Wer von Euch Hessen geht noch demonstrieren?

  • Zitat

    Original geschrieben von speakers
    Jetzt mal einfach formuliert: zahlst Du beim Aldi Eintrittsgeld? Es ist meiner Meinung nach nicht nachzuvollziehen, wofür die Studenten derzeit Geld bezahlen sollten, wenn keine "Verkäufer" da sind. Wenn Gebühren eingeführt werden sollen, dann muss dafür aber auch eine Gegenleistung her - und die wird es nicht geben. Ist eigentliche dieselbe Diskussion, wie sie derzeit auf allen finanzpolitischen Ebenen abläuft.


    Wenn Du über die gebotene Leistung redest, dann kann ich dir schon wesentlich eher zustimmen. Wenn es gelänge, durch Studiengebühren einmal die Lehre bzw. die Rahmenbedingungen (Bib, Computerlabs & Co) zu steigern, anderserseits die "Ungeeigneten" fernzuhalten, dann würden sogar Demonstrationen für die Einführung von Gebühren Sinn machen.


    Aber wenn wir auf die Ebene hinuntergehen, dann kommen ganz neue Aspekte dazu, bspw. die Mittelzuteilung zwischen den einzelnen Fakultäten innerhalb einer Uni, z.B. ob es notwendig ist, für die Ausbildung von 10 Theologen/Sem. 2 Lehrstühle bereitzuhallten, oder ob dafür nicht besser ein weiterer BWL-Lehrstuhl geschaffen wird. Man könnte ja die exotischen Lehrstühle auf wenige Standorte in D beschränken. Gleiches gilt oft auch für die hier schon angesprochene Chemie, wo die Studentenausbildung im Vergleich zu anderen Fachrichtungen extrem teuer ist. Natürlich ist das auf die teure Laboreinrichtung zurückzuführen, aber wäre es dann nicht sinnvoll, die Lehrstühle zu konzentrieren? Vorschläge zur Rationalisierung der Ausbildung gibt's viele, aber überall stößt man (verständlicherweise) auf Lobbyisten, weshalb auf absehbare zeit keine Änderung in Sicht ist.

  • Kürzen


    Man könnnte ja auch mal in der Theologie kürzen, hier zahlt der Staat ja auch die Priesterausbildung und so weiter. Die beommen ja sogar Ihre Roben und den Weihrauch aus dem Haushalt. Dafür kriegt man sogar vorgeschrieben was zu lehren ist.

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Original geschrieben von Mekong
    Studentenjobs sind rarr, 10 Euro Lohn verdammt utopisch- ich kriege 6,50. Soll ich dir das jetzt mal vorrechnen Schatz?!


    War'n wir uns schon so nah'? :cool: :D


    Zitat

    Original geschrieben von Mekong
    Also ich arbeite 3mal die Woche 5 Stunden. Macht 15 Stunden pro Woche, verstanden?! Habe 24 Semesterwochenstunden 45 bzw. 90 Minuten werden nämlich auch fast immer überzogen). Also arbeite ich so wie ein normaler Beschäftigter. So, dann muss ich ja nicht nur für meine Prüfungen lernen und die Arbeit schreiben, sondern auch noch für andere Seminare "Hausaufgaben" machen und lesen ohne Ende. Vielleicht hast du das Wort Reader oder Skript schon mal gehört.


    Ich habe eine Uni schonmal (vor gar nicht so langer Zeit: gestern) von Innen gesehen, kann dem Wort "Skript" also Bedeutung beimessen, bei Reader dacht ich spontan an Acrobat, aber kann mir denken, was das sein soll ;) Ich weiss ja nicht, was du studierst, aber bei mir war es üblich, sich auch oft abends mal an den Schreibtisch zu setzen und was vorzubereiten oder einfach zu lesen. Man sollte vielleicht nicht den Fehler machen und beim Studium die gleiche Zeit-investition wie beim 0815-40h-Job zugrunde legen, dann sieht man die Arbeitsbelastung vielleicht etwas lockerer und unverkrampfter. Mich hatte jedenfalls vieles auch soweit interessiert, dass ich nicht im Traum darauf gekommen wäre, manches Lesen oder Durcharbeiten als "Arbeitszeit" zu sehen :confused:


    Zitat

    Original geschrieben von Mekong
    Und jetzt willst du mir erzählen, wie gut ich es doch als Student im Vergleich zu einem Arbeiter habe?!
    AHA!


    Mag aus Deiner Sicht vielleicht altmodisch klingen, aber ist deswegen nicht weniger wahr: Lehrjahre sind keine Herrenjahre ;)


    Zitat

    Original geschrieben von Mekong Eigentlich wollte ich mit dem Thread nur solidarische "Mitkämpfer" ausfindig machen. Schade, dass es so viele Sturrköppe hier gibt und sorry, dass ich schon wieder mit einer Hammerschlag-Rhetorik ankomme. Vielleicht sollte ich das mit der elocution und so noch mal lernen *aufironiehinweis*


    Richtung Journalismus scheint dein Studium offensichtlich nicht zu gehen...


    Und jetzt mal einen Gang runterschalten und ne Tasse Tee trinken, man muss ja nicht gleich so ein Drama draus machen, oder?

  • Zitat

    Original geschrieben von Joe2
    Aber wenn wir auf die Ebene hinuntergehen, dann kommen ganz neue Aspekte dazu ...


    Was ist denn an diesen Punkten neu :confused: Ich kenn jetzt die Lage in Hessen nicht im Detail, aber in BW wird gerade alles gestrichen, was nicht im Trend liegt.


    Außerdem: was hilft mir ein BWL-Lehrstuhl mehr, wenn die übrigen fünf schon nicht funktionieren. Ok dann sind die Theologen weg :D aber der Gesellschaft oder den Studenten bringt es vermutlich genausowenig.


    Das System UNI ist meiner Meinung nach marode. Den Profs dieser Generation fehlt nicht nur der Kontakt zur Wirtschaft sondern auch der Bezug zum Leben. Leistungsdruck ist selbst für die BWL-Profs ein Fremdwort. Also bei mir bekannten Instituten haben die Profs durchweg den kürzesten Arbeitstag. Wobei das jetzt keine pauschale Professorenschelte sein soll. Die Univerwaltung ist auch übel.

  • Für alle die er interessiert: Die FH FfM befindet sich wohl seit heute Mittag im Streik!
    Die JWG-Uni seit Dienstag!

    Let the young fight the wars.

  • Zitat

    Original geschrieben von Doc-b
    Für alle die er interessiert: Die FH FfM befindet sich wohl seit heute Mittag im Streik!
    Die JWG-Uni seit Dienstag!


    Quelle?
    Gibts da nen Artikel drüber? So was aufsehenerregendes müsste doch auch SPIEGEL Online einen kleinen Artikel wert sein, oder? Finde aber nix.


    Was bedeutet denn Streik jetzt genau?

  • Quelle zur Goethe-Uni:Frankfurter Rundschau


    Die FH hatte heute erst ihre Vollversammlung dazu. Kannst Du aber bestimmt morgen nachlesen. Bis dahin musst Du dich wohl auf mein Wort verlassen...


    Die Form des Streiks wird durch die jeweilige Fachschaft bestimmt. Kann also unterschiedlich sein. Vom Total-Boykott bis zu Vorlesungen auf der Zeil.

    Let the young fight the wars.

  • Zitat

    Original geschrieben von Mekong
    Und trotzdem probiere ich mein Studium in einer angemessenen Zeit zu schaffen! Und wenn es trotz 10 Semestern Regelstudienzeit 12 werden, dann bin ich stolz auf mich, aber ärger mich auch, wenn ich Geld dafür bezahlen muss, dass der Staat mich während meines Studiums nicht mehr unterstützt hat, sondern eher noch "ausgebeutet" hat.....



    Aber genau dann musst Du ja noch nichts zahlen! Ich versteh das Problem dabei nicht, schließlich musst Du ja erst bei 50% über der Regelstudienzeit zahlen. Und da stimmt es doch wirklich, dass man sich langsam mal Gedanken machen sollte.


    Oh, und wenn Du mich jetzt anschreist, nenn mich doch bitte auch Schatz ;)

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • also aus dieser total emotionalisierten "Diskussion" verabschiede ich mich nicht, bevor ich noch gesagt haben will, daß dieses bösartige und mutwillige Hineinterpretieren und zwischen den Zeilen lesen wirklich rhetorisch und menschlich unterste Schublade ist. Und daß sich User, von denen ich bisher ein gutes Bild hatte, erlauben, über Menschen und/oder Lebensentwürfe in dieser Polemik und Ignoranz/Arroganz zu urteilen und dabei Erwähntes und Persönliches derart zu verdrehen, enttäuscht mich.:(


    Zur Ehrenrettung meiner Mutter und meiner selbst deswegen nochmal zum mitschreiben: Meine Mutter arbeitet nicht, DAMIT wir studieren gehen können, sondern daß was sie rausbekommt, entspricht dem, was wir Kinder eben verbrauchen (und das wiederum entspricht dem Bafög-Satz). Sie arbeitet weil ihr es Spaß macht und weil es eben Grundverständnis meiner Eltern ist, uns unsere Bildung im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu ermöglichen. Ich werde im Gegensatz zu anderen und aus der Biographie meiner Eltern bedingt kein Haus oder größeres Vermögen erben, sondern meine Eltern ermöglichen mir eben das Studium. Ein sehr feiner Zug wie ich finde und wirklich ekelhaft von jedem der versucht, das jetzt in den Dreck zu ziehen!:flop:

  • Zitat

    Original geschrieben von Intruder
    Du hast echt null Ahnung...!


    Pro Vorlesung (ein Block à 1,5 Stunden) kannst du mal mindestens noch eine Stunde zum Vor- und Nachbereiten rechnen, zumindest so lange wie man die Sache ernsthaft angeht. Da ist noch keine Zeit für Klausurarbeit und Hausarbeiten eingerechnet. Geschweige denn freiwillige Veranstaltungen wie Sprachkurse etc.


    Abgesehen davon möchte ich dich sehen, wenn du nach 5 ooder 6 Stunden Arbeit nach Hause kommst. Du hockst dich bei deinem Zeitmanagement bestimmt gleich nochmal 2 Stunden an den Schreibtisch und lernst konzentriert und erfolgreich. :rolleyes:


    Naja, ein Studium habe ich trotz "null Ahnung" erfolgreich hinter mich gebracht, ohne durch Burnout-Syndrom anschliessend erstmal ein Jahr zur Entspannung gebraucht zu haben. Und auch während des Studiums hab ich recht viel gearbeitet, zwar nicht, weil ich dies für meinen Lebensunterhalt tun musste, sondern weil ich Spass daran hatte, etwas "Eigenes" aufzubauen.


    Kein Mensch erwartet, dass die Studenten nach 8 Stunden Vorlesung & Seminaren nach Hause kommen und gleich weiterearbeiten, aber mit der Einstellung, die von manchen Arbeitnehmern praktiziert wird (7-8 Stunden arbeiten, danach Freizeit), kommt man evtl. tatsächlich nicht so weit. Aber selbst so eine Einstellung sollte einen nicht daran hindern, sein Studium nach häufig 6 (!) Jahren (Regelstudienzeit + 50%) zu beenden.


    Bei mir selbst ist das Studium noch nicht lange vorbei, aber bei dem hier vorgetragenen Selbstmitleid ist es nicht verwunderlich, dass es schwer ist, einfachen Arbeitern die Motive der Studentenproteste nahezubringen.


    Betrachtet doch das Studium mal Chance, die Euch kostenlos geboten wird, um Eure Berufswünsche verwirklichen zu können, und nicht als unverhandelbaren Anspruch gegenüber dem Staat und den Steuerzahlern. Nur wenn ihr deutlich länger braucht als der Durchschnitt, kostet es etwas. Aber der Durchschnitt ist hoffentlich nicht der Maßstab, den ihr wollt, oder?

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