Mir ist nicht so ganz klar, warum offensichtlich viele Leute denken, mit dem Weggang von Beckstein und Huber käme die Partei nun wieder "back on track". Man scheint davon auszugehen, dass die CSU-Wähler alle darauf warten würden, dass es einen Umbruch und einen Neubeginn in der Partei gäbe. IMHO ist der Grund für die Wahlschlappe aber nicht darin zu suchen, dass die Wähler einen gewünschten Neubeginn unter Beckstein und Huber nicht gesehen hätten, sondern vielmehr darin, dass die Wähler eigentlich wollen, dass alles wieder so ist wie früher mal.
Stoiber wirkte insbesondere von außerhalb Bayerns oftmals reichlich dümmlich, aber er hatte zumindest einen Vorteil: Er verkörperte, genau wie seine Vorgänger, das bayerische Lebensgefühl.
Das Duo Huber/Beckstein dagegen war selbst für die Bayern zu blöde. Huber klingt ständig, als ob er stockbesoffen ist, und Beckstein sieht aus - und spricht leider auch so - wie ein trotteliger Tölpel. Seit Beckstein gab es in der CSU vermehrt Leute, die Stoiber "postum" für einen großartigen Redner hielten. Mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen - auch in Bayern nicht.
Was die CSU, und was Bayern im Grunde braucht und auch will, ist einer wie Stoiber oder Strauß, einer, den die anderen um Bayern herum allesamt nicht mögen, einer, der trickst, der intrigiert usw. usf.. Seehofer jedenfalls ist nicht so jemand. Die anderen, die sich da beworben haben, kenne ich nicht.
Absolute Mehrheiten gibts für die CSU nur mit Spezltypen an der Spitze. Stoiber war noch so einer, Beckstein nicht, und Seehofer ist IMHO auch keiner.