Kumpel ist mit seinem Fahrrad in der Innenstadt wirklich massiv auf die Fr***e geflogen. Es kamen dann vorwiegend dumme Sprüche, Hilfe jedenfalls keine. Irgendwann dann hat ihm ein Passant (ebenfalls ein Jugendlicher) geholfen.


    Meine Beobachtung in dem Zusammenhang ist seltsamerweise die, dass wenn dann meist die jüngeren Leute auch mal helfen, ältere scheint dass nicht zu interessieren. Warum das scheinbar so ist, kann ich mir aber nicht erklären.


    Zum aktuellen Fall: Am Sack aufhängen, durch die Stadt schleifen und langsam ausbluten lassen, mehr fällt mir generell zu solchem Abschaum nicht ein.
    Ob es "nur" eine versuchte Vergewaltigung war oder eine "echte" (da gibt es verschiedene Angaben zu), ist vollkommen irrelevant.
    Solche Leute haben ihre Rechte verwirkt.
    Sollte es zu einer Verurteilung kommen (was ich irgendwie bezweifle), hoffe ich, dass er a) lange sitzt und sich b) schnell im Knast rumspricht, dass er sich an einem Kind vergehen wollte/vergangen hat. Dann erledigen sich solche Probleme oftmals ganz schnell von alleine.


    So long...

  • Update über den Fall und das Vorgehen der Journalistenmeute: :(


    14-Jährige in Heide missbraucht: Ermittlungen gegen Passanten
    HEIDE (sd)
    „Ich bin bestürzt darüber, dass so etwas in Heide möglich ist.“


    Bürgermeister Ulf Stecher (36) hätte erwartet, dass die Dithmarscher „wehrhafter“ sind: „Ich lehne zutiefst ab, dass die Passanten nicht eingeschritten sind.“ Nach dem sexuellen Missbrauch eines 14-jährigen Mädchens am Donnerstagabend in der Friedrichstraße prüft die Kripo nun, ob sie gegen mehrere Erwachsene ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung einleiten kann. Tatzeugen waren nicht eingeschritten, als sich ein 19-Jähriger volltrunken an dem Mädchen verging. „Dass der Täter wieder auf freiem Fuß ist, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, gesteht der Jurist Stecher: „Irgendwas stimmt mit unserem Rechtssystem nicht.“


    Der Leiter der Polizeiinspektion Heide, Wolf-Rüdiger Beitsch (51), ist „persönlich entsetzt“ und empfindet „Abscheu“ gegenüber den Menschen, die einfach weggeschaut haben und weitergegangen sind, obwohl das Mädchen um Hilfe gefleht habe. Vergewaltigungen ließen sich grundsätzlich nicht verhindern, weil es „triebgesteuerte Delikte“ sind. Der Heider Ortsvorsitzende des Kinderschutzbundes, Friedrich Theurer (49), ist „empört“ über den Egoismus der Menschen, die weitergehen, um keine „Scherereien“ zu haben.


    „Unglaublich, dass keiner geholfen hat“


    Heide nach dem sexuellen Missbrauch des 14-jährigen Mädchens in der Fußgängerzone
    Von Sönke Dwenger


    HEIDE - Die Dithmarscher Kreisstadt sorgt wieder einmal bundesweit für Schlagzeilen. - Leider für negative. Grund: Der sexuelle Missbrauch eines 14-jährigen Mädchens vergangenen Donnerstagabend am Eingang der Friedrichstraße (Fisch-Beckmann). Passanten liefen vorbei. Schauten einfach weg.


    An diesem Fahrradständer in der Friedrichstraße packte der Täter sein Opfer. Dann stieß der 19-Jährige das Mädchen in den Ladeneingang von „Fantasia“ und missbrauchte es.


    Die DLZ/BZ hat diesen schlimmen Vorfall bereits am Sonnabend gemeldet. Gestern reisten die Kamerateams, Fotografen und Reporter an, um vor Ort ihre Story zu recherchieren. Auch in unserem Büro liefen die Telefone heiß. Redakteure großer Zeitungen und Zeitschriften wollten den Namen und die Anschrift der Mutter des Mädchens haben. Wir würden sie nicht weitergeben.
    Eine besonders ehrgeizige Journalistin erbat sogar Tonbandaufzeichnungen von dem Telefongespräch, das wir mit der empörten, verzweifelten Mutter führten, um die Stimme - immerhin verfremdet - senden zu können. Wir mussten die Kollegin enttäuschen, denn in unserer Redaktion werden Telefongespräche nicht mitgeschnitten, wenn dies nicht ausdrücklich vereinbart wurde.


    Auf Wunsch einiger Fernsehsender hat die Polizei das junge Opfer gefragt, ob es an die Öffentlichkeit gehen möchte. Die Familie hat dies kategorisch abgelehnt.


    Vor „Janny's Eis“ konnte sich das Mädchen selbst befreien.


    Seit Sonntag betreut der „Weiße Ring“ das Mädchen. Die Organisation hilft Opfern von Straftaten. Die Kripo hatte den Kontakt hergestellt. Außenstellenleiter des „Weißen Rings“ für Dithmarschen und Nordfriesland-Süd ist Karl-Heinz Frehe (61) aus Heide. „Unglaublich, dass keiner geholfen hat“, empört sich Frehe gegenüber unserer Zeitung. „Dabei hatte das Mädchen eine Passantin regelrecht um Hilfe gebeten, aber sie ist weitergegangen.“ Die Kriminalpolizei prüft, ob gegen diese (noch unbekannte) Frau mittleren Alters ein Ermittlungsverfahren wegen „unterlassener Hilfeleistung“ eingeleitet werden soll, sagte Kriminalrat Karsten Hübner (41) gestern. Es drohen eine unbezifferte Geldstrafe (die das Gericht den sozialen Umständen entsprechend festsetzt) oder Freiheitsentzug bis zu einem Jahr. Der 19 Jahre alte Täter hatte das Mädchen am Himmelfahrtstag gegen 21.30 Uhr am Fahrradständer offenbar spontan angetroffen und von hinten angegriffen. Die beiden kannten sich nicht. Der Mann war dermaßen betrunken, dass selbst am nächsten Vormittag bei der Entlassung aus der Polizeizelle keine „rechtlich verwertbare“ Vernehmung möglich war. Ihm sei eine Blutprobe entnommen worden; die Polizei schätzt, dass der junge Mann aus Heide bei Ausübung der Tat rund 2,5 Promille intus hatte. Bittere Wahrheit ist, dass dieser Alkoholpegel nach Einschätzung des Chefs der Dithmarscher Kripo am Ende sogar dazu führen könnte, dass dem Täter später vor Gericht eine Unzurechnungsfähigkeit bescheinigt wird. Auf freien Fuß musste er gesetzt werden, weil die Staatsanwaltschaft keine Fluchtgefahr, keine Wiederholungsgefahr und auch keine Verdunklungsgefahr erkennen konnte. Die Staatsangehörigkeit des Täters wollte Karsten Hübner nicht preisgeben. Nur so viel: Er ist kein Schüler mehr und hat polizeilich „Bagatell-Delikte“ und einen „Raub“ auf dem Kerbholz.
    Nach Angaben von Kriminalrat Hübner war das 14-jährige Opfer „altersangemessen normal“ gekleidet. Der Mann stieß das Mädchen zunächst in den Hauseingang von „Fantasia“ und missbrauchte es. Später zerrte er das Opfer bis „Janny's Eis“ durch die Fußgängerzone und brachte es dort zu Fall. Er warf sich auf das Kind, das um Hilfe schrie. Auch mindestens zwei Männer, die das Mädchen kurzzeitig irgendwo in diesem Straßenzug auf einem Balkon oder an einem offenen Fenster gesehen hatte, schritten nicht ein. Leider ist der Polizei der genaue Ort noch nicht bekannt.


    Selbst als Opfer und Täter auf dem Boden lagen und das Mädchen eine Gruppe von drei Frauen und einem Mann ansprach („Ich werde hier belästigt. Tun Sie was!&#8220), erfolgte keine Reaktion. Erst als das Opfer sich selbst befreien konnte, weil der Täter zu betrunken war, benachrichtigte jemand aus der Gruppe heraus per Handy die Polizei. Kurz vorher rief zufällig der Vater des Mädchens auf ihrem Handy an; sie konnte das Gespräch annehmen und um Hilfe flehen. Statt die Polizei anzurufen, habe sich dieser ins Auto gesetzt, um zu seiner Tochter zu fahren.


    Der Täter nahm zwar sexuelle Handlungen an dem Kind vor, zum Geschlechtsverkehr sei es jedoch nicht gekommen, weiß Kriminalrat Hübner: „Körperlich hat das Mädchen nur leichte Verletzungen davongetragen, aber über die psychischen Folgen wird man erst später - vielleicht in Jahren - etwas sagen können. . .“



    „Weggeschaut“
    Karl-Heinz Frehe vom „Weißen Ring“ in Heide erinnert an das Motto der „Dithmarscher Nachbarschaftswoche“ vom vergangenen Jahr, das da lautete: „Weggeschaut, ignoriert, gekniffen, tu was.“ Dass in diesem Fall wieder einmal weggeschaut wurde, unterstreicht die Notwendigkeit der vorbeugenden Arbeit.


    „Stoppt das Vogel-Strauß-Syndrom“, fordert Karl-Heinz Frehe: „Auch wenn man sich in einer solchen Situation selbst bedroht fühlt, muss man wenigsten dafür sorgen, dass andere Leute oder weitere Helfer oder die Polizei aktiv werden.“ Die Öffentlichkeit müsse einfach mehr sensibilisiert werden, auf Straftaten zu achten, diese zu melden und so dazu beizutragen, dass es weniger Straftaten gibt.


    Schlimm an der öffentlichen Berichterstattung über Straftaten findet der frühere Berufssoldat Frehe, dass es am Ende meistens nur noch um die Täter, und eben nicht mehr um die Opfer geht.


    Nach der Vergewaltigung in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai in einem Pkw auf dem Gelände des Musikzirkus in Nordermeldorf war diese Tat in Heide der zweite „angezeigte“ sexuelle Missbrauch in Dithmarschen in nur einem Monat. Die meisten Vergewaltigungen spielen sich im privaten Bereich ab, berichtet der Leiter der Dithmarscher Kripo, Kriminalrat Karsten Hübner.



    :(

    Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren. Zitat:Andre Kostolany

    Gruss
    beugelbuddel

  • Zitat

    denn eine Straftat mit einer Straftat zu verhindern ist an sich schon eine heikle Sache), dass man - wenn man hilft und selbst Mist baut - auch ganz schön Ärger bekommen kann.


    Da gibts ja schließlich noch den "Rechtfertigenden Notstand":D


    Leute was macht ihr wen ,das eurer Freundin,Schwester,Mutter usw.passiert?Dazwischen gehen und den kerl verbal verscheuchen? Oder im eins auf die Frxxxe geben? Klare Antwort.
    Das es eine fremde Frau oder Mädchen ist macht da für mich kein Unterschied.


    Zitat

    Und da solllte sich jeder glücklich schätzen. Die Todesstrafe gehört ins Mittelalter.


    Warum sollte ich mich glücklich schätzen darüber?


    Der Vergewaltiger des Opfers wird mit den Steuergeldern des Opfers und dessen Angehörige therapiert.Toll........die sind bestimmt glücklich.


    War mal jemand von euch in der Forensik "Eickelborn"(als Besucher,Mitarbeiter). Ich habe dort ein Praktikum gemacht und ich sage euch den geht es dort klasse.


    Also ich bin ganz klar für die Todesstrafe


    :top: Auge um Auge ,Zahn um Zahn.


    Nimm doch mal einer das StGB in die Hand- für Steuerhinterziehung bekommt hier doch teilweise mehr aufgebrummt als für Delikte gegen Leib und Seele.
    MFG CHris

    Life is too short to be small.

  • Zitat

    Original geschrieben von kinslayer
    Auge um Auge ,Zahn um Zahn.


    Meines Wissens bezieht sich dieses Bibelzitat nicht auf Vergeltung oder Rache, sondern auf Wiedergutmachung/Entschädigung.
    Soweit mir bekannt, ist das "um" eine irreführende Übersetzung und müsste stattdessen eher "für" heißen. Und wörtlich zu nehmen ist das ganze ohnehin nicht wirklich (wie soviele Bibelsprüche).



    So long...



  • Mann muss sich über diese Worte zum glück nicht großartig aufregen, da es zum Glück nur eine minderheit am Stammtisch ist die sowas fordert, und nie durchzusetzen ist.


    Ich habe nichts gegen härtere Strafen, aber die Todesstrafe zeigt am Beispiel Amerika, das sie in keinster weise eine abschreckende Wirkung zeigt.


  • Abgesehen davon dass wir inzwischen nicht mehr im Mittelalter leben, würde mich interessieren, was denn die Befürworter der Todesstrafe mit ihr bezwecken wollen. Sollen mit ihr Verbrechher abgeschreckt werden? Müsste dann ja in den USA hervorragend funktionieren... Soll das Opfer gesühnt werden? Soll mit der Todesstrafe das Übel der Welt ausgerottet werden?


    Meiner Meinung nach ist auch die Todesstrafe Mord. Wer sich durch die Todesstrafe eine bessere Welt verspricht, an dem ist entweder die Zeit der Aufklärung vorbeigegangen, oder versucht mit solchen radikalen Forderungen zu provozieren. Ich denke wer hier das Argument "Steuergelder" anbringt, dem mangelt es zweifellos an dem erforderlichen Problembewußtsein, das eine zivilisierte Gesellschaft voraussetzt.

  • Zitat

    Original geschrieben von kinslayer

    Also ich bin ganz klar für die Todesstrafe


    :top: Auge um Auge ,Zahn um Zahn.

    Und was ist mit den Menschen, die (wie beispielsweise immer wieder in den USA) aufgrund von Justizirrtümern unschuldig hingerichtet werden? Sind das dann "Kollateralschäden" auf dem Weg in eine "gerechtere" Welt? :confused:



    Zu "rechtfertigender Notstand" oder "Nothilfe" (was hier, wenn ich mein mittlerweile etwas angestaubtes Waffensachkunde-Wissen herausziehe, eher zutrifft, denn ein "Notstand" bezieht sich eigentlich auf Rechtsgüter):


    Das Problem bei solchen Aktionen ist, daß nicht selten diejenigen, die helfen wollten, am Schluß die Gelackmeierten sind - wenn man Pech hat (und der eigentliche Täter einen guten Anwalt) hat man noch eine Anzeige wegen (möglicherweise schwerer) Köroerverletzung am Hals, weil anscheinend nicht selten die Rechte eines Täters schwerer wiegen als die der / des Opfer(s) oder derjenigen, die dem Opfer helfen wollten.

    Sic gorgiamus allos subjectatos nunc.

  • Eigentlich finde ich es dem traurigen Anlass entsprechend völlig absurd und daneben, hier und jetzt eine Diskussion pro/contra Todesstrafe loszubrechen.:flop:


    Die Gedanken, und auch dass gab es in diesem Thread glücklicherweise schon zu lesen, sollten sich lieber darum drehen, wie degeneriert, egozentrisch, bequem und feige eigentlich eine Gesellschaft werden kann.
    Und wie man dagegen ansteuern könnte.
    ich kann nur laut Pfui sagen, wollte mich eigentlich aus diesem Thema heraushalten.


    Aber mir wächst die Fassungslosigkeit über bden Kopf. Gewalt, Gegengewalt, jonglieren mit Menschenleben - und dass inmitten feiger Egoisten: Dem Volk der Dichter und Denker.
    Mann, was bin ich mal wieder stolz, ein Deutscher zu sein.:flop:


    Fassungslos, der Norbert

    Alles wird gut.

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